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Diedorf

05.04.2016

Sie ist die Künstlerin der Zuckerblumen

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2 Bilder
Die Tortenverzierungen von Uschi Faulhaber aus Diedorf sind eine Pracht.
Bild: Manuela Rauch

Uschi Faulhaber aus Diedorf lässt Tortenträume wahr werden - und zeigt das in unserem Back-Magazin „Zuckerguss“

Gänseblümchen, Petunien und kleine Rosen. Uschi Faulhaber hat eine Frühlingstorte gezaubert, die zum Essen viel zu schade ist. Unter dem Blumenbouquet verbirgt sich eine Mandarinen-Buttercreme-Torte. Aus gutem Grund, erklärt sie. „Diese Torte eignet sich hervorragend, um sie anschließend mit Fondant zu überziehen und zu dekorieren.“

Die Zuckerblumen-Künstlerin hat sich mit ihrem Talent längst einen Namen gemacht. Vor allem im Internet hat die Tortenbäckerin zahlreiche Fans. Auf Facebook folgen ihr mehr als 2500 Nutzer, auf der Kochseite Chefkoch.de wurden Faulhabers Rezepte tausendfach geklickt und abgespeichert. Ihre Kreationen schaffen es im Ranking regelmäßig ganz nach oben. Im Netz genießt die Diedorferin Kultstatus, im realen Leben kommen nur Auserwählte in den Genuss der hübschen Leckereien. „Ich backe die Torten als Geschenk“, sagt Faulhaber.

Verkaufen dürfte sie die Kunstwerke auch gar nicht, denn für einen gewerblichen Betrieb gelten strenge Auflagen. Faulhaber ist das egal, sie backt sowieso am liebsten für die Familie und den Freundeskreis. Dafür sitzt sie auch gerne mal 40 Stunden an einem Thema, modelliert Blumen, Figuren und filigrane Verzierungen. Die „Blütenpaste“, ein Zucker-Eiweiß Gemisch, stellt sie selber her. Für die Elastizität mischt sie Carboxy Methyl Cellulose (CMC) dazu, ein Klebstoff, den fast jeder kennt. „CMS ist nichts anderes als Kukident Haftpulver“, erklärt Faulhaber und lacht. Den Magen würde man sich beim Verzehr der bunten Blüten nicht verderben. Doch es wäre eine Schande, die üppigen Blumenbouquets und zauberhaften Figuren einfach so zu vernaschen.

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Die Künstlerin selber hat Vitrinen voller Blumenträume. Lilien, Orchideen und prachtvolle Baccara-Rosen wirken so detailliert und realistisch, dass nur der fehlende Duft sie vom Original unterscheidet. Faulhaber hat die Farbverläufe echter Blüten so lange studiert, bis sie den Ton mit Lebensmittelfarben exakt getroffen hat. Selbst allerkleinste Maserungen des Blattgrüns wurden aus Zucker für die Ewigkeit konserviert.

Was mit der ersten Motivtorte 2009 begann, hat sich zu einer Leidenschaft entwickelt. Heute feilt sie akribisch an ihrer Technik, bildet sich in Kursen weiter und ist ständig auf der Suche nach neuen Trends in Sachen Tortenkunst. Was sie an Werkzeug und Zubehör im Handel nicht bekommt, stellt sie selber her. Aus Silikon formt Faulhaber Schablonen für Blüten, den Rest modelliert sie freihändig.

Oft reicht eine Glückwunschkarte als Inspiration aus, manchmal auch das Motiv einer Serviette. Als der dreijährige Enkel eine Madagaskar-Torte wollte, hatte sie erst einmal den Film schauen müssen. „Ich musste doch wissen, wie die Figuren sich bewegen“, erzählt sie. Giraffe, Löwe und Pinguin stehen heute sicher hinter Glas. Zum Spielen eignen sich die lustigen Tierchen nicht, weiß die versierte Zuckerbäckerin. „Die Kunst ist leider vergänglich. Fallen die Figuren herunter, zerbrechen sie wie Glas in 1000 Stücke.“

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