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Neusäß

09.06.2015

Sex in der Titania Therme - Schlechte Ausrede vor Gericht

Im Titania in Neusäß hatte sich ein junges Paar vergnügt. Jetzt muss es vor Gericht erscheinen.
Bild: Florian Ankner, Symbolfoto

Weil sie in der Titania Therme Sex hatten, standen ein junger Mann und seine Freundin vor Gericht. Der 18-Jährige gab an, ihm sei "nur die Badehose heruntergerutscht".

Dass sie den Begriff „Erlebnisgrotte“ im Neusässer Titania etwas zu wörtlich genommen haben, hatte am heutigen Dienstag ein juristisches Nachspiel für ein Pärchen: Ein 18-Jähriger und eine 19-Jährige hatten sich am Abend des zweiten Weihnachtsfeiertages in der Therme vergnügt. Ein Bademeister hatte die beiden Betrunkenen bemerkt und sie aus dem Bad geworfen.

"Ich hätte gute Lust, sie drei Tage in den Keller zu stecken", schimpfte Richter Bernhard Kugler in der Verhandlung am Dienstag. Er sei "schockiert" über das Verhalten der beiden vor Gericht. Der junge Mann und die Freundin haben in der Verhandlung am Dienstag sämtliche Vorwürfe bestritten. Das Paar, das in der Therme Sex gehabt hatte, zeigte sich null einsichtig. Die beiden ließen sich auch von keinem Anwalt vertreten.

Letztendlich wurden der 18-Jährige und die 19-Jährige zu Freizeitarrest verdonnert, der junge Mann sogar zu zwei Wochen. Beide müssen außerdem soziale Hilfsstunden leisten. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

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Sex in der Titania Therme - Kamera zeichnet auf

In der Verhandlung, die öffentlich war, sagten zwei Bademeister als Zeugen aus. Beide hatten an dem Tag Dienst, an dem sich das Paar in der Therme schamlos vergnügte. Eigentlich hätte man nicht unbedingt die Polizei gerufen, sagte sie aus. Denn schließlich käme es hin und wieder vor, dass sich Liebende in der Therme näher kommen würden. Aber in dem Fall seien die Bademeister von dem sichtlich betrunkenen Pärchen auch noch übelst beschimpft worden. "Die waren voll alkoholisiert." Kinder im Schwimmbad hätten Flachmänner gefunden.

Zwar bestritten die beiden Angeklagten, dass sie Sex gehabt haben. Der junge Mann behauptete, ihm sei die Hose heruntergerutscht. Doch es gab ein Beweisvideo, das von einer Sicherheitskamera aufgezeichnet wurde. Dieses wurde allerdings unter Ausschluss der Öffentlichkeit in der Verhandlung gezeigt.

Sex in der Öffentlichkeit kann teuer werden

Was für unangenehme Folgen Sex in der Öffentlichkeit haben kann, musste vor einigen Jahren ein Paar in Rennertshofen (Kreis Neuburg-Schrobenhausen) erfahren: Der damals 26-Jährige und seine Freundin vergnügten sich an Silvester 2009 auf der Empore einer Pfarrkirche – und das, während die Kirchengemeinde darunter den Rosenkranz betete. Eine Kirchenbesucherin hatte die beiden in flagranti erwischt, woraufhin das Paar aus der Kirche fliehen wollte. Das klappte nicht: Die beiden liefen schnurstracks dem Mesner in die Arme.

Für das Pärchen war der Liebesakt eine teure Angelegenheit: Die damals 22-Jährige musste 900 Euro Strafe bezahlen, ihr Freund sogar 8400 Euro. Doch damit nicht genug: Der Mann wurde von seinem Dienst als Polizeibeamter zuerst suspendiert und verlor diese Stelle ein Jahr später sogar komplett weil er noch eine Dienstwaffe unterschlagen hatte.

Der Fall hatte damals weltweit für Schlagzeilen gesorgt. Juristisch gesehen ist er jedoch etwas anderes gelagert als der der beiden Teenager in Neusäß. Denn während es sich in der Titania Therme „nur“ um die Erregung öffentlichen Ärgernisses handelt, stellte der Vorfall in Rennertshofen ein Offizialdelikt dar, weil hier die Religionsausübung gestört wurde. Solche Straftaten werden meist härter sanktioniert und müssen nicht zur Anzeige gebracht werden, damit die Polizei ermittelt. In Neusäß hatte sich laut Anklageschrift ein Bademeister am Treiben des Paares gestört. eisl/ina

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