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Kartei der Not

05.01.2019

So wurde Menschen aus dem Augsburger Land geholfen

Allein eine Heizkostenabrechnung kann manche Familie in eine finanzielle Notsituation bringen: Die Kartei der Not, das Leserhilfswerk unserer Zeitung, kann helfen damit etwa trotzdem Winterkleidung für Kinder gekauft werden kann.
Bild: Ralf Lienert (Symbolbild)

Vom Mietzuschuss bis zur Autoreparatur: Auch im Landkreis Augsburg erhielten zahlreiche unverschuldet in Not geratene Menschen Unterstützung vom Leserhilfswerk unserer Zeitung. Manche von ihnen haben schwere Schicksalsschläge erlitten.

Unverschuldet in Not – das kann schnell passieren und jeden treffen. Krankheit, Unfall oder der Verlust der Arbeit sind einige Beispiele dafür. Die Kartei der Not steht seit 1965 den Menschen in der Region in ausweglosen Situationen zur Seite und leistet Hilfe – rasch, unbürokratisch und nachhaltig. Im Verbreitungsgebiet des Landboten wurden im letzten Jahr 126 Hilfeanfragen unterstützt.

Durch die Zusammenarbeit mit sozialen Beratungsstellen vor Ort ist gewährleistet, dass die Unterstützung der Kartei der Not tatsächlich zu 100 Prozent bei den Bedürftigen ankommt. Alle Verwaltungskosten werden von der Mediengruppe Pressedruck getragen.

Insgesamt half die Kartei der Not mit über 48.000 Euro im Redaktionsgebiet – aus über 950 einzelnen Spenden. Die Hilfeanfragen kamen in 58 Fällen von Familien mit gesamt 160 betroffenen Kindern, davon 20 Heimkinder. In 65 Fällen waren chronische Krankheit und/oder Behinderung zu bewältigen.

Bei Menschen mit Behinderung wurden neben dem Umbau von Bad oder Fahrzeug auch Erholungsmaßnahmen und Hilfsmittel bezuschusst. In zehn Fällen wurde den Kindern in von Behinderung betroffenen Familien ein kleiner Ausflug, ein Zoo- oder Kinobesuch, die Mitgliedschaft im Verein oder eine Geburtstagsfeier ermöglicht. „Auch bei Kinderfahrrädern haben wir einen Zuschuss gegeben“, so Hansen.

Die Kartei der Not half Familien und alleinstehenden Menschen

Der meiste Unterstützungsbedarf bestand beim Wohnen. Hier half die Kartei der Not 54 Mal insbesondere bei Energie- und Nebenkosten sowie Mietzahlungen. Oft war Hilfe beim Umzug in eine günstigere Wohnung oder Einrichtung wie eine Kochmöglichkeit, Kühlschrank, Waschmaschine, Herd oder ein Bett mit Matratze nötig. In 18 Fällen unterstützte das Hilfswerk den Lebensunterhalt, also Lebensmittel, Kleidung, Hygieneartikel, Babybedarf. Einmal konnten Folgen eines Brandes gemindert werden.

Die Kartei der Not half einer fünfköpfigen Familie, deren Familienvater nach zwei Herzinfarkten innerhalb eines Jahres nicht mehr arbeiten kann. Zum Leben bleibt nach Abzug der monatlichen Kosten kaum etwas übrig. Vor allem die Kinder leiden darunter und jede neue Anschaffung wird zur Herausforderung. Die Kartei der Not half beim Kauf von Winterkleidung und Schuhen für die Kinder.

Viele alleinstehende ältere Personen sind auf die Hilfe der Kartei der Not angewiesen. Die kleine Rente reicht gerade fürs Nötigste – geschieht dann etwas Unvorhergesehenes oder geht ein Elektrogerät kaputt, ist das eine ausweglose Situation. So erging es einer alleinstehenden schwer kranken über 80-jährigen Rentnerin mit einer minimalen Rente. Die Frau lebt sehr sparsam und kann alle monatlichen Ausgaben gerade so bezahlen. Die in die Jahre gekommene Waschmaschine ging kaputt. Mithilfe der Beratungsstelle und der Kartei der Not wurde eine neue gekauft. Damit auch Jugendliche aus bedürftigen Familien, die nicht in den Urlaub fahren können, ein paar unbeschwerte Tage verbringen können, unterstützt die Kartei der Not mit Zuschüssen Kindererholungsmaßnahmen. Im Rahmen des Schattenkinderprojekts wurde heuer einer alleinerziehenden Mutter und ihren Kindern im Alter von 14, zwölf, elf und zehn Jahren geholfen.

Schwere Schicksalsschläge muss auch eine Familie mit zwei Kindern im Alter von elf und zwölf Jahren verarbeiten. Die Mutter leidet an Brustkrebs. Eine Strahlentherapie lässt der Gesundheitszustand derzeit nicht zu. Der elfjährige Sohn ist an Muskelatrophie erkrankt und zu 100 Prozent schwerbehindert. Die Folgen der Erkrankung sind Muskelschwund, Lähmungen und eine verminderte Muskelspannung. Der Bub ist auf den Elektrorollstuhl angewiesen und kann sich ohne Hilfsmittel nur krabbelnd fortbewegen. Der Vater ist krankgeschrieben, damit er seine Frau und die Kinder versorgen kann. Nach Abzug der monatlichen Fixkosten bleibt nur wenig Geld zum Leben. Nun musste das Auto der Familie, das sie für Arzt- und Therapiefahrten für Mutter und Sohn benötigt, repariert und gewartet werden. Die Kartei der Not unterstützte die Familie bei der Autoreparatur.

Im Ellinor-Holland-Haus soll Menschen der Weg zurück in ein normales Leben erleichtert werden

Seit knapp drei Jahren leben rund 80 Menschen aus der Region, die unverschuldet in Not geraten sind und sich in schwierigen Lebenssituationen befinden, im Ellinor-Holland-Haus. Für die ersten Bewohner steht der Auszug an. Denn im Ellinor-Holland-Haus ist die Wohndauer auf maximal drei Jahre begrenzt. Die letzten Monate waren geprägt von der Wohnungssuche und den Vorbereitungen auf ein Leben nach dem Ellinor-Holland-Haus. Einige der Bewohner haben den Sprung zurück in die Berufstätigkeit geschafft und arbeiten in Teilzeit- und Vollzeitstellen. Die Jugendlichen im Haus konnten die Schule erfolgreich abschließen und fanden Ausbildungsstellen.

Ziel des Ellinor-Holland-Hauses ist es, dass die Bewohner künftig weitgehend unabhängig von staatlichen Leistungen leben können, die (Wieder-)Eingliederung in den Arbeitsmarkt stattfindet. Die Stabilisierung der Gesundheit, die Weiterbildung der Sozialkompetenzen und die Teilhabe am sozialen und kulturellen Leben sind wichtige Ziele.

„Es gibt auch in unserer Region so viele Einzelschicksale, bei denen man helfen muss. Wir freuen uns in der Kartei der Not deshalb sehr über jede Spende, weil unser Leserhilfswerk nur dank dieser Spenden wirklich die Not lindern kann.“

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