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Steppach

01.10.2019

Siegfried Schmid will den TSV Steppach fit machen

Siegfried Schmied packt beim TSV Steppach an.
Bild: Jutta Kaiser-Wiatrek

Der TSV Steppach will in eine neue Zukunft aufbrechen. Mit anpacken soll ein alter Bekannter, der einst beim TVA mit einem Fitness-Tower für Furore sorgte.

Der große Umbau beim TSV Steppach hat begonnen. Einer, der auch anpackt, ist Siegfried Schmid. Vor vielen Jahren ist er der Liebe wegen in die Schweiz ausgewandert, jetzt bringt sich das langjährige Vereinsmitglied wieder aktiv in den Verein ein.

Warum Sind Sie heute aktiv dabei?

Siegfried Schmid: Eigentlich sollte ich, beziehungsweise meine Firma, für eine Bandenwerbung gewonnen werden. Bei einem Gespräch mit dem Vorsitzenden Tobias Wiesner erfuhr ich von den schwierigen Umständen, in welchen sich der TSV Steppach befindet und fragte nach, ob ich helfen könne.

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Wie stellen Sie sich diese Hilfe vor?

Schmid: Ich bin heute 70 Jahre, ein älterer Herr, aber immer noch Unternehmer. Zudem verfüge ich bereits über profunde Erfahrung bezüglich des TVA, der sich 1996 in ähnlicher Situation befand. Damals wurde ich als Neumitglied sofort Vorsitzender. Ich hatte dann die Vision vom „Fitness- und Gesundheitstower“.

Wäre Ähnliches in Steppach möglich?

Schmid: Beim TSV Steppach gibt es tatsächlich ähnliche Ansätze, wenn es hier auch nicht ganz einfach ist. Ich habe mich im Vorfeld informiert, viele Gespräche mit Verantwortlichen und Mitgliedern aller Altersstufen geführt. Zusammen mit dem Vorstand des TSV Steppach habe ich den TVA, den TSV Inningen und den Post SV mit deren Vorständen besichtigt und über deren Konzepte gesprochen. Es gibt wirklich gute Vereine in Augsburg.

Was schließen Sie nun daraus für den TSV Steppach?

Schmid: Im Augenblick tut mir zunächst einfach die prekäre Situation leid. Der TSV Steppach ist und bleibt ein toller Verein mit guten Mitarbeitern. Vor allem die Abteilungen funktionieren in sich selber sehr gut. Die unglückliche finanzielle Lage macht die Arbeit natürlich schwer. Jetzt aber sind die Weichen für eine bessere Zukunft gestellt. Die Halle wird saniert und somit kann der Sportbetrieb bald wieder ohne Einschränkungen aufgenommen werden. Dennoch ist die Zukunft damit aber noch lange nicht gelöst.

Was ist weiter zu tun?

Schmid: Es ist dringend erforderlich, dass der Verein auf eine wirtschaftliche Größe anwächst, nur dann kann er in Zukunft überleben. Wir brauchen eine langfristig finanzielle Grundlage.

Wie könnte die Ihrer Meinung nach aussehen?

Schmid: Aus der Erfahrung mit vielen Vereinen wissen wir doch, dass neben den professionellen Anbietern auch die Vereine in Konkurrenz stehen. Ich gehe doch lieber in einen Verein, wo neben dem Sport für Groß und Klein, angeleitet von guten Übungsleitern und Trainern, auch die Geselligkeit stimmt. Es ist Zeit, den Verein wieder zusammen zu führen und alle Interessen zu bündeln.

Was muss also geändert werden?

Schmid: Ich arbeite mit einem tollen Team von begeisterten Mitgliedern, die den Verein wieder in eine solide Zukunft führen wollen. Aus der Tradition heraus sind wir der Zukunft verpflichtet. Ich habe erlebt, egal ob man gewinnt oder verliert, man lernt viel im Sport und Sport verbindet über Generationen und soziale Schichten hinweg. Dabei fühle ich mich nur als Koordinator und Moderator. Das Team befragt den Vorstand, den Vereinsrat, die Abteilungen und die Mitglieder. Wir haben des Weiteren vor allem auch ein offenes Ohr für diejenigen, die noch nicht Mitglied sind, es sich aber überlegen im TSV Steppach nicht nur eine sportliche Heimat zu finden. Dafür haben wir Fragebogen vorbereitet. Vor allem haben wir den Internetblog www.tsv2022 eingerichtet. Dort sammeln wir Meinungen, Ideen und Informationen, die wir in unsere Überlegungen einbeziehen.

Überlegen Sie nochmals einen Tower zu bauen?

Schmid: Ich denke, das entscheide nicht ich. Städtebaulich würde es wohl nicht so gut passen, wie damals beim Turnverein Augsburg. Klar ist aber, der Verein muss wachsen, um den Ansprüchen gerecht zu werden. Ich denke, dass wir eine Baumaßnahme ins Auge fassen müssen, daneben aber gilt es auch die Parkplatzsituation zu lösen. Auch das bestehende Gebäude mit der Gaststätte und den Kegelbahnen muss energetisch saniert und vielleicht ausgebaut werden. Und vor allem für die Fußball-Abteilung müssen endlich mal ordentliche Umkleiden und Duschen hergestellt werden. Sinnvoll wäre noch ein Kraftraum, eine Sauna, Räume für Kurse, für Kinder, für Senioren, für Reha-Sport. Vor allem für ältere Menschen ist ein vielseitiges Programm wichtig, denn es soll ja nicht nur Sport sein, sondern Gemeinschaft. Eben ein Verein.

Sie sprühen nur so von Ideen und Aktivitäten. Was planen Sie nun?

Schmid: Wer mich kennt, der weiß auch, dass ich nicht für lange Debatten zu haben bin. Ich möchte anpacken, sehen und erleben. Wenn die Mitglieder des Vereins sich aktiv beteiligen an der Vision 2022, denke ich, dass der Verein bereits in einem oder zwei Jahren in einer guten Zukunft angekommen sein könnte.

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