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05.08.2008

"Schweinchen" ließ die Sau raus

Er trug in Zusmarshausen die Maske eines rosaroten Schweinchens. Und er benahm sich offenbar auch so.

Von Klaus Utzni

Zusmarshausen/ Augsburg - Er trug die Maske eines rosaroten Schweinchens. Und er benahm sich offenbar auch so. Beim traditionellen Faschingsball der Alkberg-Crew im Zusmarshauser Ortsteil Wörleschwang im westlichen Landkreis Augsburg bombardierte das "Schweinchen" die Hausbar mit Bierbechern, trampelte auf den Bechern herum und lieferte sich eine handfeste Rauferei.

Das war zu viel. Die Security des Veranstalters beförderte "Schweinchen", das stark betrunken war, an die frische Luft. Allerdings offenbar etwas arg unsanft: Dort soll einer der Sicherheitsleute den Faschingsnarren mit seinen Handschuhen ins Gesicht geschlagen haben. Der Security-Mann (38) wurde deshalb von der Augsburger Staatsanwaltschaft angeklagt und stand darum gestern vor Amtsrichter Roland Fink.

Es war in der Nacht zum 19. Januar, der Tag vor dem großen Faschingsumzug in Wörleschwang. In einer ausgeräumten Fabrikhalle feierte eine ausgelassene Narrenschar. Der Alkohol floss offenkundig in Strömen. Auch das rosarote Schweinchen mit Miss-Piggy-Nase und kurzem Röckchen ließ es kräftig krachen. Es ließ quasi "so richtig die Sau raus".

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Mehrmals sei es zu Zwischenfällen mit dem "Schweinchen" gekommen, schildert der Security-Mann gestern vor Gericht die Geschehnisse. "Benimm dich endlich, sonst fliegst du raus", habe er ihm gesagt. Das war die letzte Warnung, so der Angeklagte, und weiter: "Dann war er in der Bar in eine Rauferei verwickelt, und dann hat es gereicht." Zu zweit hätten sie die "rosa Maske" dann ins Freie geführt.

Was dann dort geschah, darüber gibt es unterschiedliche Versionen. Der Angeklagte (Verteidiger: Ralf Schönauer) behauptet: "Er kam mir immer näher. Dann hat er eine abrupte Bewegung gemacht. Ich dachte, er geht auf mich los. Da hab ich ihm mit meinen Handschuhen auf die Schulter geschlagen, aber nicht ins Gesicht." Er habe sich "nur im Reflex verteidigt".

Zwei junge Frauen freilich, die als Zeugen gehört werden, beteuern übereinstimmend, dass der Sicherheitsmann dem "Schweinchen" die Handschuhe mitten ins Gesicht geschlagen habe - mit herben Folgen: "Aus der Nase tropfte Blut, auf dem Boden war eine ganze Lache". Die Polizei ließ Schweinchen "blasen". Ergebnis: stolze zwei Promille.

Der Security-Mann schwört jedoch Stein und Bein, dass "Miss Piggy" schon vor der Auseinandersetzung aus der Nase geblutet und sich die Verletzung offenbar zuvor bei der Rauferei an der Bar zugezogen habe.

Der Kronzeuge der Anklage, "Schweinchen" selbst, konnte gestern nicht gehört werden. Er ist in Urlaub. Das Gericht vertagte sich deshalb auf Montag, 11. August, 13.30 Uhr. Richter Fink wird in seiner Ladung ausdrücklich darum bitten, dass der Zeuge das rosarote Schweinchen-Kostüm zur Verhandlung mitbringen soll.

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