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Landkreis Augsburg

26.09.2017

Seine Messe ist der Weihnachtshit

Der Komponist Karl Kempter ist nicht zuletzt für seine an Weihnachten gerne aufgeführte Pastoralmesse bekannt.
Bild: Musica suevica

In unserer Serie „Köpfe in unserer Heimat“ geht es dieses Mal um Karl Kempter aus Limbach: Er war Komponist und Kirchenmusiker.

Und wieder einmal ist es ein Künstler aus unserer Region, mit dem wir uns beschäftigen wollen. Leider ist er wohl nur Musikkennern ein Begriff, Karl Kempter aus Limbach bei Burgau, ein Vierteljahrhundert lang Organist in Augsburg und Komponist der sehr melodischen Pastoralmesse in G-Dur, die heute noch häufig in der Christmette zu Weihnachten in unserem Landkreis aufgeführt wird.

Ein Talent an der Orgel

Geboren ist der in Fachkreisen als bedeutend geltende Komponist am 17. Januar 1917 als siebtes Kind eines eher ärmlichen Lehrerehepaars im Schulhaus des Dorfes Limbach. Der Vater erkannte früh die Begabung des Jungen und bemühte sich daher, ihm eine solide musikalische Grundausbildung zukommen zu lassen. Dabei stellte sich schnell sein großes Talent an der Orgel heraus.

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Zur weiteren Ausbildung kam der zwölfjährige Karl Kempter nach Augsburg zu Michael Keller, dem Chorregenten und Organisten an St. Ulrich und Afra in Augsburg. Neben Orgel wurde er dort in Gesang, Klavier und Komposition ausgebildet. Schon bald galt das künstlerische Hauptaugenmerk Kempters der Kirchenmusik.

Kempter legte steile Karriere hin

Mit 18 Jahren avancierte der junge Mann zum Organisten an St. Ulrich und Afra. 1839 wechselte sein Lehrer und Gönner Keller als Kapellmeister in den Augsburger Dom. Die frei gewordene Stelle in St. Ulrich und Afra übernahm Kempter – mehr als bemerkenswert für einen 20-Jährigen. Zu dieser Zeit begann Kempter auch mit dem Komponieren.

1841 heiratete Kempter die Tochter eines österreichischen Offiziers. Aus der Ehe gingen ein Sohn und zwei Töchter hervor.

Zwischen 1843 und 1867 war Kempter Mitglied der Augsburger Liedertafel, für die er auch komponierte, unter anderem eine Huldigung an den berühmten Komponisten Felix Mendelssohn-Bartholdy. Es folgte Oratorien und Messen. Mittelpunkt seines Wirkens war allerdings die Förderung des Volksgesangs in den Gottesdiensten. Seine bekannte Pastoralmesse in G-Dur wurde im Augsburger Dom 1851 uraufgeführt. Sie gehört bis heute zu den meistgespielten Messen während der Weihnachtszeit in der Region Augsburg und darüber hinaus.

Ab 1865 hatte Kempter als Domkapellmeister das höchste kirchenmusikalische Amt Augsburgs inne. Und Papst Pius IX ernannte ihn zum Ehrenmitglied der kirchenmusikalischen „Academica Caecilia“.

Bis zum Tod mit der Heimat verbunden

Die späteren Jahre seines Lebens waren von familiären Schicksalsschlägen und Krankheiten geprägt. Nach einem Nervenleiden sowie einer Lähmung infolge eines Schlaganfalls und den Verlusten seiner Frau und seiner jüngsten Tochter war er derart körperlich seelisch angeschlagen, dass er am 12. März 1871 verstarb.

Seiner Heimat Schwaben blieb Kempter Zeit seines Lebens treu – von nur kurzfristigen Besuchen in Österreich, der Schweiz, Tschechiens und Ungarn abgesehen. Auf dass der Komponist und Mensch Kempter nicht in Vergessenheit gerate, gründete der Burgauer Bernhard Löffler 2008 die Karl-Kempter-Gesellschaft. Sie will Leben und Werk des Komponisten erforschen und bekannter machen.

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