Newsticker
Impfkommission Stiko empfiehlt AstraZeneca jetzt auch für über 65-Jährige
  1. Startseite
  2. Lokales (Augsburg Land)
  3. Spind auf, Geld weg – und dann?

Gericht

24.06.2017

Spind auf, Geld weg – und dann?

Ein 40-Jähriger hatte zwei Jahre lang immer wieder Schränke in Umkleiden geknackt

Wer am Wochenende etwas Abkühlung in einem der vielen Landkreis-Freibäder sucht, sollte wissen: Wertsachen sind in den angebotenen Spinden nicht immer sicher. Profis knacken sie in Sekundenschnelle. So wie der 40-Jährige, der sich am Freitag am Augsburger Amtsgericht verantworten musste. Ihm wird vorgeworfen, zwischen 2014 und 2016 in der Region und darüber hinaus Schränke aufgebrochen und daraus Wertsachen gestohlen zu haben.

Der Mann war offensichtlich auf jede Art von Spindaufbrüchen spezialisiert. Sei es in Bädern wie der Aquarena in Heidenheim und der Therme in Bad Wörishofen, Fitnessstudios oder auch Sportstätten. Wo der Angeklagte auftauchte, blieben die Spinde nicht unberührt. Je nach Möglichkeit brach er gleich mehrere Schränke auf und durchsuchte sie dann nach Wertgegenständen. In der Regel arbeitete er mit einem Schraubenzieher.

Mobiltelefone und Geld aus der Umkleide

In der Umkleide des TSV Neusäß soll der 40-Jährige beispielsweise Mobiltelefone und Geldbörsen gestohlen haben. Laut Anklageschrift machte er insgesamt eine Beute von rund 800 Euro. In Stettenhofen waren es beim Sportverein vergleichsweise wenig: Gerade einmal 30 Euro kamen zusammen. Insgesamt zwölf Mal hatte der Mann zugeschlagen, wobei jeweils Schäden bis im unteren vierstelligen Bereich entstanden.

Mehrfach schnappte er sich in den aufgebrochenen Spinden auch Autoschlüssel. Mit denen ging er dann auf Parkplätzen ans Werk. In Stadtbergen öffnete er zum Beispiel einen Skoda und fand darin Bargeld. 400 Euro betrug die Beute, etwas höher war der Schaden. In einem weiteren Fahrzeug, dessen Schlüssel er im Schließfach eines Fitnessstudios gefunden hatte, gab es nichts zu holen.

Über Videoaufnahmen kam ihm die Polizei schließlich auf die Schliche. Als er von einer Diebestour aus Oberbayern zurückkehrte, klickten die Handschellen.

Seit November 2016 sitzt der 40-jährige Kriminelle, der kein unbeschriebenes Blatt ist, in Untersuchungshaft. Dort bleibt er vermutlich auch noch etwas länger: Weil er am ersten Verhandlungstag zu den Vorwürfen geschwiegen hatte und ein sogenanntes Rechtsgespräch zwischen dem Staatsanwalt, Richterin Martina Triebel und Verteidiger Klaus Rösel ohne Ergebnis geblieben war, wird es nun eine umfangreiche Beweisaufnahme mit vielen Zeugen geben.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren