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Gemeinderat

11.10.2019

„Schweineteure“ Stützmauer für die Kita in Biberbach

Erst machen Bäume Probleme, nun muss der Hang abgefangen werden. Der Architekt erläutert die Kosten

Sieben Wochen Bauverzögerung gibt es bei der Erweiterung der Kita Biberbach. Trotzdem sollen Mitte September 2020 die Kinder in den neuen Teil des Gebäudes einziehen können, waren sich die Planer bei der Vorstellung der Baufortschritte im Gemeinderat sicher. Architekt Wolfgang Obel und seine Kollegin Cornelia Degginger standen dem Rat in jüngster Sitzung Rede und Antwort zum Projekt.

Bäume, deren Wurzeln unerwartet weit in den Baugrund hineinreichten, waren der Grund für die Verzögerung. Einer musste gefällt werden, die Genehmigung dafür ließ auf sich warten, erklärte Degginger. Nun wird der Zeitplan enger getaktet, Ferien und Zeiten, in denen weniger Kinder im Haus betreut werden, werden in Absprache mit der Kindergartenleitung noch besser genutzt, so die Planerin.

Damit es zügig weitergehen kann, stand eine Entscheidung an: Welche Art Mauer soll den Druck des Hangs, in den das Gebäude hineinwachsen wird, abfangen? Berechnet sind das immerhin 2,2 Tonnen pro Kubikmeter. Deshalb braucht es eine „schweineteure“ Stützmauer, wie Wolfgang Obel den Rat auf hohe Kosten einstimmte. Aus Naturstein kostet der Wall rund 74000 Euro, in Beton sind es 30000 Euro weniger. Da fiel die Wahl dem Gremium nicht schwer. Beton kann auch ganz schön sein, eventuell mit Spalieren oder Klettersteinen wie bei der Schule aufgehübscht, so die ungeteilte Meinung. Ein Teil der Mauer im Seitenbereich entlang des Pfarrer-Ginther-Weges könnte mit einem Zaun ergänzt und damit nicht ganz so hoch werden. „Durchblicke schaffen“, war die Anregung von Franz Bayer (CSU). Der Gemeinderat beschloss, die nördliche Stützmauer am steilen Hang als Schwergewichtswand in Stahlbeton bauen zu lassen. Die muss bis zu drei Meter hoch werden. Natursteine im unteren Seitenbereich sind eine Option, die Planer Wolfgang Obel den Räten nochmals vorlegen wird. Mehrkosten dafür seien in diesem Bereich zu vernachlässigen, so der Fachmann. Dafür spare man sich die Kosten für die Schalung, das hebe sich auf. Der Mauerbau steht im Frühjahr an.

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Ob es zu Mehrkosten aufgrund der Bauverzögerung komme, wollte Leonhard Würz (CSU) wissen. Damit rechne er nicht, so Obel. Sollten Zusatzkosten von den beteiligten Firmen in Anrechnung gebracht werden, werde man „sich dagegen wehren“.

Der Vorschlag, einen zusätzlichen Parkplatz während der Bauzeit im Bereich der Grotte unterhalb der Kita einzurichten, fiel dagegen bei den Gemeinderäten durch. Die Grünfläche unter den hohen Kastanien biete eine Aufenthaltsqualität, die so in Biberbach nicht mehr zu finden sei, lehnte Franz Bayer den Vorschlag der Verwaltung, die bereits Angebote für die Umsetzung einholen ließ, kategorisch ab. Er monierte auch, dass der Vorschlag nicht schon im Vorfeld dem Gemeinderat vorgelegt worden sei. Dann hätte man sich das Einholen der Angebote, das ja auch Arbeitszeit seitens der Planungsfirma gekostet habe, gleich sparen können. Von „nicht vorstellbar“ (JL-Gemeinderätin Monika Seiler-Deffner) bis „sehr mutig“ reichten die Kommentare aus dem Gremium.

Autos unter hohen Kastanienbäumen abzustellen, von denen durch herabfallende Äste und Kastanien eine nicht zu unterschätzende Schadensgefahr ausgehe, sei keine gute Idee, sagte Leonhard Würz. „Dafür ist die Gemeinde haftbar.“ Es gebe einen Parkplatz unterhalb des Schulsportplatzes, der nicht genutzt werde. „Der ist in wenigen Minuten fußläufig erreichbar“, so Sabine Duttler (UFB). Wenn alle Kita-Angestellten dort parken, dann würden Kurzparkplätze für die Eltern frei. Es müsse ja nicht gleich eine offizielle Anweisung an die Angestellten ergehen; in einem Gespräch könne das sicher geklärt werden, regte Gabi Mader (UFB) ein Lösung auf dem kurzen Dienstweg an.

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