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Welden

09.09.2019

So wird man 100: Nur nicht locker lassen

Elisabeth Gerblinger feierte ihren 100. Geburtstag.
Bild: Foto: Michaela Krämer

Elisabeth Gerblinger feiert ihren 100. Geburtstag im Seniorenzentrum in Welden. Warum sie auf ein Glas Bier am Abend schwört

Es ist schon etwas ganz Besonderes, 100 Jahre alt zu werden. Elisabeth Gerblinger konnte dieses Jubiläum feiern. Ihren Ehrentag verbrachte sie bereits am vergangenen Sonntag im Kreis ihrer Familie mit 34 Menschen im Vitalis Seniorenzentrum St. Thekla. Seit März dieses Jahres lebt die rüstige Jubilarin in dieser Einrichtung. Sie ist immer noch recht fit, freuen sich ihre Tochter Renate Kaiser und Schwiegertochter Erna Gerblinger.

Es liegt an ihrer Präsenz, ihrem klaren Blick, ihren strahlenden Augen, wenn sie auf ihr Leben zurückblickt und was ihr Leben so abwechslungsreich gemacht hat: Das Reisen! Nichts und niemand konnte sie aufhalten, wenn sie nach Österreich in die Berge gefahren oder nach Israel gereist ist. Mit 90 machte sie noch eine Schiffsreise, mit 94 besuchte sie alleine die Insel Korsika. Kein Wunder, dass sie jetzt im Senioren-Zentrum einen Handsender trägt. „Ich werde immer beobachtet, wenn ich das Haus verlasse“, verrät sie und lächelt ein bisschen schelmisch. Dabei dient der Sender nur zu ihrer Sicherheit, sagt ihre Tochter. „Sie könnte ja auch einmal zu Sturz kommen.“

Geboren in Schlesien

Geboren ist Elisabeth Gerblinger am 1. September 1919 in Rosenberg in Schlesien. Aufgewachsen und zur Schule gegangen ist sie in Kuhnau (Schlesien). Während des Krieges arbeitete sie als Krankenschwester beim Roten Kreuz, erzählt sie. Dort hat sie auch ihre große Liebe kennengelernt. Zwei Kinder hat sie zur Welt gebracht, einen Sohn und eine Tochter. 1942 ist sie zu ihrer Schwester nach Emersacker gezogen. In dem Haus, das sie mit ihrem Mann gebaut hatte, lebte sie noch bis März.

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Wie sich ihre Tochter Renate Kaiser und Schwiegertochter Erna Gerblinger noch gut erinnern, war das Geburtstagskind sein ganzes Leben lang aktiv, ob es die Arbeit in der Emersacker Brauerei oder als Endkontrolleurin für Kindermoden in Welden war.

20 Jahre lang war sie nach dem Tod ihres Mannes die gute Fee in einem großen Familienhaushalt. Diese Tätigkeit führte sie noch bis zu ihrem 80. Lebensjahr aus. Mit der Arbeit ist sie auch junggeblieben.

Früher hatte sie in ihrer Freizeit Teppiche geknüpft, gestrickt und gehäkelt, im Fernsehen die Theateraufführungen verfolgt und sogar regelmäßig bei der Telegymnastik mitgemacht. Heute machen ihre Augen nicht mehr mit. Deswegen hört sie zu, wenn der Fernseher läuft.

Sie kann es selbst kaum glauben

Doch ihre positive Ausstrahlung, das Lachen helfen ihr, darüber hinwegzusehen. „Ich kann es gar nicht glauben, dass ich schon hundert bin“, sagt sie. Ihr Lebensmotto lautet: „Nur nicht locker lassen.“

Wer 100 Jahre alt wird, hat wohl einen gesundheitsbewussten Lebensstil gepflegt. Dies trifft auch auf Elisabeth Gerblinger zu. Geraucht hat sie niemals“, weiß die Tochter. Aber sie hat nach dem Tod ihres Mannes begonnen, jeden Abend ein Bier zu trinken. Auch gegen Erkältung war der schäumende Gerstensaft gut – allerdings dann warm. Darauf schwört sie noch immer.

Auf dem Tisch stehen Blumen, Geschenke und unzählige Karten von Gratulanten. Ein paar aufregende Tage hat Elisabeth Gerblinger noch vor sich. Doch dann kehrt auch für sie wieder der Alltag ein. Ja, sie fühlt sich wohl hier, sagt sie. Und genügend Abwechslung hat sie auch.

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