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Insolvenz

18.12.2018

Serafin überweist 1,5 Millionen für die Backbetriebe Gersthofen

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„Unserer Hände Arbeit war mehr wert“ steht auf dem Schild, mit dem die Belegschaft gegen die Schließung demonstriert. 
Bild: Bernd Hohlen

Gersthofer Backbetriebe demonstrieren am Dienstag in München. Die Serafin-Zentrale schickt aus Angst vor Übergriffen die halbe Belegschaft heim. 

Die Unternehmensgruppe Serafin hat jetzt für die Beschäftigten der insolventen Gersthofer Backbetriebe kurzfristig 1,5 Million Euro auf ein Treuhandkonto gezahlt. Wie das Unternehmen mitteilt, stehen davon rund 500.000 Euro für den geschuldeten Dezember-Lohn sowie das offene Weihnachtsgeld zur Verfügung. Die angebotenen 1,5 Millionen Euro für die von der Arbeitslosigkeit bedrohten 400 Beschäftigten seien eine freiwillige Leistung und kein Verhandlungsangebot.

Die restliche Million werde in Abstimmung mit der Agentur für Arbeit und dem Betriebsrat verteilt. Das Geld zahle der Treuhänder aus, sobald die Verhandlungen zwischen Insolvenzverwalter und Betriebsrat hinsichtlich eines Sozialplans abgeschlossen seien.

Serafin zeigt kein Verständnis und kritisiert die Gewerkschaft

Mitarbeiter der Backbetriebe haben dennoch am Dienstag vor dem Firmensitz in München protestiert und eine Kundgebung auf dem Odeonsplatz abgehalten.

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Serafin zeigt dafür kein Verständnis und kritisiert die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG). „Der Zuspruch für die Kundgebung scheint aufseiten der Mitarbeiter begrenzt zu sein“, teilt das Unternehmen mit. Maximal 80 bis 100 Leute seien an den Protesten beteiligt gewesen, von denen viele keine Mitarbeiter der Backbetriebe sind, heißt es.

Die Serafin Zentrale hatte gestern aufgrund der Aktionen einen Teil der Belegschaft heimgeschickt. „Nachdem es in der Vergangenheit bei Aktionen der NGG schon beinahe zu Handgreiflichkeiten gegenüber der Geschäftsleitung der Gersthofer Backbetriebe gekommen ist, mussten wir unsere Kollegen schützen und ihnen die Möglichkeit geben, von zu Hause aus zu arbeiten“, lautete die Begründung.

Philipp Haindl, Gründer von Serafin, bedauert die Schließung sehr. „Doch die Verluste, die das Unternehmen zuletzt hinnehmen musste, waren leider zu hoch“, sagt er. Ein Unternehmen müsse ausreichend Geld erwirtschaften, um die Löhne der Mitarbeiter bezahlen zu können. Das sei leider nicht mehr möglich gewesen, da die Umsätze zu stark eingebrochen sind. (thia)

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