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Gersthofen

21.04.2018

Seit 80 Jahren gehört sein Herz dem Sport

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2 Bilder
Leonhard Schwarz aus Gersthofen ist seit 80 Jahren Mitglied beim TSV Gersthofen.
Bild: Marcus Merk

Porträt Leonhard Schwarz startete mit elf Jahren als Turner beim TSV Gersthofen. Seine Fußballkarriere nach dem Krieg endete abrupt mit einem Unfall. 

 

Gersthofen Leonhard Schwarz war elf Jahre alt, als er in den TSV Gersthofen eintrat und bei der Turnabteilung mitmachte. Auch heute, 80 Jahre später hält der 91-Jährige seinem Verein immer noch die Treue – auch wenn er heute eine körperlich weniger anstrengende Sportart praktiziert. Kürzlich wurde er für seine langjährige Treue mit einer Urkunde des Bayerischen Landessportverbands geehrt.

Geboren ist Leonhard Schwarz auf dem damaligen Gablinger Flugplatzgelände. Doch früh führte ihn der Weg nach Gersthofen. „Ich verbrachte meine Kindheit und Jugend beiden Farbwerken Hoechst, weil mein Vater dort arbeitete und ein Reihenhaus der Firma mieten konnte“, erzählt er. Für den Bub war das „eine wunderbare Zeit, denn ein Sportplatz, die Schule, ein Wald und ein Schlittenhügel waren vor der Haustür.“

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Nach der Schule erlernte er, ebenfalls bei der Firma Hoechst, den Beruf des Maschinenschlossers. „Während der Hitlerzeit war dann weniger das Turnen als Leichtathletik angesagt“, erzählt Schwarz. Nach der Lehre wurde er zum Reichsarbeitsdienst beordert und dann zur Luftwaffe eingezogen. Er geriet in französische Kriegsgefangenschaft und war in Colmar als Minensucher im Einsatz.

In der zweiten Mannschaft des TSV Gersthofen

Nach seiner Rückkehr im Jahr 1946 schloss sich Leonhard Schwarz den Fußballern im TSV Gersthofen an. „Meine beiden Brüder Fritz und Georg waren damals ganz bekannte Fußballer. Als im Jahr 1942 die Gersthofer Mannschaft Pokalmeister wurde, hat Fritz alle drei Siegertore geschossen.“ Leonhard Schwarz selbst spielte vorwiegend in der zweiten Mannschaft.

Ein schwerer Unfall beendete allerdings seine Kicker-Karriere jäh: „Bei einem Pokalspiel im Jahr 1949 in Bäumenheim erlitt ich einen Schien- und Wadenbeinbruch.“ Er besitzt noch immer das vor dem Anpfiff aufgenommene Mannschaftsfoto. Nie wird er den lauten Knall vergessen als die Knochen brachen. „Danach war ich ein Dreivierteljahr krank.“ Seither hat Leonhard Schwarz nie mehr Fußball gespielt. Doch an dieser Sportart hängt der 91-jährige bis heute. „Ich schau mir die Heimspiele des TSV immer noch an.“ Damit verbindet er auch eine große Hoffnung: „Ich wünsche mir, dass Gersthofen wieder aufsteigt.“

Nach dem Krieg arbeitete Leonhard Schwarz 40 Jahre lang bei der Firma Kuka – davon 32 Jahre als Berufsausbilder und schließlich als Ausbildungsleiter.

Schwarz’ Frau Elisabeth war ebenfalls eine aktive Sportlerin beim TSV, machte beim Bühnenschauturnen, Handball und in der zeitweise vorhandenen Theaterabteilung mit. „Kennengelernt haben wir uns aber nicht im Verein“, betont der 91-Jährige.

Seit Elisabeth Schwarz vor mittlerweile 47 Jahren im Alter von 42 Jahren am plötzlichen Herztod starb, lebt er nun allein in seinem großen Haus, das er auch selbst noch in Schuss hält.

Selbst aus Holz gedrechselt

Die Ergebnisse eines seiner vielen Hobbys sind überall im Haus zu sehen: So hat er Uhrengehäuse aus Holz gedrechselt oder auch Rosensträuße aus Eisen geschmiedet. Darüber hinaus ist er ein eingefleischter Sammler. Hunderte Fotos aus seiner TSV-Zeit hat er fein säuberliche in Alben aufbewahrt. Dazu kommen alte Ansichten und Postkarten, die zeigen, wie Gersthofen in den 40-er Jahren und später noch ausgesehen hat, bevor es seine große Entwicklung vom Dorf zur Stadt nahm. Auch zahlreiche Vereinsabzeichen finden sich in seiner Sammlung.

Trotz seines hohen Alters übt Leonhard bis heute einen Sport aus: Seit circa 1963 ist er Luftgewehrschütze im TSV. „Eine ruhige Hand hab ich mir bewahrt. Außerdem schieße ich mit Auflage, das macht es etwas leichter.“ So trainiert er jeden Donnerstag auf dem Schießstand im Untergeschoss des Gasthofs Strasser.

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