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Landkreis

18.01.2019

So kämpfen die Menschen im Augsburger Land für Bienen

Rund 600 Imker betreuen im Augsburger Land etwa 4500 Bienenvölker. Die Insekten sind für die Bestäubung von Kultur- und Wildpflanzen unersetzlich und tragen zum Erhalt der natürlichen Vielfalt bei. 
Bild: Marcus Merk (Archiv)

Mit einem Umweltklassenzimmer will die Stadt Neusäß dem Insektensterben etwas entgegensetzen. Es ist nicht das einzige Projekt im Augsburger Land.

Schwindende Flächen, Futtermangel, Krankheiten wie die Varroamilbe – das alles setzt den Bienen im Landkreis zu. Mit einem neuen Projekt will die Stadt Neusäß ein Bewusstsein dafür schaffen und den Schutz der Bienen vorantreiben. Die Idee: ein Umweltklassenzimmer, in dem Schüler und Besucher alles über das Leben der Biene erfahren. Am Weldenbahn-Radweg in Ottmarshausen gegenüber des Abenteuerspielplatzes soll der Holzpavillon entstehen.

Daneben ist ein Rundweg geplant, der Besucher an Bienenstöcken und Hochbeeten vorbeiführt und auf eigene Faust erkundet werden kann. Mit der Einrichtung will die Stadt die Umweltbildung vorantreiben. Schulklassen und kleinere Gruppen können sich im Pavillon zum Thema Naturschutz informieren. Auch Veranstaltungen rund um die Biene sind angedacht.

Im Frühjahr sollen die Bauarbeiten beginnen. 110000 Euro hat die Stadt für das Umweltklassenzimmer veranschlagt. 40 Prozent der Kosten werden über Fördermittel gedeckt. Der Landkreis soll das Projekt mit 20000 Euro bezuschussen.

Blühflächen geschaffen und bienenfreundliche Pflanzen gesät

Unter dem Motto „Gemeinsam für die Bienen“ setzt sich die Stadt Neusäß schon länger für den Schutz der Bienen ein. So wurden vermehrt Blühflächen geschaffen und bienenfreundliche Pflanzen gesät. Doch nicht nur in Neusäß wird der Schutz der Bienen vorangetrieben. Auch andere Projekte im Landkreis zeigen, dass das Bewusstsein für die Tiere wächst.

  • Bienenallianz: Um das Artensterben einzudämmen und die bedrohte Insektenwelt zu schützen, gründete sich im Sommer 2018 die Allianz „Augsburger Land blüht – Insekten willkommen“. Behörden und private Vereinigungen haben sich zusammengetan, um Lösungsansätze zu erarbeiten und bestehende Insektenschutzprogramme bekannter zu machen. Die Allianz steht den Gemeinden im Landkreis mit fachlicher Beratung zur Seite und hilft bei der Umsetzung von Projekten.
  • Blühflächen: Im Augsburger Land wurden bereits zahlreiche Blumenwiesen angelegt, die den Bienen als Nahrungsquelle dienen. Einige davon befinden sich im Landensberger Forst bei Zusmarshausen. Hier legte der örtliche Forstbetrieb auf insgesamt 4,6 Hektar mehrerer Blühflächen an. Gefördert wurde das Ganze über das Projekt „Der Wald blüht auf“ der Bayerischen Staatsforsten.
  • Bienenlehrpfad: An der Helen-Keller-Schule in Dinkelscherben eröffnete im Mai vergangenen Jahres der erste Bienenlehrpfad an einer bayerischen Schule. Initiiert hat das Projekt Marvin Fogelstaller, Schulleiter des sonderpädagogischen Förderzentrums. Mit Hilfe von Spenden erwarb die Schule ein Bienenvolk, der örtliche Zimmermann half beim Bau der Imkerhütte. Infotafeln führen durch den Lehrpfad, bei dem Kinder alles über das Leben der Biene und das Honigmachen erfahren.
  • Belegstelle: Auch für den Bienennachwuchswird im Landkreis einiges getan. Im Scheppacher Forst, direkt neben der B 10 an der Landkreisgrenze zwischen Glöttweng und Zusmarshausen, befindet sich eine Belegstelle für Bienen. Es ist sozusagen ein Liebesnest für die Tiere. Hier können Imker ihre Völker und unbefruchteten Königinnen anliefern und gezielt begatten lassen. So gelangen die Bienenzüchter an das Reinzuchtmaterial der Carnica-Biene, die am häufigsten bei uns verbreitete Honigbiene. Die Belegstelle im Scheppacher Forst ist eine von fünf in Schwaben. Damit die Rasse rein bleibt, wird jede Anlieferung streng kontrolliert.
  • Bienen im Unterricht: Am Schmuttertal-Gymnasium in Diedorf engagieren sich Schüler im Unterricht für die Bienen. Seit zwei Jahren leitet der Biologie- und Chemie-Lehrer Ralf Zöbelein das Wahlfach „Schulimkerei“. Dafür ließ er sich vom Kreisimkerverband zum Jungimker ausbilden und siedelte zwei Bienenvölker an der Schule an. Gemeinsam erarbeiten die Schüler theoretisches und praktisches Wissen rund um die Themen Bienen, Honiggewinnung, Ökologie und Umweltschutz. Um nicht gestochen zu werden, schlüpfen sie dafür auch in eigene Schutzanzüge.
  • Hobbyimker: Im Augsburger Land kümmern sich rund 600 Imker um 4500 Bienenvölker. Insgesamt sind das 180 Millionen Tieren. Damit leisten die Bienenzüchter einen erheblichen Beitrag zum Erhalt der natürlichen Vielfalt im Landkreis. Denn ihre Bienen sind für die Bestäubung von Kultur- und Wildpflanzen unersetzlich.
  • Volksbegehren: Auch im Landkreis setzten sich Verbände und Gruppen für das Volksbegehren „Rettet die Bienen“ ein. Die ÖDP startete die Initiative zum Schutz der Bienen im vergangenen Jahr. Nun müssen sich bayernweit knapp eine Million Wahlberechtigte in die Listen in den Rathäusern eintragen, um aus dem Volksbegehren einen Volksentscheid zu machen. Die Eintragungsphase läuft von Donnerstag, 31. Januar, bis Mittwoch, 13. Februar.
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