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08.07.2010

Sein Herz schlägt für Schweden

Zum 90. Geburtstag von Josef Schneider (vorne links) gratulierten Bürgermeister Hansjörg Durz und Inge Persson, die Tochter des Jubilars. Foto: Riske
Bild: Riske

Neusäß "Morfar" nennt Inge Persson ihren Vater Josef Schneider liebevoll. Das ist Schwedisch und heißt Großvater. Zehn Jahre lang hat der Bewohner des Pflegeheims am Lohwald in Schweden gelebt. Nun feierte er seinen 90. Geburtstag.

Aus diesem Anlass war auch Bürger Hansjörg Durz in die Einrichtung des Diakonischen Werks Augsburg gekommen. Als Geschenk überreichte er dem Jubilar unter anderem ein Handtuch mit dem Wappen der Stadt Neusäß. Um den runden Geburtstag ihres Vaters zu feiern, war Inge Persson mit ihrem Mann aus Schweden angereist: "Mein Vater ist immer ein Abenteurer gewesen." Nach der Rückkehr aus der russischen Kriegsgefangenschaft las er im Arbeitsamt in Augsburg den Aufruf: "Grubenarbeiter nach Schweden gesucht", dem er Anfang der 50er Jahre folgte. Geboren wurde Schneider in Karlsdorf im ehemaligen Jugoslawien. Als 18-Jähriger kam er zum Militär und geriet Ende des Zweiten Weltkriegs in russische Gefangenschaft. Als er zurückkehrte, lernte er im sogenannten Regierungslager an der Friedberger Straße in Augsburg seine Frau kennen, mit der er später nach Schweden auswanderte. Tochter Inge blieb dort, als ihre Eltern 1961 nach Augsburg zurückkehrten.

Schwedisch spricht Josef Schneider auch mit 90 Jahren noch gut: "Mein Herz schlägt für Schweden." Inzwischen fühlt er sich jedoch auch im Pflegeheim am Lohwald heimisch. Als einziger Bewohner ist er Mitglied im Heimbeirat und nimmt regelmäßig an Aktivitäten wie Gymnastik, Stammtischen oder Kaffeerunden teil. (AL)

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