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Welden/Canberra

27.06.2017

Sie forscht an der Zukunft der Solarzelle

Die beiden Öko Energietechnik-Studierenden Valerie Rodin aus Welden und Florian Pfeffer an der Versuchsanlage der Australian National University.
Bild: FH OÖ

Valerie Rodin aus Welden entwickelt in Australien die Photovoltaik weiter. Was die 23-Jährige an der Universität in Canberra herausfinden will.

In Canberra, der Hauptstadt von Australien, ist es derzeit ziemlich kalt. Gerade mal zehn Grad sind für den heutigen Dienstag angekündigt, in der Nacht sind sogar Minusgrade möglich. Kein Wunder: Am anderen Ende der Welt ist gerade Winter. Insofern wäre es vielleicht naheliegender, sich hier, im sommerlich-heißen Bayern, mit Sonnenenergie zu beschäftigen. Valerie Rodin, Studentin aus Welden, verbringt ihre Zeit gerade trotzdem im winterlich-kalten Australien, um dort an der Zukunft der Photovoltaik zu forschen.

Photovoltaik ist mehr als nur blau-schwarze Platten“

Die 23-Jährige studiert Öko-Energietechnik an der FH Oberösterreich in Wels. Für ihre Masterarbeit forscht sie zusammen mit ihrem Kommilitonen Florian Pfeffer seit Mitte Februar an der renommierten Australian National University (ANU). Nach ihrem Abitur am Stetten-Institut Augsburg 2012 hat sich die Weldenerin intensiv mit der Sonnenenergie beschäftigt. Ihre Bachelorarbeit schrieb sie am Fraunhofer-Institut in Freiburg, ebenfalls im Bereich Photovoltaik. Die vielen Einsatzmöglichkeiten reizten sie an diesem Thema, sagt Valerie Rodin: „Photovoltaik ist mehr als nur blau-schwarze Platten auf Hausdächern und Feldern. Gerade im Gebäudebereich kann man Photovoltaik vielseitig einsetzen, beispielsweise mit unterschiedlich gefärbten Modulen als Außenwandverkleidung oder mit Glas-Glas-Modulen, die zur semi-transparenten Verschattung eingesetzt werden können und nebenher auch noch Strom produzieren.“

Ziel: Den Wirkungsgrad der Solarzellen verbessern

Und was machen die beiden Studenten in Canberra? Peter Helmberger, Pressesprecher der Fachhochschule Oberösterreich, erklärt: „Sie versuchen in ihrem sechsmonatigen Praktikum, neuartige Messmethoden für Photovoltaikzellen zu entwickeln, um diese Solarzellen dann gezielt weiterentwickeln und den Wirkungsgrad optimieren zu können.“ Für den Laien klingt das kompliziert. Valerie Rodin erklärt: „Prinzipiell versuchen wir beide in unserer Arbeit, physikalische Mechanismen im Inneren der Solarzellen besser verstehen und messen zu können. Mit diesem neuen Wissen wird es dann möglich sein, die Photovoltaikzellen gezielt verbessern und den Wirkungsgrad steigern zu können.“ Denn: „Die durch Licht erzeugte Energie wird üblicherweise in Form von Strom abgeführt. Wenn das nicht möglich ist, strahlt die Solarzelle Teile dieser Energie wieder ab. Diese Strahlung nennt man Photolumineszenzstrahlung und ist nur mit speziellen Detektoren messbar. In meinem Projekt versuche ich, diese Abstrahlung zu messen und auszuwerten. Je nachdem, wie die äußeren Einflüsse sind, verändert sich das abgestrahlte Licht und auch die Effizienz der Solarzelle.“

Ihre Messergebnisse werden anschließend mit den Ergebnissen von Rechenmodellen verglichen. Die Wissenschaftler können so die Vorgänge in der Solarzelle besser verstehen. „Passen die Messergebnisse mit den berechneten Ergebnissen zusammen, hat man einen Zusammenhang entdeckt und kann damit mit Optimierungsarbeiten in diesem Bereich ansetzen und den Wirkungsgrad der Solarzelle verbessern“, erklärt die junge Energietechnikerin.

Auch das Land reizt die beiden Studenten

Doch natürlich sind die beiden Studenten nicht nur zum Forschen in Australien. „Die ANU ist auch sehr international“, erzählt der 26-jährige Florian Pfeffer. „Unsere Kollegen sind aus der ganzen Welt. Somit bekommen wir nicht nur Einblicke in die australische Kultur.“ Und Valerie Rodin fügt hinzu: „Die Australier zeichnet besonders die Höflichkeit und Hilfsbereitschaft aus – man wird stets mit einem ‚How are you?‘ begrüßt.“ Die Weldenerin bleibt noch bis Ende August in Australien. Wenn sie dann nach Europa zurückkehrt, sind die Temperaturunterschiede zwischen Australien und Europa wahrscheinlich auch nicht mehr so groß.

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