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Stadtbergen

30.06.2014

Spender gesucht: Wer rettet das Leben von Lisa?

Die kleine Lisa kämpft tapfer gegen Blutkrebs. Sie benötigt allerdings dringend einen Stammzellenspender.
Bild: Angelika Urbach

Die zehnjährige Lisa aus Stadtbergen hatte ihren Kampf gegen den Blutkrebs scheinbar gewonnen. Dann meldete sich die heimtückische Krankheit zurück.

Der Tag, der Lisas Leben auf den Kopf stellte, begann harmlos: Morgens ging die Erstklässlerin mit ihrer besten Freundin zur Schule, am Nachmittag hatte ihre kleine Schwester einen Routinetermin beim Kinderarzt. Weil Lisa seit einiger Zeit über Bauchweh klagte, nahm ihre Mutter sie mit in die Praxis. Der Arzt entnahm ein paar Tropfen Blut. Kaum zwei Stunden später läutete das Telefon. „Bitte fahren Sie ins Klinikum zur nochmaligen Untersuchung“, sagte der Arzt, „am besten sofort.“

Die Diagnose Blutkrebs traf die Eltern wie ein harter Schlag

Im Krankenhaus wurde wieder Blut gezapft. Die Kleine sollte in der Klinik bleiben, hieß es. Noch in dieser Nacht erhielt Lisa ihre erste Blutkonserve. Eine Untersuchung des Knochenmarks am nächsten Tag bestätigte den Verdacht der Ärzte: Blutkrebs. Lisas Eltern traf die Diagnose wie ein harter Schlag. Ihre Mutter sagt: „Das zog mir komplett den Boden unter den Füßen weg.“ Ihr fröhliches Mädchen, das niemals zuvor ernsthaft krank gewesen war, wurde über Nacht zur Hochrisikopatientin.

Die Bankkauffrau hängte ihren Job an den Nagel und fütterte ihren Kopf mit so viel Literatur über Blutkrebs, bis dieser scheinbar platzte. Im ersten Jahr erhielt Lisa in der Klinik eine heftige Intensiv-Chemotherapie – mit allen erdenklichen Nebenwirkungen. Im zweiten Jahr schluckte das Mädchen seine Medikamente in Form von Tabletten und durfte weitgehend zu Hause wohnen. Im dritten Jahr waren die Blutwerte endlich normal. Lisa begann, Gitarre zu spielen, und schwamm im Schwimmverein. Stück für Stück gewann ihr Körper nach der langen Krankheit wieder Kraft. Alles schien gut. Doch dann meldete sich die Leukämie zurück.

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Vor einigen Wochen die Gewissheit: Der Krebs ist zurück

Die Blutwerte einer Kontrolluntersuchung vor einigen Wochen alarmierten die Ärzte. Eine Punktion des Knochenmarks brachte schließlich die traurige Gewissheit. Diese Krebsart, an der häufig Kinder und Jugendliche erkranken, ist tückisch: Das Knochenmark produziert immer mehr verformte Blutzellen, die die Organe nicht ausreichend versorgen können. Ohne eine Chemotherapie würden Patienten wie Lisa an Organversagen sterben.

Für das Mädchen aus Stadtbergen begann die Behandlung von Neuem: Seine prächtigen Locken fielen durch die Medikamente wieder aus. Die Schleimhäute entzündeten sich, sodass Lisa nicht mehr essen konnte und künstlich ernährt wurde. Von den höllischen Schmerzen ganz abgesehen. „Derzeit muss sie Tabletten schlucken, die so giftig sind, dass ich selbst sie nur mit Handschuhen anfassen darf“, beschreibt ihre Mutter. Lisa hat viel ausgehalten und hält viel aus – immer in der Hoffnung, dass ihr Herzenswunsch in Erfüllung gehe: wieder gesund zu werden.

Doch diesmal brachte die Chemotherapie nicht den nötigen Erfolg. Lisas letzte Chance ist jetzt eine Stammzellenspende. Ein Mensch, dessen Gewebemerkmale nahezu identisch mit Lisas sind, könnte das Leben der Zehnjährigen retten. Die Suche nach einem passenden Spender läuft bereits weltweit.

Lisas Schule organisiert eine Typisierungsaktion

Um der zehnjährigen Lisa und anderen Patienten zu helfen, organisiert die Rektorin von Lisas Schule, Monika Scherer, zusammen mit Lisas Familie und Freunden eine Typisierungsaktion in Leitershofen. Dabei können sich Menschen aus der Region in die Deutsche Knochenmarkspenderdatei (DKMS) aufnehmen lassen. Nach der Hilfsaktion im Jahr 2007 für die kleine Lucia, bei der sich insgesamt 4000 Menschen registrieren ließen, ist das bereits die zweite Typisierungsaktion im Stadtgebiet von Stadtbergen.

Nur wer sich in die Datei aufnehmen lässt, kann als Spender gefunden werden. Vielleicht geht auf diese Weise Lisas größter Wunsch in Erfüllung. Zusammen mit ihrer besten Freundin Ida glaubt sie fest daran. Für die Zeit nach Lisas Genesung planen die Mädchen schon jetzt einen gemeinsamen Urlaub ihrer Familien. „Das Ziel ist egal“, sagt Lisa, „Hauptsache, wir sind zusammen.“

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