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Stadtbergen
10.09.2021

Netzhautablösung ist Thema der Ärztlichen Vortragsreihe in Stadtbergen

Wer zuckende Linien und bewegliche schwarze Flecken vor Augen hat, sollte das schleunigst abklären lassen.
Foto: Franziska Koark, dpa

Bei einer plötzlichen Sehverschlechterung ist Eile geboten. Schlimmstenfalls kann die Ablösung der Netzhaut zur Erblindung führen.

Eine plötzliche Sehverschlechterung mit Verlust des Gesichtsfelds hat vor einiger Zeit einen Augsburger dazu bewogen, seinen Auslandsurlaub sofort abzubrechen und sich ins Uniklinikum zu begeben. Die richtige Entscheidung, sagt Oberarzt Youssef Botros von der Klinik für Augenheilkunde. Ursache war eine Netzhautablösung, die im schlimmsten Fall zur Erblindung führen kann und so schnell wie möglich behandelt werden muss. Darüber berichtet er zum Auftakt der 58. Ärztlichen Vortragsreihe am Montag im Bürgersaal.

Die Netzhaut bildet die Innenschicht des Augapfels; sie trägt die Sehzellen. Laut Botros kann sie sich vor allem dann ablösen, wenn vom Glaskörper des Auges her Zug auf sie ausgeübt wird. Ursachen können Kurzsichtigkeit, eine Gewalteinwirkung auf das Auge wie etwa ein Faustschlag, ein Tumor, der zu einer Wasseransammlung im Auge führt, oder auch Diabetes sein. In Deutschland ist in jedem Jahr einer von 10.000 Menschen davon betroffen.

Uniklinik Augsburg gilt als führend auf diesem Gebiet

In der Klinik für Augenheilkunde des Uniklinikums werden aber mehr Patienten mit Netzhautablösung behandelt, da das Krankenhaus laut Botros als führend auf diesem Gebiet gilt. Auch aus dem Ausland wird aus diesem Grund das Augsburger Uniklinikum aufgesucht. Mit konservativen Methoden (etwa Medikamenten) ist gegen eine Netzhautablösung nichts auszurichten – es hilft nur eine Operation. Der Referent will daher seine Zuhörer zunächst darauf aufmerksam machen, welche Sehstörungen ernst genommen und binnen weniger Tage abgeklärt werden müssen.

Liegt eine Netzhautablösung vor, dann muss "zeitnah" operiert werden. Normalerweise seien bei einer Netzhautablösung ein oder mehrere Löcher in der Netzhaut für die Erkrankung verantwortlich. Dann kann Augenwasser unter die Netzhaut dringen und sie ablösen. Der Eingriff zielt darauf ab, diesen Defekt zu identifizieren und das überschüssige Wasser aus dem Auge abzuleiten. Um die Löcher herum erzeugt der Operateur mittels Lasers oder eines Eisstifts Vernarbungen, durch die diese sich dann dauerhaft verschließen. "Ich sage gern: Das ist ähnlich wie Punktschweißen", fügt Botros hinzu. Dann kann sich die Netzhaut durch die Selbstheilungskräfte des Körpers wieder an ihre Unterlage anlegen.

Außerdem wird Botros auf die neuesten Weiterentwicklungen eines sehr schonenden Operationsverfahrens näher eingehen, der sogenannten Vitrektomie.

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Info: Die Veranstaltung "Bin ich gefährdet, an einer Netzhautablösung zu erblinden?" findet am Montag, 13. September, um 19.30 Uhr im Bürgersaal Stadtbergen statt. Der Eintritt kostet fünf Euro.

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