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Gersthofen

12.01.2021

So trotzt das Gersthofer Jugendorchester Corona

Die Musiker des Jugendorchesters Gersthofen gibt's heuer auch als Adventskalender.
Bild: Peter Rothmund

Plus Das Jahr der Musiker wurde durch die Pandemie gehörig durcheinandergerüttelt. Nun ziehen sie Bilanz.

Ein Klarinettentrio und ein Klarinettenquartett wurden jeweils Verbandssieger in ihrer Altersklasse beim Allgäu-Schwäbischen Musikbund. Mit dem Prädikat ‚mit ausgezeichnetem Erfolg‘ wurden sie zum Landesentscheid des Kammermusik-Wettbewerbs Concertino 2019/2020 des Bayerischen Blasmusikverbandes weitergeleitet; doch diese letzte Runde auf bayerischer Ebene konnte coronabedingt leider nicht mehr ausgetragen werden. Die Teilnahme einer Abordnung des Jugge an der Kinder-KOLLA war dann der letzte reguläre Auftritt vor der aufkommenden Corona-Pandemie.

Bei der Mitgliederversammlung betonte musikalischer Leiter Maximilian Hosemann, wie wichtig das Ensemblespiel bei Wettbewerben für die musikalische Entwicklung der jungen Musiker sei. Vorsitzender Andreas Landau hob insbesondere hervor, wie erfolgreich das Jugge als reines Jugendorchester sei und zwischenzeitlich erfreulicherweise 185 aktive Musiker umfasse. Zudem wurde der Vereinsausschuss neu gewählt.

Auf Online-Unterricht umgestellt

Auf Grund der Pandemie wurde der Instrumentalunterricht schnell und flexibel von Präsenz- auf Online-Unterricht umgestellt. Die Orchesterproben hingegen mussten phasenweise komplett ausgesetzt werden. Traditionelle Veranstaltungen, wie die musisch-kulturelle Werkwoche und das Galakonzert, mussten schweren Herzens abgesagt werden. Stattdessen boten Musiker ihre ersten Online-Konzerte an: Das der Jüngeren stand unter dem Motto "Musik von zu Hause für zu Hause", das der Älteren unter dem Motto "Jugge-Offbeat - In A Galaxy Far, Far Away". Zudem nahm man erfolgreich auf Facebook an der Challenge "Wir Musikanten, vereint durch Spiel und Gesang, sind verbunden – trotz Corona – ein Leben lang; #stay at home" teil.

Beim Tag der offenen Tür trotzte man ebenfalls der Krise und bot ihn als "Jugge Open Online" virtuell an. In Kurzvideos wurden die verschiedenen Blasinstrumente auf der Homepage des Orchesters vorgestellt. Darüber hinaus erfuhren Interessenten via Internet viel Wissenswertes über den Verein, die Lehrer und das Ausbildungskonzept. Zum Schuljahresende verabschiedete sich Klavierdozent Thomas Kaiser mit einem Schülervorspiel in den Ruhestand. Herzlich begrüßt wurde seine Nachfolgerin Gabriella Türk, die ihren musikalischen Einstand gab.

Bei Gersthofer Stolperstein-Verlegung gespielt

Die erstmals in Gersthofen stattfindende Stolpersteinverlegung konnte trotz Corona von einem Klarinettenquartett musikalisch umrahmt werden.

Besonders groß war die Freude beim Jugge über einen ersten Preis beim Jugendkulturpreis, der vom Landkreis Augsburg ausgelobt worden war. Thema war "Protest - für was lohnt es sich zu kämpfen?". Die Jury würdigte den Beitrag über die interkulturellen musikalischen Begegnungen des Jugge, mit denen das Orchester immer wieder Zeichen gegen Ausgrenzung und Fremdenfeindlichkeit setzt. Das Preisgeld wurde teilweise für einen Ausflug in den Europa-Park nach Rust verwendet. Beim gemeinsamen Abschluss dieses turbulenten Schuljahres wurde so die Gemeinschaft innerhalb des Orchesters gestärkt.

Bläserklasse neu gebildet

Erfreulich war, dass auch zu Beginn des neuen Schuljahres wieder eine Bläserklasse neu gebildet werden konnte. In der Bläserklasse erlernen die Kinder ein Instrument bei einem Instrumentallehrer und musizieren parallel von Anfang an zusammen in ihrem kleinen Orchester. Ebenfalls erfreulich war, dass das Jugge-Offbeat, in dem über 18-jährige Musiker eigenverantwortlich organisiert sind, auf inzwischen 22 Musizierende angewachsen ist.

In der Adventszeit überraschte das Jugge mit einem musikalischen Adventskalender, bei dem man täglich auf der Homepage ein musikalisches Türchen öffnen konnte. Der digitale Kalender war ein kleiner Trost für die ausgefallenen musikalischen Veranstaltungen in der Vorweihnachtszeit und erfreute sich großer Beliebtheit.

Die Pandemie ist allgegenwärtig, und keiner kann Corona entfliehen. Nicht nur für das Jugge war es ein forderndes Jahr. Man arrangierte sich mit der Pandemie, machte das Beste daraus und lernte, sich flexibel in neuen Situationen zurechtzufinden. Allen Widerständen zum Trotz versuchte man immer, den Takt wiederzufinden. (AL)

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