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Biberbach

18.10.2018

So soll die neue Kindertagesstätte aussehen

So soll die Kindertagesstätte in Biberbach nach dem Umbau und der Erweiterung aussehen.
Bild: Plan. Büro Obel

Warum der Anbau in Biberbach auch für die Planer eine spannende Sache ist

Fast überall im Augsburger Land kommen die Kinder schneller als die neuen Kitas. Kein Wunder, dass auch der Gemeinderat von Biberbach in seiner jüngsten Sitzung beim Ausbau mächtig aufs Tempo drückte. Die Projektpläne und Kostenkalkulationen von Architekt Wolfgang Obel wurden gegen zwei Stimmen akzeptiert. Das 2,6-Millionen-Euro-Projekt eines Neu- und Umbaus soll im Frühjahr 2020 stehen. In dem Kinderhaus sollen dann 170 Mädchen und Buben betreut werden.

Das Thema sorgte für eine lebhafte Debatte. Zunächst ging es um die Zuschüsse. Zwar werden die sogenannten Hauptnutzflächen, also die Bereiche, in denen sich die Kleinen künftig austoben dürfen, mit beinahe einem Drittel der Kosten unterstützt. Laut Geschäftsleiter Stefan Behringer sollen dabei 815000 Euro zusammenkommen. Der Architekt riet angesichts der mehr als zweieinhalb Millionen Euro teuren Investition davor, „vor dieser Summe zu erschrecken“. Es werde aber halt gebaut.

Enorme Preis- und Kostensteigerung im Bausektor

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Preis- und Kostensteigerungen beim Bau seien in einer Weise erfolgt, wie er sie in den vergangenen 45 Jahren nie erlebt habe. Bei der Sitzung konnte sich der erfahrene Planer Obel eine grundsätzliche Kritik an den Zuwendungen von Vater Staat nicht verkneifen. Der Mann aus Donauwörth machte deutlich, wie kritisch er dessen Förderungsgebaren sieht. „Da werden große und schier unmögliche Anforderungen hinsichtlich der Betreuung und Unterbringung gestellt, aber die Gegenleistungen fallen eher bescheiden aus – das regt mich furchtbar auf“, schimpfte der sonst eher ruhige Fachmann. Manche Vorstellungen dort seien einfach unrealistisch. „Man unterschlägt zum Beispiel, dass mehr Platz erforderlich ist, etwa weil selbst Sechsjährige auch mal schlafen wollen.“

In der lebhaften Diskussion, bei der Bürgermeister Wolfgang Jarasch neben Behringer auch Protokollantin Ulrike Riß von der Verwaltung an seiner Seite wusste, ging es neben den Kosten etwa für die Außenanlagen in Höhe von rund 140 000 Euro vor allem um Baudetails. Da bekam es wiederum Architekt Obel mit der geballten Bau- und Handwerks-Expertise am Sitzungstisch zu tun. So erwies sich Dritter Bürgermeister Wolfgang Bertele ebenso als Kritiker des Zuschussprogramms wie als Kenner der Hoch- und Tiefbaubranche. Ebenso Franz Bayer, der sich intensiv mit der Dach- und Fassadengestaltung auseinandersetzte. Trespa- oder Faserzementplatten, Kautschuk-Belag und Ausdehnungskoeffizient – zeitweise wirkte die Debatte im Rathaus wie der Diskurs auf einer Fachmesse.

Kindergartenalltag soll trotz Bau weiterlaufen

Es ging aber auch um die Anliegen der Eltern. So bohrte etwa Monika Seiler-Deffner nach, ob denn während der Bauphase der laufende Kindergartenbetrieb unterbrochen oder sogar beendet werden müsse. „Das wollen doch insbesondere die Eltern wissen, damit sie planen können.“ Obels Mitarbeiter Franz Weiß konnte da beruhigen, obwohl er immer wieder durchblicken ließ, dass die Umsetzung des Vorhabens nicht zuletzt aufgrund der Hanglage eine „spannende Sache“ werde. Als kritische Phase könne der Aufzugsbau betrachtet werden. „Wir möchten aber alles so organisieren, dass nichts ausfallen muss“, versuchte der Planer die Bedenken zu zerstreuen. „Wir bauen Schulen mit 1000 Kindern um“, sekundierte Wolfgang Obel. Sicher ist sicher: Notfalls steht auch die kleine Schulturnhalle in der Nähe zur Verfügung. Auf Nachfrage der Gemeinderätin, ob alle Maßnahmen mit der Kinderhaus-Leitung und den Mitarbeitern abgestimmt würden, versicherte der Bürgermeister schließlich: „Wir beziehen alle mit ein, da werden nicht wie in einem Geheimbund Tatsachen festgelegt.“

Was Ratsmitglied Franz Bayer auf den Plan rief: „Der Entscheiderkreis sollte bitte nicht zu groß ausfallen, wir müssen endlich vorankommen.“

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