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Kreis Augsburg

11.09.2018

Spaziergänger haben Angst nach Schüssen in Adelsried

Hier, zwischen Bonstetten und Adelsried, sollen Schüsse in Richtung eines Spaziergängers abgefeuert worden sein. 
Bild: Marcus Merk

Immer wieder kommt es in der Nähe eines Wanderwegs zu Zwischenfällen mit Jägern. Weshalb sich Spaziergänger bedroht fühlen und was die Polizei dazu sagt.

Schüsse im Bereich von Adelsried versetzen dort Spaziergänger in Angst und Schrecken. Die Polizei geht jedoch bisher davon aus, dass keine konkrete Gefährdung von Menschen vorgelegen hat und vermutet eine Jagd auf Enten als Hintergrund. Allerdings stehen die Ermittler erst am Anfang.

Wie der Zusmarshauser Polizeichef Raimund Pauli gestern auf Anfrage unserer Redaktion sagte, habe die Polizei am Montag erstmals von den Vorgängen erfahren. Im Laufe dieses Tages sowie gestern sei der Polizei Zusmarshausen mitgeteilt worden, dass im Bereich Kruichen und Adelsried in den vergangenen Tagen morgens und abends immer wieder Schüsse von Spaziergängern und Hundebesitzern wahrgenommen worden seien.

Betroffene fühlen sich von Jägern bedroht

Gegenüber unserer Redaktion schilderten Betroffene gestern Abend die Vorfälle allerdings wesentlich dramatischer. Sie hätten das Gefühl gehabt, es seien Schüsse in ihre Richtung abgefeuert worden. Sie hätten sich an die Polizei sowie an Bürgermeisterin Erna Stegherr-Haußmann gewandt, was diese gegenüber unserer Redaktion bestätigte. Über den Sachverhalt selbst wusste die Rathauschefin nichts Näheres.

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Die bisherigen Ermittlungen, die unverzüglich aufgenommen worden seien, ergaben laut Pauli, dass seit dem ersten September im Gemeinschaftsjagdrevier Adelsried eine befugte Jagd auf Enten mit Schrotkugeln läuft. Bei den Schuss-Geräuschen dürfte es sich nach Einschätzung der Polizei somit um Schrotkugeln gehandelt haben. Bislang hätten die Ermittlungen keine Anhaltspunkte für eine Gefährdung von Spaziergängern oder deren Hunde ergeben, wie Pauli betonte.

Jäger soll Spaziergängerin bedroht haben 

Mehrere Spaziergänger schilderten gegenüber unserer Redaktion jedoch, dass sie sich durch die Schüsse der Jäger gefährdet fühlen. Nicht nur einmal seien in den letzten Wochen Schüsse in unmittelbarer Nähe zu einem beliebten Rad- und Wanderweg gefallen. Außerdem sollen die Jäger eine junge Spaziergängerin bedroht haben.

Jäger müssten selbstverständlich darauf achten, dass sie niemanden gefährden, so der Polizeichef. Die bisherigen Ermittlungen hätten aber keinen Anhaltspunkt für Verstöße gegen das Jagdrecht ergeben, sagt Pauli. Die Ermittlungen würden fortgeführt In diesem Zusammenhang ist die Polizei Zusmarshausen (08291/18900) auf weitere Hinweise angewiesen.

Konflikte zwischen Jägern und Spaziergängern sowie Hundehaltern gibt es immer wieder. Für großes Aufsehen sorgte erst im Juli/August ein Fall in Königsbrunn. Dort brachte ein Jäger zwei Hunde zur Strecke, einem Tier gab er vor den Augen der Besitzerin den Fangschuss. Nach Angaben des Jägers hatte er die Hunde wiederholt beim Wildern erwischt.

Die Hundebesitzerin und der Kissinger Tierschutzverein hatten erklärt, dass die Tiere nicht gejagt hätten und der Jäger daher nicht hätte schießen dürfen. Sie haben den Mann angezeigt. Die Polizei prüft derzeit die Vorwürfe und vernimmt Zeugen. Die Ermittlungen werden noch einige Zeit dauern. (wir berichteten mehrfach) (kinp/cf)

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