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U18-Europawahl

20.05.2019

So würden Jugendliche das EU-Parlament wählen

Einer von insgesamt 585 Teilnehmern bei der U18-Europawahl: der 17-jährige Vitus Braun bei der Wahlurne im Wahllokal Grundschule in Ustersbach.
Bild: Siegfried P. Rupprecht

Bei der einzigen Veranstaltung im Augsburger Land setzen sich die Grünen vor der CSU deutlich durch. Die Ergebnisse der AfD und NPD überraschen jedoch.

Vor der Europawahl am nächsten Sonntag, 26. Mai, durften in Ustersbach schon einmal die Jugendlichen an die Urnen. Jetzt stehen die Ergebnisse der U18-Wahl fest. 585 junge Menschen nahmen daran im Wahllokal der Grundschule Ustersbach teil. Demnach liegen die Bündnis90/Grünen mit 22,74 Prozent deutlich vor der CDU mit 19,49 Prozent der Stimmen.

Mit der Wahlbeteiligung waren die Organisatoren – die Jugendbeauftragten der Gemeinde, Andrea Braun und Angelika Ortner – zufrieden. Teilgenommen hatten die Grundschule Ustersbach, Jugendliche vor Ort, die Realschulen Thannhausen und Zusmarshausen sowie die Grund- und Mittelschule Fischach.

Die Linken landen hinter der NPD

Hinter den Grünen und der CDU landete die Alternative für Deutschland (AfD) mit 10,26 Prozent der Stimmen auf dem dritten Rang. Überraschend die nachfolgenden Platzierungen. Die Partei für Arbeit, Rechtsstaat, Tierschutz, Elitenförderung und basisdemokratische Initiative, kurz: Die Partei, landete mit 7,52 Prozent auf Platz vier, gefolgt von der Tierschutzpartei mit 6,15 und der SPD mit 5,81 Prozent. Die Freien Wähler kamen auf 4,79, die Piraten auf 3,25, die FDP auf 2,39 und die Linken auf 1,54 Prozent. Dabei lagen Letztere noch hinter der NPD (1,88 Prozent).

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13 Parteien punkteten bei den jungen Wählern überhaupt nicht. Sie erhielten keine einzige Stimme, darunter Vereinigungen wie Bündnis Grundeinkommen und die Marxistisch- Leninistische Partei Deutschlands.

Wähler haben nur eine Stimme

Das Besondere an der Europawahl: Im Gegensatz zur Bundestagswahl können die Wahlberechtigten keine Erst- und Zweitstimme vergeben, sondern nur eine Stimme. Im Wahllokal in der Grundschule waren übrigens 570 der abgegebenen Stimmen (97,4 Prozent) gültig. Bei der U18-Wahl kam auch die Diskussion auf, ob die Senkung des bisherigen Wahlalters von 18 auf 16 Jahren sinnvoll ist. Er habe damit gemischte Gefühle, meinte beispielsweise Vitus Braun: „Ich bezweifle, ob 16- und 17-Jährige bereits das nötige Politinteresse aufweisen.“

Seiner Meinung nach habe in dieser Altersgruppe die Politik keine Priorität. Bedauerlich fand Vitus Braun, dass es im gesamten Landkreis Augsburg nur ein U18-Wahllokal gegeben habe. Das werfe ein bezeichnendes Bild auf die Bedeutung der Politik bei jungen Menschen. Gleichzeitig zeige dies auch die Bequemlichkeit und Desinteresse von Städten, Gemeinden und Schulen. Denn am großen Aufwand, eine U18-Wahl durchzuführen, könne es sicher nicht liegen, verdeutlichte er.

Die Rechtspopulisten in Europa eindämmen

Der 17-Jährige aus Ustersbach ist ein Gegner „nationaler Beschränktheit“. Nur im Miteinander der Länder könne den globalen Herausforderungen wie Klimawandel, Umweltschutz und Flüchtlingszustrom entgegengewirkt werden. Er hält es für wichtig, die Rechtspopulisten in Europa einzudämmen. „Sie verbreiten eine anti-europäische Stimmung“, sagte er. Ihm liege vielmehr am Herzen, die demokratischen Bewegungen und damit die Lebensbedingungen der Menschen in ganz Europa zu stärken.

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