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Literatur

29.10.2016

Schwaben und seine skurrilen Kriminalfälle

Der Autor Willibald Spatz aus Dinkelscherben begleitet Musiker Andreas Kalb bei der Lesung „Tatort Schwaben“ im Heimatmuseum am Bass.
Bild: Michael Kalb

Bei einer musikalischen Lesung in Dinkelscherben gibt es Einblicke in ein besonderes Buch

Schaffe, schaffe, Häusle baue’ – Schwaben hat einen soliden Ruf in der Welt. Und dennoch: Hinter gut geputzten Fensterscheiben versteckt sich auch hier so einiges, was andere besser nicht sehen sollten. Blutspritzer, Mordwaffen und heimtückische Pläne zum Beispiel. Möglicherweise sogar vergiftete Maultaschensuppen, Spätzle mit Patronenhülsen darin oder präparierte Putzutensilien – wer weiß das schon? Von diesen und anderen kriminellen Geheimnissen der Region erzählt das Buch „Tatort Schwaben“ – mit den besten Kurzkrimis von zehn Kennern der schwäbischen Seele und Autoren aus dem Landstrich.

Nun konnten Krimi- und Heimatfans in Dinkelscherben einen ersten Eindruck dieser schwäbischen Delikatessen bekommen. Bei einer Lesung mit Musik im Heimatmuseum lasen die Autoren Wolfgang Kemmer und Willibald Spatz ihre Geschichten. Andreas Kalb trug zwischen den Kurzgeschichten passende, selbstkomponierte Songs auf der Gitarre vor.

Autor Kemmer entführte die Zuhörer in seiner Krimigeschichte ins Donauwörth des 16. Jahrhunderts. Dort war, und das ist historisch belegt, der Landgraf Philipp von Hessen in Gefangenschaft. Viel skurriler und ebenfalls eine Tatsache war, dass der Graf drei-eiig war, also drei Hoden besaß. Alles weitere aus der Geschichte war jedoch erstunken und erlogen, gab Kemmer zu. Und so ließ er seine historischen Figuren beispielsweise im Kräutergaten sündigen und letztendlich in einem bösen und blutigen Streit mit einer Spaltaxt enden. Die makabere und komische Geschichte wurde treffend von Musiker Kalb mit dem Song „Und ich laufe durch die Straße, das Gehirn liegt auf der Straße“ abgerundet.

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Autor Spatz begab sich in seiner Geschichte auf einen Spaziergang durch die Reischenau. Dabei wird der recht unauffällige Harry ungewollt Zeuge eines Verbrechens. Der alte, nicht mehr ganz nüchterne „Grantler Bene“ überfuhr mit seinem Traktor einen Passanten. Im Folgenden muss die Leiche irgendwie unauffällig beseitigt werden, denn auf die alten Tage des Täters noch die Polizei rufen, wäre zu viel Stress.

Da Angela Eßer, die dritte Autorin und Herausgeberin des Krimibandes, am Abend leider nicht da war, trugen die drei Künstler eine weitere Geschichte aus dem Buch vor, bei der ein scheinbar hellsehender Papagei einem jungen Studenten das Lottoglück voraussagen soll. Doch die schwerhörige Besitzerin spielt dabei nicht so ganz mit wie geplant.

Nach einem sehr kurzweiligen und unterhaltsamen Abend bekam man als Zuhörer Lust auf mehr skurrile und mörderische Geschichten aus dem bayerischen Schwabenland. Die nächste Lesung aus dem Buch findet am Sonntag, 4. Dezember, um 11 Uhr im Planetarium Augsburg statt. (mick)

„Tatort Schwaben“, herausgegeben von Angela Eßer, 11 Kriminalgeschichten auf 184 Seiten, ISBN 978-3-86913-628-8.

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