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Ellgau

23.08.2018

So viele Bulldogs kamen noch nie

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Sie waren nicht zu überhören: Viele alte Traktoren nahmen an der Ausfahrt durch das Dorf und aufs Feld teil. Insgesamt durch Ellgau gefahren sind 189 alte Fahrzeuge.

 Beim Oldtimer-Treffen tuckern 177 Traktoren in den Ort. Zu bestaunen gibt es viel: Gezeigt wird das Mähen, das Heuwenden – und auch das Mosten

Da staunten die Organisatoren des 12. Ellgauer Bulldogtreffens nicht schlecht. Trotz eines grauen Himmels am frühen Morgen, wurde am Nachmittag ein neuer Besucherrekord aufgestellt. 189 alte Fahrzeuge ließen sich an der Anmeldung registrieren, darunter drei Oldtimerautos, neun Mopeds oder Motorräder und 177 Bulldogs.

Die Bulldogfreunde des Obst- und Gartenbauvereins Ellgau hatten sich ein Programm ausgedacht, bei dem die verschiedenen Entwicklungsstufen von der Handarbeit bis hin zur Mechanisierung in der Landwirtschaft aufgezeigt wurden. Diesmal legten sie das Augenmerk auf das Mähen von Gras zur Futtergewinnung für das Vieh.

Ulrich Schädle und Rudolf Wenninger schwingen die Sense

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Jahrhundertelang geschah dies mit der Sense und reiner Muskelkraft – und genau das zeigten Ulrich Schädle und Rudolf Wenninger auf einer Wiese neben dem Festgelände.

Viel leichter ging dieser Arbeitsschritt, als man die ersten, von Vieh gezogenen Mähmaschinen einsetzte. Es waren zwar zwei Arbeitskräfte nötig, denn vorneweg musste eine Person die Tiere führen und hinten drauf saß einer, der das Gerät bediente. Dennoch war die Arbeit weniger mühevoll. Für die Fortbewegung nutzte man seinerzeit Ochsen oder Kühe. Reichere Bauern konnten ihre Pferde einspannen. Durch den Antrieb bewegte sich das Mähmesser hin und her und schnitt das Gras ab. Erwin Landherr und Martin Koch, die solch ein altes Gerät geschenkt bekamen, bauten es so um, dass man es mit Traktorantrieb benutzen konnte, um es den Zuschauern zu präsentieren.

Das Gerät der Firma Epple und Buxbaum, einer früheren Augsburger Maschinenfabrik, ist rund 100 Jahre alt. Gezogen wurde es bei der Vorführung vom 15 PS starken Traktor D 315 AE des Herstellers Hela Hermann Lanz Aulendorf aus dem Jahr 1958 im Besitz von Martin Koch.

Eine wesentliche Erleichterung brachten nach dem 2. Weltkrieg die Traktoren mit Mähbalken, die nur noch eine Arbeitskraft erforderten. Ulrich Schädle demonstrierte mit seinem Bulldog Kramer KL 300 diesen Fortschritt in der Landwirtschaft. Der Traktor aus dem Jahr 1962 verfügt bereits über 28 PS. Im Anschluss daran zeigten die Bulldogfreunde noch wie man mit einem alten Gabel-Heuwender Gras aufschüttelt, um es an der Sonne zu trocknen.

Bei weiteren Vorführungen wurden zwei verschiedene Mostpressen gezeigt, wovon das eine Modell von Robert Steinbeiß mit Wasserdruck funktioniert. Das andere Gerät ist eine mobile Mostpresse, bei der die Äpfel zunächst mit Steinwalzen zerkleinert werden und anschließend der Saft mit einer Spindelpresse von Hand ausgepresst wird.

Frischer Apfelsaft konnte gleich probiert werden

Der frisch gepresste Apfelsaft konnte an Ort und Stelle probiert werden. Das Programm wurde abgerundet von den Vorführungen von Johann Bürger aus Nordendorf, der mit der Motorsäge schöne Kunstwerke wie Blume, Axt oder Schuh aus Holz zauberte.

Die vielen Traktoren, die gekommen waren, fanden auf der schönen Streuobstwiese der Familie Schädle und auf einem benachbarten Grundstück Platz. Das älteste Fahrzeug des Tages war das Motorrad Zündapp DBK 200 mit Seitenwagen der Marke Steib LS 200 mit sieben PS, Baujahr 1937 von Roland Hirschbeck aus Ehingen, gefolgt vom Lanz D 7506 mit 25 PS von Karl Radmiller aus Druisheim, Baujahr 1941. Ebenfalls aus den 1940er Jahren stammt der 11er Deutz des Hausherrn Ulrich Schädle, Baujahr 1948 mit 11 PS und gleich drei Allgaier-Traktoren aus dem Jahr 1949, allesamt aus Nordendorf. Durch seine opulente Größe aufgefallen ist der Claas Mähdrescher, Baujahr 1962 mit 28 PS starkem Benzinmotor von Fred Widmann aus Rehling.

Viele der Traktoren beteiligten sich bei der Ausfahrt durchs Dorf und wurden von den Zuschauern bewundert. Beim Einsatz auf einem Stoppelfeld in den Lechauen wurde noch nach Herzenslust geackert, bevor sich alle wieder auf dem Festgelände einfanden. Begleitet von den Klängen der Bulldogblosn des Musikvereins Ellgau wurden die Gäste vom Küchenteam des Obst- und Gartenbauvereins unter der Leitung von Josefa Zwerger kulinarisch verwöhnt.

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