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Ehrenamt

11.06.2014

Sie schenken Schwerstkranken ihre Zeit

Im Meitinger Seniorenbüro trifft sich die künftige Hospizgruppe zur theoretischen Ausbildung. Die Praxis wird im St.-Martha-Heim und im Wohnpark Laubenbach absolviert. Unser Bild zeigt: (von links) Annemarie Probst, Almuth Kühn, Anneliese Fischer, Petra Pfisterer, Marie-Luise Funk, Irene Polkehn, Mandy Regis-Lebender, Ute Thies-Käsmayr, Ulrike Müller, Gerlinde Tengler, Gundula Bröcking und Franz Mach.
Bild: Stefanie Brand

Elf Teilnehmer absolvieren in Meitingen ihre Ausbildung zum Hospizhelfer

Das Leben bis zum Schluss zu begleiten – das ist der Anspruch, der an Hospizbegleiter gestellt wird. Doch wer traut sich diese Aufgabe zu? In Meitingen absolvieren derzeit elf Menschen die Ausbildung zum Hospizbegleiter. Sie alle haben sich aus ganz unterschiedlichen Motiven dafür entschieden. Petra Pfisterer aus Baar sieht in ihrer künftigen Tätigkeit als Hospizbegleiterin die letzte gute Tat, die sie einem Menschen tun kann. Gundula Bröcking aus Meitingen absolviert derzeit eine Ausbildung zur Pflegefachhelferin und sieht die Ausbildung zur Hospizbegleiterin als gute Ergänzung. „Ich kann mir durchaus vorstellen, später einmal in einem Hospiz zu arbeiten“, erklärt sie.

„Den ersten Aufruf haben wir im November vergangenen Jahres gestartet“, erinnert sich Irene Polkehn, Geschäftsführerin der ökumenischen Sozialstation Meitingen und Umgebung. Gemeinsam mit Jens Tietböhl vom Meitinger Seniorenbüro startete sie die Suche nach ehrenamtlichen Hospizbegleitern. 18 Interessenten seien letztendlich zu Gesprächen geladen worden. „Wir haben Auswahlgespräche geführt, um herauszufinden, mit welcher Motivation die Interessenten an die Sache herangehen“, erklärt Irene Polkehn. Schließlich sei es falsch, zu denken, sich selbst mit einer solchen Ausbildung therapieren zu können. „Man muss Zeit investieren wollen und können und auch eine starke Persönlichkeit haben“, beschreibt sie die nötigen Grundeigenschaften.

Nicht zuletzt aufgrund der Zeit, die sie sowohl in die Ausbildung als auch in ihre spätere Tätigkeit als Hospizbegleiterin investieren wird, musste sich Marie-Luise Funk aus Ötz (Thierhaupten) über viele negative Meinungen hinwegsetzen. „Ich glaube, in meinem Bekanntenkreis halten mich viele für bescheuert, dass ich neben der Landwirtschaft Hospizbegleiterin werden möchte“, erklärt sie und ergänzt bestimmt: „Aber ich mache das für mich.“ Eine ähnliche Motivation brachte auch Ute Thies-Käsmayr aus Emersacker zur Ausbildung: „Ich arbeite als Lehrerin, habe bereits mit Behinderten gearbeitet und möchte wissen, ob ich auch dieser Aufgabe gewachsen bin. Ich mache das für mich und möchte meine ganz persönlichen Grenzen kennenlernen.“

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Noch stehen alle am Anfang ihrer Ausbildung zum Hospizbegleiter. Doch eins wurde schon in den ersten Kurstagen klar: Die Teilnehmer haben sich bereits zu Beginn offen an das Thema Tod herangewagt. „Ich war wirklich überrascht, dass wir am zweiten Kurstag fröhlich nach Hause gegangen sind“, erinnert sich Ulrike Müller aus Meitingen. Grundsätzlich sei der Lehrplan eine „Herausforderung“, erklärt Franz Mach aus Asbach-Bäumenheim, „doch um mit Leid, Schmerzen und unheilbaren Krankheiten umgehen zu können, bedarf es des richtigen Rüstzeugs“.

Annemarie Probst aus Langenreichen ist beim Blick auf den Ausbildungsplan besonders gespannt auf das Seminar mit dem Humortherapeuten Markus Proske. Neben ihm konnte Irene Polkehn bei der Konzeption der 80 Theoriestunden auch eine Psychologin, einen Allgemeinmediziner mit Palliativausbildung, eine Trauerbegleiterin, eine Theologin und andere Referenten engagieren.

Darüber hinaus gab es auch bereits Besuch anderer Hospizgruppen-Koordinatoren. Für die Meitinger Gruppe wird Mandy Regis-Lebender künftig Ansprechpartnerin sein. Die Pflege- und Palliativfachkraft freut sich über die motivierten Gruppenmitglieder und weiß um den Erfolg, der erzielt werden kann: „Wenn die Kursteilnehmer durchhalten und wir zur gefestigten Gruppe werden, werden wir auch Freude bei den Gruppenabenden haben.“

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