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Stadtbergen

05.02.2015

Sechs neue Wächter für Stadtbergen

Die Sicherheitswacht nimmt in Stadtbergen ihren Dienst auf. Gegen das vorrangige Problem wird sie allerdings wenig ausrichten.
Bild: Symbolbild: Ralf Lienert

Die Sicherheitswacht nimmt ihren Dienst auf. Gegen das vorrangige Problem wird sie allerdings wenig ausrichten.

Die Angst vor Dämmerungseinbrechern geht um: Seit Oktober vorigen Jahres gab es im Raum Augsburg bereits rund 330 Einbrüche, davon 120 im Landkreis. Auch wenn Ende Januar ein Trio festgenommen wurde, dem einige Taten in Augsburg sowie in Stadtbergen, Neusäß und Westheim zur Last gelegt werden, legt sich die Angst vor dem Einbruch ins geschützte Zuhause nur kaum. Eine Infoveranstaltung der Kriminalpolizei im Stadtberger Bürgersaal etwa war im Dezember mit knapp 100 Zuhörern gut besucht. Für mehr Sicherheit soll nun die ehrenamtliche Sicherheitswacht sorgen, die am Donnerstag, 5. Februar, ihren Dienst in Stadtbergen antritt.

Bei einem Besuch im Sicherheits- und Verkehrsausschuss der Stadt erklärte Polizeihauptkommissar Michael Jakob das Vorgehen der sechs Mann starken Sicherheitswacht: „Zu Beginn werden die Freiwilligen immer in Zweiergruppen zu Fuß unterwegs sein. Nach einer Eingewöhnungsphase sollen sie dann alleine auf Streife gehen.“ Aufgabe der Helfer zwischen dem Studenten- und dem Rentneralter ist es, für die Bürger ein Ansprechpartner zu sein und „verdächtige Umstände zu erkennen“, wie Jakob sagte. Bei Bedarf können die ehrenamtlichen Ordnungshüter zwar auch einen Platzverweis erteilen, Straftäter festhalten und Personalien von Verdächtigen aufnehmen – im Wesentlichen hat die Wacht aber die gleichen Rechte wie jeder andere Bürger.

Ein paar Ausnahmen gibt es dennoch: Alle Mitglieder der Sicherheitswacht tragen eine Weste und eine Armbinde, auf denen der Schriftzug „Sicherheitswacht“ prangt. Dazu wurden die Mitglieder der Wache in 40 Unterrichtsstunden auf dem Augsburger Polizeipräsidium ausgebildet, zum Abschluss gab es eine mündliche Prüfung. Jakob sagte, dass es sich dabei ausschließlich um eine theoretische Schulung handelte: „Den praktischen Teil sollen sich die Mitglieder nun in den kommenden Wochen bei der Streife holen. Für Ermittlungen hingegen ist nach wie vor ausschließlich die Polizei zuständig.“

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In Absprache mit der für Stadtbergen zuständigen Polizeiinspektion 6 wird in den kommenden Tagen ein Dienstplan erstellt, der erfasst, wann die Helfer ihre Kontrollgänge erledigen, sagte Jakob: „Dabei darf man sich nicht vorstellen, dass die Sicherheitswacht in der Nacht von Samstag auf Sonntag in einer Diskothek Wache schiebt. Wir reden hier von ehrenamtlichen Helfern, die das in ihrer Freizeit machen. Dementsprechend orientieren wir uns an deren Freizeit.“ Auf den Einwand eines Bürgers, dass ein mit dem Schriftzug „Sicherheitswacht“ gekennzeichneter Helfer einen potenziellen Einbrecher eher abschrecken könnte, entgegnete der Polizist: „Die Bekämpfung von Einbruch ist nicht Aufgabe der Sicherheitswacht. Die soll Ansprechpartner sein und damit deutlich erkennbar.“ Ein anderer Vorschlag, um den Einbrecherbanden auf die Schliche zu kommen, fiel bei den Ratsmitgliedern durch: Pro Stadtbergen hatte beantragt, eine Belohnung in Höhe von 3000 Euro für Hinweise auszusetzen, die zur Festnahme der Einbrecher führen. Deren Fraktionsvorsitzender Günther Oppel sah das Geld als „einen symbolischen Anreiz“, die Augen aufzuhalten.

Jakob sah diesen Vorstoß jedoch kritisch: „Das Hauptproblem dabei wäre es herauszufinden, wer den richtigen Hinweis gegeben hat – das wäre eine Frage für die Juristen.“ Belobigungen für die Ergreifung von Straftätern würden ohnehin nur äußerst selten ausgesetzt. Roland Mair (SPD) fügte an: „Die Gemeinschaft funktioniert in Stadtbergen. Und Hinweise auf einen Einbruch oder andere Straftaten der Polizei weiterzugeben, ist ohnehin eine Bürgerpflicht.“ Dies sahen bis auf Günther Oppel letztlich auch alle Stadträte so – und lehnten den Antrag mehrheitlich ab.

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