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Diedorf

07.05.2015

So kann Integration auch klappen: auf der Bühne

Schauspieler Olaf Dröge vom Diedorfer Eukitea (Zweiter von links) leitet die Flüchtlinge beim Theaterworkshop mit an. Die Asylbewerber aus dem Augsburger Land zeigen am Sonntag die Ergebnisse ihrer Probenarbeit.
Bild: Marcus Merk

 Diedorfer Eukitea-Team erarbeitet eine Präsentation mit Flüchtlingen aus sechs verschiedenen Ländern. Was dabei entsteht, bleibt bis zum Sonntagnachmittag spannend

Diedorf Sie lehnen sich aneinander, gehen durch den Theaterraum. Jeweils ein junger Mann führt den anderen nur mit seiner Schulter: Mit szenischer Körperarbeit befassen sich junge Männer im Diedorfer Eukitea an diesem Abend. Theater als Weg zur Integration. Unter Leitung der beiden Schauspieler Raffaella Tempesta und Olaf Dröge erarbeiten Flüchtlinge in einem Workshop ein kleines Programm. Dieses wird am Sonntag, 10. Mai, ab 16 Uhr im Theaterhaus in der Diedorfer Lindenstraße öffentlich präsentiert. Der Eintritt ist frei.

Den jungen Männern im Alter zwischen 16 und 25 Jahren sieht man nicht an, das sie teilweise mehrjährige Strapazen auf der Flucht hinter sich haben. Mit großem Spaß und Konzentration sind sie bei der Sache. Sie stammen aus sechs unterschiedlichen Herkunftsländern, wie Afghanistan oder Syrien, und sind in verschiedenen Unterkünften im Augsburger Land untergebracht.

Die Idee und die finanzielle Unterstützung des Workshops kamen vom Jugendhilfeausschuss des Landkreises Augsburg. Das Eukitea-Team machte bereitwillig mit. „Wir wollten ursprünglich eine gemischtgeschlechtliche Gruppe haben – aber es haben sich keine Mädchen gemeldet“, sagt Olaf Dröge. Nun seien es halt lauter Jungs. „Das Tolle ist, sie sind mit großer Freude dabei und machen alle begeistert mit.“ Zum Beispiel Abdu – sein e gute Laune steckt die anderen immer wieder an.

Bei dieser Workshop-Probe geht es um Körperarbeit. Sehr konzentriert achtet Raffaella Tempesta auf die Bewegungen der Männer, korrigiert sofort: „Ihr müsst darauf achten, dass ihr immer stabil mit beiden Beinen auf dem Boden steht, wenn der Partner versucht, Euch aus dem Gleichgewicht zu bringen“, sagt sie. Gesprochen wird Deutsch, aber auch Englisch, Französisch und Italienisch – was gerade passt. „Wegen der unterschiedlichen Herkunft arbeiten wir weniger sprachlich, sondern wollen eher Bilder entstehen lassen.“ Bis zum Sonntag werden rhythmisch-tänzerische Elemente eingeflochten. Bewusst haben die beiden Kursleiter das Thema des Workshops offengelassen. „Wir wussten ja nicht, wie die jungen Männer agieren“, so Olaf Dröge. Ihre Erlebnisse wollen die Kursteilnehmer nicht so gerne mit den Schauspielern teilen. „Was bei dem Workshop herauskommt, das sehen auch wir selbst erst bei der Präsentation am Sonntag“, sagt Dröge und lacht. „Wichtig ist mir mehr der Weg dorthin. Ohne geringsten Widerstand gehorchen die jungen Akteure den Anweisungen der zierlichen Raffaella Tempesta. „Es hat uns auch überrascht, dass sie sich was von einer Frau sagen lassen.“ Eines sei aber gewiss: Die Präsentation befasst sich direkt und in übertragenem Sinne mit von Widerständen und dem Thema „Weg“. Danach besteht Gelegenheit, mit den Akteuren bei Kaffee und einem Snack ins Gespräch zu kommen.

Dann dürfte der Weg bereitet sein für den nächsten Schritt: ein gemeinsamer Workshop mit Asylbewerbern und deutschen Akteuren.

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