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Corona-Krise

27.05.2020

Schwimmbäder öffnen wieder – Dinkelscherber Unternehmen Witty berät sie

Ein Freibad ohne Besucher. Bald sollen Bäder wieder öffnen, Witty berät sie.
Bild: Rolf Vennenbernd, dpa (Symbolbild)

Plus Die Corona-Krise versenkt beinahe einen wichtigen Geschäftszweig des Dinkelscherber Unternehmens Witty. Doch jetzt geht es steil aufwärts.

Noch sind die allermeisten Bäder geschlossen. Doch im Hintergrund wird eifrig an Hygienekonzepten gefeilt, um auch in Zeiten von Corona einen sicheren Badbetrieb zu ermöglichen. Die Firma Witty aus Dinkelscherben ist eigenen Angaben zufolge bei Badbetreibern derzeit ein besonders begehrter Ansprechpartner.

Rund 5000 Schwimmbad-Kunden betreut Witty in Deutschland, Österreich und der Schweiz – von der Wasseraufbereitung bis zur Hygiene. Durch die Bäderschließungen kam das Schwimmbadgeschäft zwischenzeitlich fast zum Erliegen. „Doch jetzt schieben insbesondere die rund 100 Witty-Fachberater im Außendienst und die Mitarbeiter im Witty-Labor in Dinkelscherben Sonderschichten,“ heißt es in einer Pressemitteilung.

Hoteliers dürfen ihre Schwimmbäder am dem 8. Juni wieder öffnen

Hoteliers mit Wellnessbereichen, Thermen und kommunale Badbetreiber benötigen fachlichen Rat, um Hygienepläne zu erstellen, die auf die Coronapandemie abgestimmt sind. Denn ab dem 8. Juni dürfen sie wieder ihre Badebereiche öffnen:„ Pools und Schwimmbecken hygienisch zu halten ist nicht so banal wie man denkt“, betont Sabine Hertl aus der Marketing Abteilung von Witty. Deswegen sei Kundenberatung ein Thema das die Firma stark beschäftige.

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„Unsere Fachberater kennen die Schwimmbäder bestens, weil sie regelmäßig vor Ort sind. Das ist jetzt bei der Erstellung eines Corona-Hygieneplans ein unschätzbarer Vorteil“, sagt Geschäftsführer Dr. Hubert Witty. Das Familienunternehmens beschäftigt rund 300 Mitarbeiter, die Hälfte davon am Firmensitz in Dinkelscherben. Dort werden die Produkte zum Reinigen und Wasseraufbereiten sowie Dosieranlagen entwickelt und hergestellt. Neben der Schwimmbadpflege bietet das mittelständische Unternehmen seit über 70 Jahren Lösungen für Großküchen- und Trinkwasserhygiene an.

Die Produktion von Desinfektionsmittel ist mittlerweile rückläufig: „Im März haben wir da den Gipfel erreicht, aber machen auf hohem Niveau weiter“, erklärt Hertl. Bei Witty rechnet man auch nicht damit, dass sich das noch einmal ändern wird: „Die Welt ist jetzt eine andere“, findet Hertl.

Witty kommt ohne Staatshilfen, Entlassungen und Kurzarbeit durch die Krise

Während andere Firmen und Konzerne in der Krise auf Staatshilfen und Kurzarbeit setzen müssen, kommt Witty, nach eigenen Angaben, ohne Entlassungen oder Kurzarbeit über die Runden. Geschäftsführer Hubert Witty: „Es ist ein Kraftakt, der nur gelingen kann, weil alle an einem Strang ziehen.“

Die Hygieneberatungen des Unternehmens sind derzeit äußerst gefragt, ebenso die Poster über die richtige Händedesinfektion. Obwohl sie schon immer als Hauptübertragungsweg von Infektionen äußerst wichtig war, rückt sie in der Pandemie verstärkt ins Bewusstsein. „Dass wir unseren Kunden nicht nur die passende Chemie und Technik liefern, sondern Hygienekonzepte erstellen, kommt uns derzeit zugute“, betont Hubert Witty, der dem schrittweisen Bäderstart von Bremerhaven bis Lindau entgegenfiebert.

Produkte mit denen man den Erfolg der Desinfektionsmaßnahmen überprüfen kann hat die Firma ebenfalls im Sortiment. Mit Abklatschtests und Inkubatoren kann geprüft werden wie viele Keime die Desinfektion überlebt haben. „Man benötigt aber Fachwissen um sie korrekt einzusetzen“, erklärt Hertl. Selbstverständlich biete Witty auch Schulungen für diese Produkte an.

Fachverbände sehen nichts, was gegen eine Öffnung spricht

Auch die Fachverbände gehen davon aus, dass das Schwimmen in öffentlichen Bädern unter Einhaltung der Sicherheits- und Hygieneanforderungen absolut machbar ist. So hat die Deutsche Gesellschaft für das Badewesen in ihrem Pandemieplan Bädern empfohlen, die Zahl der maximalen Besucher zu senken. Mit Bahnleinen lässt sich in Becken der Mindestabstand einhalten. In den Nassbereichen könnte jede zweite Dusche abgestellt und im Umkleidebereich nur jede zweite Kabine vergeben werden. Auch Sabine Hertl ist dieser Meinung. Fachgerecht gechlortes Schwimmbadwasser biete auf jeden Fall kein gesteigertes Ansteckungsrisiko, deswegen stehe einer Öffnung von Schwimmbädern eigentlich nichts im Wege. Zumindest so lange es ein schlüssiges Hygienekonzept gebe.

Weiteres Plus der Bäder: Nach derzeitigen Erkenntnissen geht man davon aus, dass Chlor, das zur Desinfektion des Schwimmbeckenwassers eingesetzt wird, auch Coronaviren abtötet. Das bestätigt auch das Umweltbundesamt. Als gefährlich gilt der Besuch von Schwimmbädern oder Badestränden in Zeiten von Corona, weil dort möglicherweise die Abstandsregeln nicht eingehalten werden: Der Albtraum von Virologen sind dicht nebeneinanderliegende Handtücher mit sich sonnenden Menschen darauf. (AL/cf)

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