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Wirtschaft

13.02.2018

Spitzentechnologie landet in Meitingen

Fiber Placement wurde in der Luftfahrt groß. Jetzt soll es bei SGL auch für andere Branchen interessant werden

Faserverstärkte Kunststoffe werden vor allem in den Bereichen Automobilbau und Luftfahrt immer wichtiger. Dabei ist auch die stetige Weiterentwicklung der Faserverarbeitung entscheidend. Ein besonders zukunftsweisendes Verfahren ist das automatisierte, belastungsgerechte und materialeffiziente Legen und Schneiden der Fasern, das sogenannte Fiber Placement.

Um diese Fertigungsverfahren branchenübergreifend verstärkt in Großserienanwendungen zu bringen und die entsprechenden Konzepte zu optimieren, haben die SGL Group und das Fraunhofer IGCV nun ein gemeinsames Fiber Placement Center gegründet.

Hauptsitz des Zentrums ist der SGL-Standort in Meitingen. Als weitere Partner konnten die Anlagenhersteller Compositence GmbH und BA Composites GmbH gewonnen werden.

Das neue Entwicklungs- und Produktionszentrum bietet seinen Kunden auf einer Fläche von über 500 Quadratmetern auf unterschiedlichen Hightech-Anlagen die Möglichkeit, verschiedene Fertigungskonzepte zu entwickeln und in einer Prototypenfertigung zu demonstrieren. Darüber hinaus kann auch eine Produktion von faserverstärkten Bauteilen für die Großserie durch die SGL Group umgesetzt werden.

Bereits heute laufen im Fiber Placement Center die Vorbereitungen für bilaterale Projekte mit Flugzeugherstellern für Sekundär- und Primärstrukturbauteile in verschiedenen Flugzeugtypen sowie Entwicklungsprojekte mit verschiedenen Automobilherstellern weltweit. Offiziell in Betrieb genommen wird das Fiber Placement Center am 6. März mit der Vorstellung des Zentrums auf der Branchenmesse JEC World in Paris.

„Fiber Placement ermöglicht ein hohes Maß an Automatisierung in der Fertigung bei gleichzeitig hoher Flexibilität und besonders effektivem Materialeinsatz. Mit dem neuen Zentrum bieten wir diese aus der Luftfahrt kommende Technologie nun auf einem industriereifen Niveau auch anderen Branchen an. Für viele unserer Kunden ist dies eine interessante Alternative oder gute Ergänzung zu bereits bestehenden Verfahren auf dem Weg zur Serienfertigung von Bauteilen aus faserverstärktem Kunststoff“, erklärt Andreas Wüllner, der Leiter des Geschäftsbereichs Composites – Fibers & Materials bei der SGL Group.

„Am Fiber Placement Center zeigt sich sehr gut der Anspruch der Fraunhofer-Gesellschaft, mit anwendungsorientierter Forschung den Transfer zwischen Wissenschaft und Industrie konkret zu unterstützen und die Industrialisierung von faserverstärkten Kunststoffen zu fördern. Fiber Placement ist dabei ein Verfahren, das durch die zunehmende Nachfrage nach einem stärkeren Automatisierungsgrad der Fertigung für zukünftige Anwendungsfälle besonders geeignet ist und sehr von einer industrienahen Forschung profitiert“, ergänzt Prof. Klaus Drechsler, Leiter des Lehrstuhls für Carbon Composites der TU München. (AL)

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