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Fußball

21.04.2015

Sensation und Schrecksekunde

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4 Bilder
Da saß die medizinische Abteilung des TSV Meitingen noch ganz entspannt auf der Meitinger Bank. Später wurden Markus Glosauer und Nadine Erdle für einen Günzburger Spieler zu Lebensrettern. 
Bild: Foto: Karin Tautz

Erst muss der TSV Meitingen die erste Saisonniederlage hinnehmen, dann hilft das Betreuerteam mit, einem Günzburger Spieler das Leben zu retten

In Schwaben steht der erste Meister fest! Nein, es ist nicht der TSV Meitingen, der bisher so souverän durch die Bezirksliga Nord gebraust war. Der Spitzenreiter musste im 25. Saisonspiel beim FC Günzburg die erste Niederlage hinnehmen. „Ich habe den Günzburgern hinterher gratuliert, dass sie verdientermaßen die Ersten waren, die gegen uns gewonnen haben“, so Abteilungsleiter Torsten Vrazic nach dem 0:1. „Wir hatten allerdings auch nicht unseren besten Tag.“ Die Niederlage ist jedoch kein Beinbruch. Noch immer beträgt der Vorsprung zehn Punkte.

„Wenn man das Fell schon verteilt, bevor der Bär erlegt ist, dann braucht man sich nicht wundern, dass die Gier auf den Erfolg nachlässt“, hat Vrazic sämtliche Rechnereien und sonstige Planungen ab sofort für die Mannschaft und den Stab für tabu erklärt. „Warum rechnen wir eigentlich? Wir haben alles selbst in der Hand und brauchen nur unsere Spiele zu gewinnen.“

Fünf Minuten vor dem Ende der Partie gab’s noch eine gewaltige Schrecksekunde: Nach einem Zweikampf stürzte der Günzburger Tobias Bader so unglücklich, dass er bewusstlos wurde und die Zunge verschluckte. Sein Mitspieler Ahmet Kayhan und Meitingens Betreuerstab mit Nadine Erdle und Markus Glosauer reagierten blitzschnell und zogen ihm die Zunge aus dem Hals. So war Bader kurze Zeit später wieder wohlauf. Der Günzburger Erfolg geriet trotz des Schocks auch in der sechs Minuten dauernden Nachspielzeit nicht mehr in Gefahr.

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Im Rennen um Platz zwei scheint nun der TSV Neusäß die besten Karten zu haben. Die Truppe von Marco Löring hat ihre Lektion nach dem 0:4-Debakel beim TSV Wemding anscheinend gelernt. Beim 3:0 gegen den FC Ehekirchen pflügten die Lohwaldkicker den Rasen um und leisteten sich keine Fehlzündungen. Dies überließ man am Samstag den Oldtimern, die Betreuer Karl Lenz nach Neusäß gelockt hatte und die in der Pause rund ums Spielfeld tuckerten. Mit den alten Karossen, modernem Fußball, Getränken und Würstl von Sponsor Recycling Finkel und einer Pressekonferenz ging ein gelungener Nachmittag zu Ende.

Auch der TSV Zusmarshausen scheint die 1:3-Heimpleite gegen den TSV Wemding zum Frühjahrsauftakt als warnenden Schuss vor den Bug verstanden zu haben. Seitdem holten die Schützlinge von Trainer Reinhard Brachert aus vier Spielen acht Punkte. Zuletzt gab es ein 2:0 gegen den SV Holzkirchen, einen direkten Mitkonkurrenten im Abstiegskampf. Kein Wunder, dass die Grün-Weißen am kommenden Sonntag mit breiter Brust zum Derby beim SV Cosmos Aystetten antreten.

Die Cosmonauten mussten ihre Serie von acht Spielen ohne Niederlage auf dem Wertinger Judenberg beenden. „Wir waren die ersten 20 Minuten nicht auf dem Platz“, stellte Abteilungsleiter Clemens Blank fest. Die abgezockten Wertinger nutzten dies gnadenlos aus und erzielten bereits in der fünften Minute den einzigen Treffer des Spiels. Torschütze war Christoph Bronnhuber, der in dieser Saison bereits 14 Treffer erzielt hat. Der 24-Jährige, der beim FC Gundelfingen ausgebildet wurde und vor zwei Jahren von der SSV Glött nach Wertingen kam, wird in der kommenden Saison für den designierten Landesligisten TSV Meitingen auf Torejagd gehen.

Die „Mutter aller Derbys“, wie Stefan Molnar, der Abteilungsleiter des TSV Ustersbach, die Partie gegen den SSV Margertshausen bezeichnet hatte, wird es in der kommenden Saison wohl nicht mehr geben. Nach der 3:6-Heimniederlage dürfte sich für die Ustersbacher das Kapitel Kreisliga erledigt haben. Nach vielen Jahren in der Bezirksliga Süd und einigen Runden in der Kreisliga Augsburg muss der Renommierklub aus dem äußersten Westen des Landkreises nächste Saison in der Kreisklasse antreten.

Zu guter Letzt muss natürlich noch die Frage nach dem ersten Meister beantwortet werden. Nach einem 4:0-Sieg beim SV Röfingen konnte der TSV Offingen mit Spielern und Betreuern die Meisterschaft in der Kreisklasse West 2 und die Rückkehr in die Kreisliga West mit den obligatorischen Bier- und Sektduschen feiern. Die euphorischen Fans zündeten auch Raketen und Rauchbomben.

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