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Dinkelscherben

31.01.2019

Spital in Dinkelscherben: Welche Optionen es jetzt gibt

Das Aktionsbündnis zum Erhalt des Seniorenheims in Dinkelscherben bedankte sich bei den vielen Unterstützern und Mitgliedern.
Bild: Philipp Kinne

Seitdem die Pläne zur Schließung des Spitals bekannt sind, macht sich ein Bürger-Bündnis für dessen Erhalt stark. Welche Schritte nun geplant sind.

Am Ziel ist das Aktionsbündnis zum Erhalt des Seniorenheims in Dinkelscherben noch lange nicht. Doch: „Der Weg ist frei die mehr als 400 Jahre dauernde Erfolgsgeschichte der Hospitalstiftung in Dinkelscherben und Zusmarshausen fortzuführen“, sagt Josef Guggemos, Sprecher des Bündnisses.

Über Wochen hinweg demonstrierten hunderte Dinkelscherber für den Erhalt ihres Spitals. Es gab Protestaktionen, über 3000 Unterschriften wurden gesammelt. Schließlich gab die Kirche nach und erklärte, die Verantwortung für das Heim teilweise an die Bürger abzugeben. Das Aktionsbündnis hält den Beschluss zum Heim-Aus für falsch und satzungswidrig. Das gehe auch aus einer rund 400 Jahre alten Urkunde der Hospitalstiftung hervor. Darin sei auf Latein geschrieben, dass das Heim „in ewiger Festigkeit“ und „im Bezirk Dinkelscherben“ zu erhalten sei, erklärte Ulrich Fahrner im Namen des Bündnisses im Dinkelscherber Rathaus.

Es soll ein Förderverein gegründet werden

Zu der Veranstaltung waren rund 70 Zuhörer gekommen, darunter auch viele Mitarbeiter und Angehörige der Senioren des Spitals. Das Bündnis kündigte an, nun am geplanten Erhalt des Spitals mitarbeiten wollen. Dazu soll ein Förderverein gegründet. „Wir möchten der größte Verein in Dinkelscherben und Zusmarshausen werden“, sagte Josef Guggemos. Ihm ist es wichtig, dass der Verein aus Mitgliedern beider Marktgemeinden besteht. Denn der Hospitalstiftung gehört nicht nur das jahrhundertealte Spital in Dinkelscherben, sondern auch das neuere in Zusmarshausen. Guggemos: „Es geht nicht darum ein Heim zu bevorzugen, beide Einrichtungen sind gleichwertig.“

Konkrete Pläne, wie es mit dem Spital weitergehen soll gibt es noch nicht. Als entscheidend dafür gilt die kommende Sitzung des zuständigen Ausschusses. Der aktuelle Vorsitzende Ulrich Hörwick hat zwar angekündigt seine Ämter in der Hospitalstiftung niederzulegen, die Stiftung an sich bleibt aber bestehen. Bei der kommenden Sitzung könnte also auch geklärt werden, welche neuen Entscheider aus den Reihen der Bürger künftig die Verantwortung für das Haus übernehmen sollen.

Vertrag mit der Caritas läuft noch bis Jahresende

Für den Erhalt des Heims wären derzeit zwei Optionen denkbar, erklärt Ulrich Fahrner vom Aktionsbündnis. Die allermeisten Mitarbeiter der beiden Heime der Stiftung sen sind direkt bei der Hospitalstiftung angestellt. Die operative Arbeit vor Ort übernimmt derzeit die CAB Caritas. Dieser Vertrag laufe noch bis Ende des Jahres, sagt Fahrner. Zuständig sei die CAB vor allem für Verwaltungsaufgaben. Künftig könnte die Hospitalstiftung den Betrieb der beiden Heime wieder selbst in die Hand nehmen. „Dazu bräuchten wir entsprechende Fachkräfte in der Stiftung“. Die zweite Option ist für Fahrner mit einem externen Träger zu arbeiten, so wie es mit der CAB Caritas eigentlich geplant war. Deren Geschäftsführerin hat allerdings angekündigt, die Arbeit vor Ort weder in Dinkelscherben noch in Zusmarshausen übernehmen zu wollen. Dazu fehle nach dem anhaltenden Streit um die Zukunft der Einrichtung das Vertrauen. Sollte das Spital künftig in Zusammenarbeit mit einem externen Träger betrieben werden, müsste man sich also nach Alternativen umsehen. Für Ulrich Fahrner ist das die schlechtere Option, denn: „Externen Partnern geht es immer auch um Gewinn.“ Das stehe beim Betrieb über die Stiftung nicht im Vordergrund.

Das Aktionsbündnis, das sich künftig „Bündnis Hospital Dinkelscherben-Zusmarshausen“ nennt, nutzte die Gelegenheit im Dinkelscherber Rathaus, um sich bei den vielen Mitgliedern und Mitwirkenden zu bedanken. Zu Wort kam auch der Zusmarshauser Bürgermeister Bernhard Uhl, der seit Jahren in dem Ausschuss sitzt, der das Heim-Aus beschlossen hatte. Er lobte das Engagement der Bürger für den Erhalt des Heims und hoffe, dass die Diskussion um das Spital in ihrem Sinne ausgeht.

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