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Landkreis Augsburg

08.10.2013

Sechs Jahre im Rückstand

In der Biogasanlage in Ellgau wird nicht nur Strom erzeugt, es werden auch ganze Gebäude mit Wärme versorgt.

Mehr als drei Viertel der Anlagen im Landkreis heizen nur die Luft. Das Landwirtschaftsamt kommt zu einem harten Urteil.

Weniger als ein Viertel der 65 Biogasanlagen im Landkreis verwertet auch Abwärme und ist damit auf dem heutigen Stand der Technik. Lediglich 15 erzeugen nicht nur Strom, sondern heizen beispielsweise Gebäude in der Nachbarschaft mit. In anderen Gegenden Nordschwabens sei der Anteil von Biogasanlagen mit einem Abwärmekonzept deutlich höher, so Hannes Geitmer vom Landwirschaftsamt in Nördlingen. Das dortige Fachzentrum „Diversifizierung und Strukturentwicklung“ berät Landwirte und Kommunen unter anderem in Sachen Energiewende.

Geitmers Fazit in Sachen Biogas: „Der Landkreis Augsburg ist in der Entwicklung um fünf bis sechs Jahre hintendran.“ Vorbildlichen Projekten in Dinkelscherben, Altenmünster, Ellgau oder Westendorf stehen viele Biogasanlagen gegenüber, die zwar Strom erzeugen und so Geld einspielen, deren Abwärme aber wirkungslos verpufft.

Ohnehin scheint der große Boom der Biogasanlagen im Landkreis vorbei. Derzeit sind noch zwei in Planung. Die Technologie ist wegen ihrer Folgen für Landwirschaft und Landschaft umstritten. Denn gefüttert werden die Anlagen bevorzugt mit Mais. Im Landkreis ist dessen Anbaufläche in den vergangenen Jahren stark angestiegen und macht inzwischen fast 30 Prozent der landwirtschaftlich genutzten Fläche aus. Das Landwirtschaftsamt urteilt: Die Ausdehnung des Maisanbaus ist im Wesentlichen durch die gestiegene Anzahl von Biogasanlagen zu erklären. Gegen die „Vermaisung der Landschaft“ wenden sich unter anderem Naturschützer, die vor den Folgen der Monokultur warnen.

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Vielversprechende Versuche mit anderen Pflanzen als Maisersatz

Inzwischen gebe es aber vielversprechende Versuche mit anderen Pflanzenarten, so Erhard Würth vom Fachzentrum. Er hält Biogasanlagen nach wie vor für eine interessante Sache, sofern sie richtig gemacht und gemanagt werden. Energieexperte Geitmer jedenfalls berichtet von einem ungebrochen großen Interesse in der Bevölkerung. Aus 18 Vorträgen, die er in den vergangenen Monaten gehalten habe, seien elf konkrete Projekte entstanden: Biogasanlagen, die Strom erzeugen und gleichzeitig Gebäude heizen.

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