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Flucht

16.02.2018

Sein Traum ist eine Schreinerlehre

Estevan Saad-Jarro (links) freut sich mit Johann Ertl über die Möglichkeit ein Praktikum in der Schreinerei von Alois Mayer (rechts) absolvieren zu können.
Bild: Sonja Diller

Estevan Saad-Jarro aus dem Irak lebt in Biberbach. Für ihn und andere Interessierte gab es nun eine Veranstaltung

Für Estevan Saad-Jarro geht mit seinem Praktikum in der Schreinerei von Alois Mayer in Langweid ein großer Wunsch in Erfüllung. Der aus dem Irak geflüchtete 23-Jährige lebt in Biberbach und möchte in Deutschland so schnell wie möglich finanziell auf eigenen Beinen stehen. Eine Schreinerlehre ist sein Traum, dem er mit dem Praktikum ein Stück näher kommen kann. Alois Mayer ist der Überzeugung, dass junge Menschen Chancen brauchen. So arbeitet er schon lange mit den Schulen zusammen, denn „Interessierte müssen die Möglichkeit haben, ein Gefühl für den Beruf zu bekommen.“ „Alle wollen arbeiten und eigenständig leben“, ist Johann Ertl vom Biberbacher Helferkreis in der Flüchtlingsarbeit überzeugt. Der SPD-Gemeinderat und Unternehmer kümmert sich im Unterstützerkreis um das Thema Arbeit und hat dazu eine Informationsveranstaltung im Rathaus einberufen. Das Interesse der in Biberbach lebenden anerkannten Flüchtlinge war groß, denn vieles ist neu am Arbeitsleben in Deutschland. Das System der Sozialversicherung, was Netto vom Brutto bleibt und warum das so ist, erklärte Ertl mithilfe einer Dolmetscherin.

„Alle sind im Integrationskurs, doch für so komplizierte Dinge reichen die Deutschkenntnisse natürlich noch nicht aus.“ Von der Arbeitsagentur in Augsburg war Levente Kolumban als Ansprechpartner mit dabei. Welche Vorbildung benötigt ein Arbeitnehmer, um in Deutschland in den unterschiedlichen Qualifikationsstufen Arbeit zu finden, war sein Thema. Für Astrid Zimmermann von der Diakonie Augsburg, die sich im Landkreis um die Koordination der Freiwilligen Helfer kümmert, war die Aktion des Helferkreises beispielhaft, freute sich Ertl über Lob von der Fachfrau.

In Biberbach leben zur Zeit fünfzehn Menschen aus Syrien und dem Irak, die gerne arbeiten möchten. In ihrer Heimat waren sie Dachdecker oder Hausmeister, ein Feuerwehrmann ist dabei und auch ein Dolmetscher, andere haben noch keine formelle Ausbildung.

Im nächsten Jahr sollte ein Drittel von ihnen einen Arbeitsplatz haben, nach und nach auch alle anderen, ist Ertls großes Ziel. Einfach wird das nicht werden, vor allem die Sprachbarriere wirft noch große Probleme auf. Darauf hatte auch Arbeitsvermittler Levente Kolumban deutlich hingewiesen. „Doch auch das werden wir schaffen“, sind die Helfer optimistisch. Schließlich haben sie täglichen Kontakt mit den Migranten und wissen, dass ihre Schützlinge mit großer Motivation an alle Herausforderungen herangehen.

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