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Gersthofen

30.12.2017

Skelett „Otto“ starrt auf Umzugskartons

Freut sich schon auf seinen Einsatz: das Schulskelett „Otto“, der noch in Folie gehüllt im Vorbereitungsraum wartet.
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Freut sich schon auf seinen Einsatz: das Schulskelett „Otto“, der noch in Folie gehüllt im Vorbereitungsraum wartet.
Bild: Andreas Lode

Trotz Ferien herrscht bei der Mittelschule Gersthofen Hochbetrieb: Im neuen Jahr wird der Unterricht im Neubau stattfinden. Doch bis dahin gibt es noch einiges zu tun.

Noch riecht es nach Baustelle, noch sind die Holz- und Teppichböden abgeklebt. Noch kann man sich kaum vorstellen, dass im Neubau der Gersthofer Mittelschule bereits in der zweiten Januarwoche hier der ganz normale Unterricht stattfindet. Doch trotz der Weihnachtsferien herrscht im 30-Millionen-Euro-Gebäude Hochbetrieb. Handwerker, Putzkräfte und die Schulleitung bereiten alles vor, damit der Start im neuen Jahr pünktlich gelingt.

Noch viel Arbeit wartet auf die Helfer

Die Umzugskartons sind gefüllt und haben den zugegeben kurzen Weg vom bisherigen Schulgebäude in den Neubau bereits hinter sich. In den Klassenzimmern und Fachräumen warten sie darauf, von den Lehrern wieder ausgepackt zu werden. Nach drei Jahren Bauphase und einem verzögerten Einzugstermin ist Schulleiterin Sigrid Puschner froh, dass der Umzug noch heuer klappt. Doch den Helfern sitzt die Zeit im Nacken: Zum ersten Schultag, Montag, 8. Januar, soll alles fertig sein. „Der Unterrichtsbetrieb ist sichergestellt, parallel wird dennoch weiter gearbeitet werden“, sagt Puschner.

Die beiden Konrektoren Florian Ostermeier und Rainer Hölzl kümmern sich derzeit um die Installation der 160 Computer und 30 Laptops, die in den drei Computerräumen aufgestellt sind. Auch auf die restlichen Lehrerkollegen kommt noch viel Arbeit zu. „Wir werden uns alle noch um- und eingewöhnen müssen“, sagt Ostermeier. Seit der ersten gemeinsamen Besichtigung habe sich nämlich viel getan.

Schon jetzt sehen die 24 Klassenzimmer, bis auf die Kartons in den Ecken, bezugsfertig aus. Die Ausstattung ist überall gleich: Neben speziell angefertigten Tischen, die sich frei kombinieren lassen und eine Plastikschublade unter der Tischplatte haben, steht am Lehrerpult jeweils ein Dokumenten-Scanner. Durch diesen lassen sich Unterlagen mit dem Beamer an die interaktive Tafel projizieren. „Auf die Tafel lässt sich auch mit normalen Stiften schreiben. Das war mir ein großes Anliegen“, erklärt Ostermeier.

Alte Tische werden nach Kenia verschickt

Während die Klassenzimmer schon voll ausgestattet sind, leert sich nebenan der Altbau. Im Eingangsbereich stapeln sich dort die alten Schulbänke, denn diese werden nach Baringo County in Kenia verschickt, wo eine neue Schule entsteht. Wer sicher dableibt und sich schon auf seinen Einsatz freut, ist Schulskelett „Otto“, das noch in Folie gehüllt im Vorbereitungsraum wartet.

Tibor Sroka vom Gersthofer Bauamt überblickt Gersthofens größtes Bauprojekt und sagt: „Wir liegen gut im Zeitplan, auch wenn alles eng getaktet ist.“ Nach einem Granatenfund, Brandstiftung und der Tatsache, dass bereits vor Einzug zu wenig Platz zur Verfügung steht, wartete ausgerechnet an Heiligabend die nächste unangenehme Überraschung auf die Bauherren: Zwischen Mensa und neuer Dreifachturnhalle floss Wasser aus einem vermutlich angebohrten Rohr durch die Decke. „Deshalb wird in den nächsten vier Wochen eine Trocknungsmaschine laufen“, erklärt Sroka.

Das wird nicht die einzige Lärmquelle sein, mit der die 620 Schüler leben müssen. Parallel zum Unterrichtsbeginn wird das alte Schulgebäude abgerissen. Sroka schätzt, dass der Abbruch rund zwei Monate dauern werde. Fledermäuse könnten diesem Vorhaben einen gehörigen Strich durch die Rechnung machen.

Die Fachleute vermuten, dass sich die Tiere unter dem Dach und in den Jalousienkästen niedergelassen haben. Werde nicht vor deren Brutzeit Ende Februar begonnen abzureißen, müsse mit Verzögerungen gerechnet werden.

Der Platz, versichert die Schulleitung, sei dringend nötig. Dort soll die Außenanlage inklusive Pausenhof entstehen. Bisher kommen die Schüler zwischen den Schulstunden auf dem nahegelegenen Areal des benachbarten Paul-Klee-Gymnasiums unter.

Farbkonzept zieht sich durch das gesamte Gebäude

Den Weg um die Baustelle herum sind die Schüler jedoch gewohnt. Seit zwei Monaten erreichen sie die beiden neuen Schulküchen im Erdgeschoss nur über einen seitlichen Eingang.

„Der Weg durch die Baustelle wäre zu gefährlich“, sagt Hölzl. Nicht nur die bunten Zutaten verleihen dem bisher noch betonlastigen Neubau Farbe. Ein durchdachtes Farbkonzept zieht sich durch das gesamte Gebäude. Von unten nach oben erstrahlen, angelehnt an die Natur, erst grüne Teppichböden, gefolgt von blauen, bis hoch zu den gespannten Sonnensegeln, die in Gelbtönen leuchten.

In den großzügigen Fluren stehen bunte Sitzgelegenheiten. Hölzl erklärt das Konzept dahinter: „So können wir den Unterricht flexibler gestalten, ihn rhythmisieren und auch mal mit Gruppen in den Gang verlegen.“ Insgesamt gebe es aber, betont Rektorin Puschner, zu wenig Platz für die Klassen, die bereits jetzt in den Kunstraum, Musiksaal und in Container ausweichen müssen. „Daher ist mir ein Anbau ein Herzenswunsch“, sagt sie.

Fest stehen neben dem Schulstart zwei weitere Dinge: In der offenen Aula mit 200 Sitzplätzen unterhalb der hellen Galerie soll als erstes Event die Jobbörse stattfinden. „Später kann es hier dann auch Elternabende geben“, so Puschner. Und die Namensgebung ist auch abgeschlossen, denn wie berichtet, wird die Mittelschule nach der Augsburger Ehrenbürgerin Anna Pröll benannt.

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