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Zusmarshausen-Steinekirch

13.10.2017

St. Vitus hat einen Dachschaden

Kirchenpfleger Erwin Hörmann zeigt, wo es am Dachstuhl Probleme gibt: Die Mauerlatte ist nicht mehr überall vorhanden, die Sparren liegen dort direkt auf der Mauer auf. Im Jahr 2000 wurden faulige Stellen an den Balken schon mit Holzbrettern gesichert, doch das reicht nicht aus.
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Kirchenpfleger Erwin Hörmann zeigt, wo es am Dachstuhl Probleme gibt: Die Mauerlatte ist nicht mehr überall vorhanden, die Sparren liegen dort direkt auf der Mauer auf. Im Jahr 2000 wurden faulige Stellen an den Balken schon mit Holzbrettern gesichert, doch das reicht nicht aus.
Bild: Marcus Merk

An der Pfarrkirche gibt Probleme mit der Statik: Der Dachstuhl muss saniert werden. Erwin Hörmann erklärt, welche Bauarbeiten anstehen und woher das Geld dafür kommt.

Wer die Kirche in Steinekirch betritt, dessen Blick richtet sich automatisch nach oben, auf die prächtigen Deckengemälde, das Gold, den Stuck. Der imposante Innenraum wurde im Jahr 2000 saniert. Doch wer auf den Dachboden über der Barock-Decke steigt, der sieht: Von Gold und Glanz ist dort keine Spur. Die Jahrhunderte haben hier ihre Spuren hinterlassen. Bald soll die Sanierung beginnen.

Die ist nicht nur aus optischen Gründen nötig, es geht vor allem um die Sicherheit. Kirchenpfleger Erwin Hörmann gibt zwar Entwarnung: „Die Kirche stürzt noch nicht ein“, er betont aber: „Wenn man nichts tut, werden die Schäden immer schlimmer.“ Im Innenraum und an den Außenwänden von St. Vitus sind schon etliche Risse zu sehen. „Laut Statiker werden die sonst immer mehr.“ Das wäre fatal für die Zukunft des Schmuckstücks.

Erwin Hörmann ist seit fast 35 Jahren ehrenamtlicher Kirchenpfleger von Steinekirch, er hat also die Verantwortung für die Finanzen und die Gebäude der Pfarrei. Mit einem großen, rostigen Schlüssel sperrt er die Tür auf der Empore auf. Von dort führt eine Treppe auf den Dachboden. Die Beleuchtung ist schwach, durch eine Fensterklappe fällt nur wenig Licht hinein. Über die Holzbalken balanciert Hörmann zum Rand des Dachstuhls. Hier kann er gut erklären, welche Probleme es gibt. An manchen Stellen fehlt ein Querbalken, die sogenannte Mauerlatte, die den Druck auf die Außenmauern gleichmäßig verteilt. „Die Sparren liegen teilweise direkt auf der Mauer auf, deshalb bilden sich Risse“, sagt er. Auch die Aufhängung der Stuckdecke ist nicht mehr gut.

Vor einigen Jahren hat man schon einige faulige Balken mit Holzbrettern gesichert. Jetzt ist klar: Das reicht nicht. Eine umfassende Sanierung ist nötig. Dabei wollte die Pfarrei eigentlich nur den Dachstuhl gegen Holzwürmer begasen. Doch seit 2011 mache die Diözese vor jeder größeren Baumaßnahme zunächst eine Standsicherheitsprüfung, erklärt Hörmann. In Steinekirch kam dabei heraus: Bevor Schädlinge bekämpft werden können, muss erst mal die Statik in Ordnung gebracht werden. Und das wird teuer.

Die Pfarrei Steinekirch, zu der bis 1507 auch Dinkelscherben und Au gehörten, ist sehr alt. Die Kirche wurde Ende des 15. Jahrhunderts geweiht, die unteren Geschosse des Turms sind sogar noch älter. Die im Kern spätgotische Kirche wurde 1760 barockisiert. Nun sind nicht nur am Dach des Kirchenschiffs Reparaturen nötig, sondern auch am Turm und der Empore. Und wenn dann schon mal das Gerüst steht, dann soll St. Vitus auch noch eine neue Dacheindeckung und einen neuen Anstrich bekommen.

360 Katholiken leben in Steinekirch, weiß Kirchenpfleger Erwin Hörmann. „Da haben wir natürlich kein solches Finanzvolumen wie eine Stadt- oder Wallfahrtspfarrei.“ Umso schockierter seien sie gewesen, als sie zum ersten Mal die Kostenschätzung für die Sanierung gesehen haben: 1,25 Millionen Euro. „Da waren wir schon von den Socken“, sagt Hörmann. Doch bald sei ihm etwas wohler geworden: Die Diözese hat 900.000 Euro zugesagt, die Marktgemeinde 125.000 Euro. Bleiben trotzdem noch 225.00 Euro, die die Kirchenstiftung aufbringen muss. Er versuche noch, von mehreren Stellen Zuschüsse zu bekommen, sagt Hörmann. Vor allem aber hofft er auf die Unterstützung der Steinekircher. Derzeit sind Mitglieder der Kirchenverwaltung von Haus zu Haus unterwegs, um um Spenden zu bitten.

Wenn alles läuft wie geplant, dann können die Arbeiten im Frühjahr ausgeschrieben werden und im Herbst 2018 beginnen. Die Sanierung wird ein- bis eineinhalb Jahre dauern, schätzt Hörmann. Die Gläubigen werden die Kirche auch während der Bauarbeiten nutzen können. Zur Sicherheit wird allerdings im Innenraum ein Gerüst aufgestellt, damit kein Werkzeug oder Material in den Kirchenraum fallen kann.

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