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Steppach

16.09.2019

So baut sich der TSV Steppach seine Zukunft

Das Gerüst an der Sporthalle des TSV Steppach ist aufgebaut, die Sanierung des Gebäudes in der Nähe des Sandbergs hat begonnen. Rund 1,3 Millionen Euro werden bis nächsten Mai investiert. 
Bild: Marcus Merk

Nach zwölf Jahren Planungen beginnt die Sanierung der Sporthalle am Sandberg. Das soll aber nicht alles sein. Es geht auch um die „Vision 2022“.

Das Gerüst steht, jetzt geht es los: Nach zwölf Jahren Verhandlungen, Absprachen und Planungen ist der TSV Steppach gestern mit einer Auftaktveranstaltung in die Sanierung seiner Sporthalle am Sandberg gestartet. Mit einer Summe von 1,3 Millionen Euro soll bis Mai 2020 das Gebäude energetisch saniert und teilweise auch im Inneren erneuert werden. Und damit nicht genug: Vereinsmitglied Siegfried Schmid verknüpft die Sanierung mit dem Beginn einer Debatte über die Zukunft des Vereins: Es gehe um die „Vision 2022“, die Trendwende zu einem wirtschaftlich überlebensfähigen Verein.

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Es gebe sogar Bereiche, in denen der TSV Steppach nicht nur für den Stadtteil, sondern für ganz Neusäß führend werden könne. Schmid nannte hier den Reha- und den Behindertensport. Zudem sieht er in der Nähe zum Uniklinikum eine neue Klientel von möglichen Vereinsmitgliedern.

Die ganze Familie soll zeitgleich zum Sport kommen

Vereinsleben bedeute, einen Ort lebendig zu erhalten. „Viele Menschen können sich Sport im Fitness- oder im Ballettstudio leisten.“ Die Frage sei, ob sie das auch wollten. Oder ob sie nicht auch Lust auf das gesellschaftliche Leben hätten, das rund um einen Verein entstehen könne. Was Siegfried Schmid vorschwebt: Die ganze Familie soll zeitgleich zum Sport kommen – und ihren jeweiligen Kurs passgenau finden. Dafür sei es aber nötig, in Zukunft nicht allein das Angebot, sondern auch den Standort zu vergrößern. „Da muss ich aber auch schon heute wissen, ob hier am Standort ein größerer Parkplatz, eine Aufstockung der Gebäude oder ein Anbau überhaupt möglich sind“, machte er deutlich.

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Schmid wird beim Projekt „Vision 2022“ von einem Vereinsausschuss unterstützt. Auf der Hauptversammlung des Vereins im Frühjahr hatte sich die Fußballabteilung nicht begeistert von der anstehenden Sanierung gezeigt, da sie selbst keinen Vorteil davon habe. Nun sollen die Fußballer aber in die Gestaltung der Zukunft des Vereins einbezogen werden, versprach Schmid.

„Wer Visionen hat, soll zum Arzt gehen“

Die Stadt Neusäß steht hinter dem Start der Sanierung, machte Bürgermeister Richard Greiner deutlich. Warnte aber zugleich: Visionen und spezielle Wünsche aus den Abteilungen seien nicht das, was jetzt benötigt werde. „Wer Visionen hat, soll zum Arzt gehen“, zitierte er nach seinem Grußwort in kleiner Runde den ehemaligen Bundeskanzler Helmut Schmid. Kompliziert war zumindest die Vorgeschichte der Sanierung: Jahrelang hatte es gedauert, bis sich Stadt und Verein, übrigens der einzige Verein in Neusäß, der eine eigene Halle unterhält, auf die Verteilung der Sanierungskosten geeinigt hatte.

Von den angesetzten 1,3 Millionen Euro kommt nun mehr als die Hälfte von der Stadt, nämlich 740.000 Euro. 147.000 Euro schießt der Bayerische Landessportverband (BLSV) zu, weit über 100.000 Euro würden Vereinsmitglieder und Steppacher aus Spenden, Sonderumlagen und ihren Mitgliedsbeiträgen aufbringen, so Vereinsvorsitzender Tobias Wiesner. Dennoch wird der Verein einen Kredit aufnehmen müssen. Dafür, so hat Bürgermeister Greiner in Aussicht gestellt, werde die Stadt wohl die Bürgschaft übernehmen. Entscheiden wird der Stadtrat in der kommenden Woche.

Eine neue Heizungsanlage kommt dieses Jahr

Die jetzige Halle ist übrigens schon die zweite in der Geschichte des TSV Steppach, die 1888 beginnt, blickte Jiu-Jitsu-Abteilungsleiter Daniel Miller zurück in die Geschichte des Vereins. Die jetzige Halle stammt aus dem Jahr 1983. Bis November sollen das Dach, die Fassade und die Fenster des Gebäudes erneuert werden, so Bauingenieurin Natalie Schüller, die das Projekt begleitet. Anschließend soll das angebaute Flachdachgebäude bis Ende des Jahres saniert sein. Dann folgt die Innensanierung der Umkleiden und der Sanitäranlagen, im Mai 2020 soll die Sanierung abgeschlossen sein. Noch in diesem Jahr soll auch eine neue Heizungsanlage installiert werden.

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