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B17-Baustelle

08.05.2015

So leiden Neusäß und Stadtbergen unter den Staus auf der B17

Dauerstau herrscht derzeit nicht nur auf der B17, sondern auch auf den Ausweichrouten. Vor allem in Stadtbergen und Neusäß müssen Anwohner sehr viel Geduld haben.
Bild: Marcus Merk

Weil die meisten Autofahrer die B 17 meiden, leiden die benachbarten Städte Neusäß und Stadtbergen durch den Durchgangsverkehr. Viele Bürger beschweren sich.

Wer die Laune von Stadtbergens Bürgermeister Paul Metz derzeit in den Keller sinken lassen will, muss nur eines tun: ihn nach der derzeitigen Verkehrslage befragen. „Es ist eine Katastrophe. Alleine wenn ich abends vom Rathaus heim nach Leitershofen fahren will, brauche ich ewig, weil sich schon vor dem Rathaus der Verkehr staut.“ So wie Metz geht es vielen. Denn die Sanierung der B 17 mit den Sperrungen macht das Leben vieler Stadt- und Landkreisbewohner schwer.

Am Schlimmsten war es am Montag zu Beginn der Sperrung der B-17-Auffahrten an der Bgm.-Ackermann-Straße und am Kobelweg. Um 8 Uhr morgens drohte an der Listle-Kreuzung zwischen Kriegshaber und Stadtbergen der totale Verkehrskollaps: In der Hagenmähder Straße beispielseine nicht endende Fahrzeugkolonne, die Menschen kamen massenweise zu spät zur Arbeit.

Staugeplagte Bürger beschweren sich

Bei Metz häufen sich seitdem die Beschwerden von staugeplagten Bürgern: „Bei mir haben sich schon Bauern beschwert weil manche Autofahrer einfach durch ihre Felder fahren. Bei uns in Stadtbergen fahren alle durch, die zwischen der B17 und der B300 unterwegs sind.“ Vor allem in Hinblick auf das Stadtberger Bürgerfest in der nächsten Woche wird Metz Angst und Bange: „Wir möchten, dass die Ampel entlang der Panzerstraße auch am Wochenende in Betrieb ist. Außerdem wäre es mir lieb, wenn auf der Straße Tempo 30 gilt.“

Polizeisprecher Siegfried Hartmann bestätigt: „Die Verkehrsdichte hat in dieser Woche zugenommen, durch den Bahnstreik hat sich die Situation noch weiter verschärft. Momentan müssen wir Geduld haben.“ Vor allem die Anwohner in Neusäß und Stadtbergen müssen nun gute Nerven haben: „Die Leute fahren alle Schleichwege über die Wohnviertel, dadurch steigt die Belastung für die Umlandgemeinden.“ Besonders betroffen sind Leitershofen und Deuringen, da hier viele Diedorfer die Listle-Kreuzung umgehen. Auch im Neusässer Tunnel und auf der Umgehungsstraße stehen derzeit oft die Fahrzeugkolonnen. „Wir sehen jetzt aber auch, welch ein Segen unsere Entlastungsstraße ist“, sagt der Neusässer Bürgermeister Richard Greiner. Ansonsten würde der gesamte Ausweichverkehr durch den Ort fließen. Durch die Sperrung der Neusässer Verkehrsknotenpunkte an der B 17 sei es derzeit aber im Neusässer Osten Richtung Bärenkeller „ungewöhnlich ruhig“, so Greiner.

Generell will derzeit jeder die B17 meiden – die Frage sei aber, ob das so sinnvoll ist, sagt Polizeisprecher Siegfried Hartmann: „Manche Leute nehmen lieber den Stau auf der B17 in Kauf und sind so vielleicht schneller als über den Dauerstau auf den Schleichwegen.“

Kurze Strecken werden zur Staufalle

Vor allem zu Stoßzeiten mache sich die neue Verkehrsbelastung deutlich bemerkbar: „Innerhalb des Berufsverkehrs benötigt man nun zwischen einer halben und einer dreiviertel Stunde länger.“ So sind es oftmals eigentlich kurze Strecken, die zur Staufalle werden. So kann man im Berufsverkehr morgens und abends von Neusäß nach Pfersee gerne bis zu einer Stunde brauchen.

Nach dem anfänglichen Schock scheinen sich viele auf die Situation eingestellt zu haben – tagsüber halten sich die Behinderungen je nach Route in Grenzen. „Am Montag war es schlimm, aber inzwischen brauchen wir nur noch wenige Minuten länger als sonst“, sagt eine Mitarbeiterin eines Stadtberger Pflegedienstes, die den ganzen Tag mit dem Auto zu den Senioren unterwegs ist. Viele sind auch auf das Fahrrad oder auf die Straßenbahn umgestiegen.

Größere Sachschäden hat es laut Hartmann bislang nicht gegeben, es blieb beim Massenstau. Eine Bitte hat der Polizeisprecher an die Autofahrer dennoch: „Wichtig ist, dass die Leute nicht die Nerven verlieren und an die Rettungsgasse denken.“ Diese sei überall, besonders aber im Umkreis des Klinikums wichtig: „Es wäre fatal, wenn Rettungskräfte, Feuerwehr oder Polizei hier nicht mehr durchkommen.“

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