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Neusäß

21.01.2019

Sie lässt in den Wald hineinlauschen

Veronika Zimmerer entwickelt im Neusässer Lohwald einen Hörpfad.
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Veronika Zimmerer entwickelt im Neusässer Lohwald einen Hörpfad.
Bild: Zimmerer

Veronika Zimmerer hat für den Neusässer Lohwald einen Hörpfad konzipiert. So funktioniert er.

Ein völlig neues Walderlebnis für Spaziergänger sowie Familien: Im Lohwald Neusäß soll ein Hörpfad entstehen, der Menschen ihre Heimat und den Naherholungsraum näherbringt.

Auf einer 1,7 Kilometer langen Rundstrecke gibt es zehn Stationen, an denen mit dem Smartphone altersgerechte Hörtexte abgerufen werden können. Die Kinder führt Lora, das Eichelhäherweibchen, durch den Wald. „In der heutigen Zeit ist der Umgang mit dem Smartphone alltäglich geworden. Mein Ziel ist es, ein breites Spektrum an Besucher anzusprechen und einen Waldlehrpfad zu konzipieren, der etwas anders, moderner ist und gleichzeitig ohne großen Aufwand aktualisiert werden kann“, erklärt die angehende Forstbeamtin Veronika Zimmerer. Sie entwickelt das Angebot. Bürgermeister Richard Greiner freut sich über das Projekt, an dem auch der Bauhof, der beim Aufbau der Stationen und der Beschilderung unterstützt, beteiligt ist.

1985 hatte es schon einmal einen Lehrpfad im Lohwald gegeben, der in den 1990er-Jahren aber zurückgebaut worden war, da die Informationstafeln morsch und verwittert und der Pfad nicht mehr so gut zu begehen war, erinnert sich Greiner.

Veronika Zimmerer hat ihren Bachelor in Forstingenieurswesen sowie anschließend den Master in Forst- und Holzwirtschaft an der TU in München absolviert, bevor sie mit einer staatlichen Ausbildung für den gehobenen Forstdienst an der Forstschule Lohr begann. Diese sogenannte „Anwärterzeit“ dauert ein Jahr und endet mit der Forstinspektorprüfung zu der auch die Erarbeitung eines eigenen Projekts gehört.

Im Rahmen dieser Ausbildungszeit arbeitete Veronika Zimmerer von Dezember 2017 bis Ende April 2018 am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Augsburg. Ausbilder war Thomas Miehler, der als Betreuungsförster auch für den Stadtwald Neusäß zuständig ist und schon länger überlegte, im Lohwald wieder einen Waldlehrpfad anzulegen. Damit war bereits eine gute Grundlage für die Idee zur Abschlussarbeit von Veronika Zimmerer gelegt.

„Es sollte keinesfalls etwas Alltägliches sein“ suchte Zimmerer nach neuen Ideen jenseits der bereits bekannten Waldlehrpfade. Die Anregung, mit QR-Codes zu arbeiten, erhielt sie über einen Bekannten, der Geochaches anlegt sowie auf ihren ausgiebigen Spaziergängen im Stadtpark Lohr, wo es bereits „Hörbäume“ gibt.

Somit ging sie mit viel Elan an die Umsetzung ihres Projekts, das offiziell den Titel „Konzeptionierung eines Waldlehrpfads 2.0 mit Audio QR-Codes im Neusässer Lohwald unter Berücksichtigung der Verkehrssicherungspflicht“ trägt. Insgesamt war der Lohwald für das Projekt geradezu prädestiniert. „Er liegt stadtnah, weist eine hohe Besucherfrequenz auf und liegt unmittelbar neben dem Sportstadion und verfügt man dort über ausreichend Internetempfang, der für die QR-Codes wichtig ist“, erläutert Veronika Zimmerer.

Darüber hinaus gibt es noch weitere Vorteile: Zum einen liegt in unmittelbarer Nähe des Lohwalds eine Seniorenwohnanlage, deren Bewohner den Rundgang barrierefrei erreichen und begehen können. Außerdem gibt es umliegend vier Grundschulen, auf deren Lehrplänen der dritten und vierten Klassen das Thema Wald steht und welche den neuen Hörpfad in Verbindung digitaler Medien bestens nutzen können.

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