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Biberbach

11.09.2019

Seit 100 Jahren heißt das Bier in Biberbach Hasen-Bräu

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2 Bilder
Ein Gasthaus feiert 100 Jahre Verbundenheit mit dem Augsburger Brauhaus: (von links) Sven Rießbeck, Jürgen, Nadine, Matthias, Irene und Luise Seiler. 
Bild: Sonja Diller

Der traditionsreiches Huckerwirt hält Hasen-Bräu seit zehn Jahrzehnten die Treue. Ein Blick in die Wirtshausgeschichte bringt so manche Anekdote ans Licht.

Seit hundert Jahren trinken die Gäste beim Huckerwirt in Biberbach das Bier der Augsburger Hasen-Brauerei. Einige Millionen Halbe gingen in der langen Zeit sicher über den Tresen, ist sich Verkaufsdirektor Sven Rießbeck sicher. Der hochrangige Brauerei-Mitarbeiter gratulierte den Wirtsleuten Irene und Jürgen Seiler und überreichte eine Urkunde zum bemerkenswerten „Bierbezugsjubiläum“. Nur gut 30 dieser Urkunden hängen in Gastwirtschaften, die schon über 100 Jahre Kunden beim selben Brauhaus sind.

Zum Jubiläum hatten Wirtstochter Nadine gemeinsam mit ihrer Großmutter Luise die Familiengeschichte unter die Lupe genommen und war auf die Suche nach fast Vergessenem gegangen.

Der Durst war lang

Dabei waren sie auf Bilder früherer Besitzer und Bücher gestoßen, in denen genau aufgelistet ist, was beispielsweise einst die Gäste einer Beerdigungsgesellschaft an Würsten verspeisten und wie viele Seidel Bier sie auf den Verstorbenen tranken. Verraten sei so viel: Der Durst war lang vor den Zeiten des alkoholfreien Bieres weitaus größer als heutzutage. Die Fundstücke aus dem Familienbesitz wurden zu einer kleinen Ausstellung im Eingangsbereich des Gasthauses zusammengetragen.

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Lange zurück reicht die Geschichte des Wirtshauses im Schatten der Biberbacher Wallfahrtskirche. 1766 taucht der Huckerwirt als Gaststätte mit Landwirtschaft erstmals in Dokumenten auf. Mit Schnapsbrennerei und Devotionalienhandel fanden die vielen Wallfahrer, die zum Herrgöttle von Biberbach pilgerten, im Gasthaus wohl alles, was des Pilgers Herz und Magen begehrte.

Das Wirtshaus wurde um- und ausgebaut

Lorenz Dirr, der Urgroßvater des heutigen Wirts kaufte Haus und Betrieb 1891. Kinder wurden geboren, Todesfälle durchkreuzten Zukunftspläne, doch es ging immer weiter. Das Wirtshaus wurde um- und ausgebaut. 1969 wurden Stall und Stadel abgerissen, ein Anbau mit Fremdenzimmer und ein Schlachthaus entstanden. Der Bedarf an Gästezimmern stieg, und weitere Räume wurden anstelle des großen Saals und im Dachgeschoss ausgebaut.

1965 heirateten Luise Dirr und Matthias Seiler, überlegten eine Weile und ließen sich dann ein auf das Abenteuer, den Familienbetrieb weiterzuführen. Ruhiger wurde das Leben für die beiden erst 2005, als der gelernte Koch Jürgen Seiler und seine Frau und Hotelfachfrau Irene den Betrieb übernahmen. Moderne Zeiten und gute, alte Traditionen so gut wie möglich zu kombinieren ist ihr Anliegen.

Mit einem schönen Fest für Stammgäste und Weggefährten wurde nun das Bierjubiläum gefeiert. Die „Gloine Gaudi-B’setzung“ des Biberbacher Blasorchesters spielte zünftig auf, und so manch alte Geschichte wurde aufgewärmt. So wie es halt ist am Stammtisch in einer Wirtschaft, die zum Dorf gehört wie die Kirche gleich nebenan.

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