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Landkreis Augsburg

09.05.2020

So stehen Sportler im Augsburger Land zum Bundesligastart

David Wörle will schnellstmöglich auf den grünen Rasen zurück.
Bild: Reiser

Plus Kicker aus dem Augsburger Land müssen bis zum Ligastart bis zum September warten. Kegel-Nationalspieler Thomas Müller würde andere Berufsgruppen unterstützen.

Während am kommenden Samstag die 1. und 2. Bundesliga wieder den Spielbetrieb aufnehmen, bleiben für Amateurkicker die Fußballplätze weiterhin tabu. Für diese hat der Bayerische Fußball-Verband (BFV) eine Corona-Pause bis 31. August verkündet. Mittlerweile hat der Verband diesen Beschluss auf den Nachwuchsfußball ausgeweitet. Auch bei den Junioren soll die Saison nicht abgebrochen, sondern möglichst im September fortgesetzt werden.

Nach der erfolgten Freigabe durch Bund und Länder für die sogenannten Geisterspiele fiebert ein Teil der Fußballfans dem Start entgegen, andere wiederum empfinden die Wiederaufnahme des Profi-Spielbetriebs als Frechheit. Wir haben uns dazu bei Sportlern im Landkreis umgehört.

„Es gibt nichts besseres, als mit Freunden Fußball zu schauen“

„Ich finde es gut, dass die Bundesliga wieder los geht, denn es gibt nichts besseres, als mit Freunden Fußball zu schauen“, sagt David Wörle, Stammgast in der Fankurve der Ulrich-Biesinger-Tribüne beim FC Augsburg, der mit einem Heimspiel gegen den VfL Wolfsburg startet. „ Ich wäre zwar lieber im Stadion, aber das funktioniert heuer wahrscheinlich nicht mehr“, so der Torjäger des A-Klassisten SV Wörleschwang. Er wäre dafür, dass man in den Gegenden, in den das Virus kaum mehr vorkommt, durchaus wieder mit dem Fußball anfangen könnte. „Wenn ich mir die Zahlen im Landkreis Augsburg so anschaue – da ist ja fast niemand mehr infiziert.“ David Wörle will daher schnellstmöglich auf den grünen Rasen zurück.

Ein großer Fußballfan ist auch Benedikt Schmoll.
Bild: Reiser

Ein großer Fußballfan ist auch Benedikt Schmoll. Oft ist er in den Stadien der Bundesliga unterwegs und auch im Fernsehen lässt er kaum ein Spiel aus. Für ihn gibt es allerdings Unterschiede. „Bei den Profis ist es der Beruf und bei uns ist es nur Hobby“, meint der Kapitän des SV Cosmos Aystetten, der sich mit seiner Mannschaft gerade auf Aufstiegskurs Richtung Landesliga befindet. „Trotzdem möchte ich möglichst bald mit meinen Teamkollegen wieder kicken oder zumindest trainieren.“

Amateure und Profis sollten gleich gestellt werden

Anil Zambak findet es unfair, dass die Bundesliga wieder spielen darf. „Eigentlich sollten wir Amateure gleich gestellt werden wie die Profis“, sagt der Spielertrainer des TSV Leitershofen. Im Amateurbereich seien ja auch keine Großveranstaltungen zu erwarten. „In der Kreisklasse hat man keine 1000 Zuschauer“, weiß er aus Erfahrung. Trotzdem wir er sich natürlich die Bundesligaspiele anschauen. „Nachdem man ja sowieso zu Hause ist, bleibt einem wohl leider nichts anderes übrig“, glaubt Zambak, dass dies wohl für eine breite Mehrheit gelten wird.

Anil Zambak findet es unfair, dass die Bundesliga wieder spielen darf.
Bild: Reiser

Dass sein Namensvetter vom FC Bayern München schon nächste Woche wieder spielen darf, empfindet Thomas Müller als bodenlose Frechheit. „Als wenn wir in der jetzigen Zeit keine anderen Probleme hätten, wie am Samstag um 15.30 Uhr diese Bundesliga zu sehen. Anstatt dieses Millionengeschäft der überbezahlten Fußballprofis zu retten, sollte man lieber den Einzelhandel, die Gastronomie und Leute unterstützen, die den Betrieb in Deutschland seit Wochen am Laufen halten“, wettert der Kegel-Nationalspieler, der sich mit seiner im Oktober geborenen Tochter gerade auf Heimatbesuch in Meitingen befindet.

Einige Stunden vor der Glotze

Als vor Corona der Spielbetrieb in den Bundesligen noch in normalen Bahnen verlief, hat Christoph Nowak mitunter zwei oder drei Spiele an einem Wochenende live im Stadion verfolgt. Die Geisterspiele im Fernsehen wird sich Nowak ab der nächsten Woche als Fußball-Fan natürlich anschauen. „Einige Stunden vor der Glotze werden da aber sicherlich zusammenkommen“, schmunzelt der Holzheimer.

Thomas Müller ist gerade auf Heimatbesuch in Meitingen.
Bild: Reiser

Insgeheim hat Nowak die Hoffnung, dass sehr bald etwas mehr als die derzeit knapp 300 erlaubten Menschen (Spieler, Trainer, Betreuer, Physiotherapeuten, Mediziner, Journalisten etc.) in die Stadien gelassen werden. Kontakte zu den Profis sind für den 46-Jährigen besonders wichtig. Der Vorsitzende der SSV Dillingen ist beruflich für die Firma POPE’s tätig und stattet als sogenannter „Chief Operating Officer“ Goalkeeper mit Torwarthandschuhen aus. (mit her)

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