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Fischach

14.08.2018

Sie hat den Kiosk im Naturfreibad Fischach geprägt

Der Kiosk im Naturfreibad in Fischach wird stark von der Pächterin Marianne Koos geprägt. Jetzt nimmt sie Abschied von dem Verkaufsstand.

Seit sieben Jahren versorgt Marianne Koos mit ihrer Familie Badegäste im Fischacher Kiosk mit Eis und Pommes. Warum nun Schluss ist.

Marianne Koos reicht nicht nur Getränke über die Theke. Mit Leckerem bekämpft sie auch den kleinen und großen Hunger bei den Badegästen. Beliebt ist ihr Kiosk mit der gemütlichen Terrasse im Naturfreibad auch als Ort für Kindergeburtstagsfeiern. Dann serviert sie meist die beliebten Seebären-Portionen. Doch mit dem letzten Badesaisontag ist für die Pächterin Schluss. Die 62-Jährige zieht sich aus dem aktiven Arbeitsleben zurück und übergibt die Aktivitäten an einen Nachfolger. Seit sieben Jahren betreibt Marianne Koos mit ihrer Familie den Kiosk mit viel Flexibilität und immer wieder neuen Ideen. Es sei eine gute Zeit gewesen, wenn auch stets mit sehr viel Arbeit verbunden, resümiert sie.

Zu dem Verkaufsstand ist die dritte Bürgermeisterin der Marktgemeinde nach eigenen Worten „wie die Jungfrau zum Kind“ gekommen. 2012 hatte ihr damaliger Chef – sie arbeitete als Verkäuferin bei der Dorfbäckerei Köbler – gefragt, ob sie nicht von ihm den Kiosk im Naturfreibad übernehmen wolle. Das Angebot kam für sie überraschend. Doch sie freundete sich damit schnell an. „Es war vor allem die Herausforderung, die mich reizte“, erzählt sie. „Meine Freundin nannte mir zwar 100 Gründe, diesen Schritt nicht zu vollziehen.“ Doch mit ihrer Tätigkeit im Verkauf wies sie eine solide Basis auf. Bereits nach dem ersten Kiosk-Tag war sie allerdings ernüchtert. „Was habe ich mir da nur angetan, fragte ich mich.“ Fortan war es ihr Ziel, die Badesaison wenigstens so über die Bühne zu bringen, dass sie nicht total scheitere. Doch Marianne Koos kniete sich rein und wuchs mit den Aufgaben. Zudem standen neben einem zuverlässigen Verkaufs- und Küchenteam ihr Ehemann, Töchter und Enkelsöhne helfend zur Seite. Die Anfangssaison ist längst abgehakt. Doch heute noch beschreibt die Pächterin die Arbeit im Kiosk als „Hardcore“. „Die drei bis vier Monate Saison fühlen sich arbeitstechnisch wie sechs oder sieben an“, berichtet sie.

Bis zu 2000 Besucher pro Tag

„Täglich mehr als elf Stunden und das sieben Tage die Woche.“ Hinzu sei die steigende Besucherresonanz des Freibads gekommen. „Am Anfang waren es im Durchschnitt täglich rund 600 Gäste, zuletzt 2000.“ Dies alles sei nur mit einer ausgeklügelten Logistik, einem eingespielten Team und viel Engagement und Einsatz zu bewältigen. „Da gibt es im Sommer nichts anderes, keine Treffen mit Bekannten, kein Shopping mit Freunden.“ Während ihrer gesamten Kiosk-Pacht habe sie sich lediglich einen Tag Auszeit am Staffelsee genommen. „Und da drehten sich alle meine Gedanken nur um den Laden.“

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Dennoch: Bereut habe sie die Übernahme nie. Die positiven Faktoren überwiegen, so Koos mit Nachdruck. „Ich habe viele nette Menschen kennengelernt“, schwärmt sie. Immer wieder freue sie sich auch über strahlende Kinderaugen, vor allem wenn sie mit Pommes und Eis zu ihren Eltern zurückkehren oder Süßes erhalten, auch wenn das von ihnen mitgebrachte Geld nicht ganz ausreicht.“ Oder die vielen Kindergeburtstagsfeiern auf der Terrasse, bei denen es zum Abschluss oft den Kiosk-Renner „Seebären-Portion“ – Chicken Wings, Pommes, Lutscher und Getränk – gibt.

Ein Abschied mit einem lachenden und einem weinenden Auge

Erfreut stellt die Pächterin fest, dass sich im Naturfreibad im Laufe der Zeit eine andere Atmosphäre eingestellt habe. „Früher habe ich ein Kirchturmdenken ausgemacht, nach dem Motto wir aus Siegertshofen, Aretsried oder Willmatshofen. Heute heißt es in der Regel nur noch wir aus der Marktgemeinde.“ Nach dieser Badesaison soll nun für Marianne Koos und ihren Mann ein ruhigeres Leben einkehren, ohne große Verantwortung und Stress. Ihren Abschied vom Kiosk sieht sie mit einem lachenden und weinenden Auge entgegen. „Doch man soll bekanntlich dann aufhören, wenn es am schönsten ist“, bilanziert sie. „Mein Dank richtet sich an alle, die dazu beigetragen haben.“

Der Kiosk gehört der Gemeinde. Dort läuft auch die Suche nach einem neuen Pächter.

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