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Landkreis Augsburg

22.07.2020

So kämpft der Kreis Augsburg gegen den Eichenprozessionsspinner

Der Eichenprozessionsspinner ist ein Schmetterling, der einzeln stehende oder kleine Gruppen von Eichen, die gut besonnt sind, besiedelt.
Bild: Marcus Merk

Plus Die giftige Raupe macht im Landkreis Augsburg Probleme. Neben einem Spezialsauger wird jetzt auch der Einsatz von Fledermäusen diskutiert.

 Seit einigen Jahren kämpfen alle Gemeinden im Landkreis mit dem Eichenprozessionsspinner. Der Nachtfalter bildet in einem seiner Raupenstadien Brennhaare aus, die allergische Reaktionen auslösen und für Mensch und Tier gefährlich sein können. In der Sitzung des Verkehrs- und Sicherheitsausschusses der Stadt Stadtbergen erklärte der Leiter des Ordnungsamts Markus Voh: „Wir haben fast an allen Orten vom letzten Jahr wieder einen Befall.“

Der Eichenprozessionsspinner schadet den Bäumen kaum, aufgrund der Brennhaare müssen Gemeinden aber trotzdem aktiv werden. Eine bewährte Methode ist das Absaugen der Raupen. Vor allem im „sicherheitsrelevanten Bereich“, also in öffentlichen Parks oder bei Kindergärten und Schulen müssten die Raupen entfernt werden, so Voh. Beim Kindergarten in Deuringen war die Verwaltung beispielsweise bereits aktiv.

Eichenprozessionsspinner: Stadtbergen hat einen Spezialsauger gekauft

Mittlerweile besitzt Stadtbergen einen eigenen „Spezialsauger“. Davor musste die Entfernung des Spinners von externen Firmen übernommen werden und kostete laut Voh zwischen 600 und 1500 Euro. „Jetzt sind wir flexibler und können das selbst machen“, erklärte der Leiter des Ordnungsamts. Die Anschaffung habe sich gelohnt, betonte auch Bürgermeister Paulus Metz in der Sitzung: „Wir saugen seit Jahren ab.“

Fledermäuse können bei der Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners helfen. Hier bauen (von links) Sophia, Benedikt und Celina Nistkästen für Fledermäuse bei einer Veranstaltung im Umweltzentrum Schmuttertal.
Bild: Andreas Lode

Allerdings gibt es auch andere Möglichkeiten. Stadtrat Thomas Miehler brachte zwei Ideen ins Spiel. Als Naturschützer und Förster kennt er sich mit dem Schädling aus. „Das Ding ist ein Nachtfalter“, betonte Miehler. Fledermäuse könnten deshalb die Kette der Generationen des Spinners durchbrechen, indem sie ihn fressen, bevor er Eier an den Eichen legen kann. Eine Möglichkeit, den Eichenprozessionsspinner auf natürliche Art und Weise zu bekämpfen, wäre also die Einrichtung von Fledermauskästen in der Nähe der betroffenen Bäume. Das Umweltzentrum in Diedorf hat kürzlich ein ähnliches Projekt gestartet.

Helfen Leimringe an den Bäumen gegen den Eichenprozessionsspinner?

Miehlers zweiter Vorschlag ist das Anbringen von Leimringen an den Bäumen, bei denen ein Befall bekannt ist. Die Raupen des Eichenprozessionsspinners schlüpfen an den Ästen im Außenbereich des Baumes und bewegen sich erst später Richtung Stamm. In dieser Phase ihrer Entwicklung bilden sie noch keine Brennhaare aus und sind deshalb völlig harmlos. Spezielle Farbringe, an denen die Raupen auf ihrem Weg Richtung Stamm kleben bleiben, könnten dafür sorgen, dass die Raupen verenden, bevor eine Gefahr von ihnen ausgehen kann.

 

Die Verwaltung nimmt die Vorschläge des Stadtrats dankend an. Vor allem die Installation von Fledermauskästen sollte kein Problem darstellen, sagte Bürgermeister Metz. „Das nehmen wir auf, es werden Kästen gebaut.“ Miehler schlug vor, Schulen und Kindergärten mit in das Projekt einzubeziehen, denn Fledermauskästen seien nicht schwierig zu bauen. Auch Markus Voh betonte: „Das Problem auf natürliche Art und Weise zu lösen ist mir am liebsten.“

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