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Stadtbergen

29.08.2018

Stadtbergen bekommt einen Deckel gegen Lärm und Staub

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Die Strecke der B17, die durch Stadtbergen führt, ist derzeit in zwei Planungsabschnitte aufgeteilt.
Bild: Marcus Merk

 Stadtbergen bekommt für zwei Abschnitte an der B17 Einhausungen. Damit geht ein jahrzehntelanger Kampf zu Ende. Vorerst.

Günther Oppel ist überglücklich. Für den Mitbegründer der Bürgerinitiative Einhausung B17 hat sich ein jahrzehntelanger Streit endlich ausgezahlt: „Die Zusage für die Volleinhausung der B17 ist für uns, die Stadt und alle Anwohner ein großer Erfolg.“

Vor einer Woche kamen die guten Nachrichten aus dem Bundesverkehrsministerium in Bonn nach Stadtbergen (wir berichteten). Entlang der Bundesstraße 17 bekommt die Stadt für einen ungefähr 400 Meter langen Abschnitt eine Lärmschutzeinhausung. Das teilte der CSU-Bundestagsabgeordnete Hansjörg Durz mit. Stadtbergens Bürgermeister Paulus Metz freut sich über die guten Nachrichten: „Für die Anwohner und ganz Stadtbergen bedeutet das eine große Entlastung von Lärm und Feinstaub.“

Die Strecke ist in zwei Planungsabschnitte geteilt

Die Strecke der B17, die durch Stadtbergen führt, ist derzeit in zwei Planungsabschnitte aufgeteilt. Für den ersten hat das Verkehrsministerium jetzt seine Zustimmung gegeben. Nach aktuellem Stand wird ein Tunnel gebaut zwischen Flandernstraße und dem Anfang des bestehenden Tunnels (siehe Infografik). Dieses nördliche Stück wird voraussichtlich 193 Meter lang sein. Am Ende des bestehenden Tunnels wird dann ein zweites Stück der Volleinhausung gebaut. Es wird 181 Meter lang sein und einige Meter nach der Regerstraße enden, etwa auf Höhe des Hallenbades, sobald die Ab- und Auffahrtsstraßen beginnen.

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Zeitplan und Kosten müssen erst noch in weiteren Planungen konkretisiert werden, erklärt Bürgermeister Metz. Auch wenn die Zusage über den CSU-Bundestagsabgeordnete Durz kam – Metz wartet noch auf die offizielle Bescheinigung aus dem Bonner Ministerium. „Wir haben für uns allerdings den Beschluss gefasst, dass sich Stadtbergen mit maximal 1,3 Millionen Euro an den Kosten beteiligen kann.“ Nach dem Bau gehen die Bauwerke in das Eigentum des Bundes über, dieser kümmert sich dann auch um die laufenden Kosten der Tunnel.

Die Bundesstraße war am Anfang für 25000 Autos ausgelegt

Für die Stadt Stadtbergen und die Bürgerinitiative geht mit der Zusage des Bundes ein Kampf zu Ende, der etwa 1985 mit den ersten Planungen zur B17 begann. Nur kurze Zeit nach dem Bau der B17 engagierten sich Stadt und Bürger bereits für verbesserte Lärmschutzmaßnahmen. Die Bundesstraße war am Anfang für 25000 Autos ausgelegt, schon nach wenigen Jahren fuhren dort über 50000. „Nach meinem Wissen – die Zahlen schwanken bei den Messungen immer ein wenig – sind wir heute bei über 80000 Fahrzeugen und damit weit über den geplanten Belastungen.“

Die neuen Lärmschutztunnel werden durch einen gesetzlichen Beschluss gestützt. Dieser sagt: Wenn eine Verkehrsprognose derart fehlschlägt, dass die Anzahl der Fahrzeuge doppelt so hoch wie geplant ist, dann haben die Bürger einen Rechtsanspruch auf eine Nachbesserung des Lärmschutzes. „Dieser Wert war ja schon nach einigen Jahren überschritten. Seitdem kämpfen wir für eine Lösung.“ Paulus Metz wurde in dieser Zeit von seinen Bürgern motiviert, er merkte, wie wichtig ihnen das Thema ist: „Die Bürger wollten niemals aufgeben und sich nicht mit einer weniger sinnvollen Lösung zufrieden gegeben.“ Und er ist sich sicher: Ohne die Bürgerinitiative Einhausung B17 wäre die Stadt nie so weit gekommen. Initiativen-Gründungsmitglied Wilhelm König sagt: „Es war ein unheimlicher Aufwand an Zeit und Energie, den alle Engagierten für dieses Projekt spendiert haben. Aber wir sind erleichtert. Die Volleinhausung ist die einzig sinnvolle Lösung.“ Ganz zufrieden ist sein Kollege Günther Oppel aber noch nicht mit den Plänen: „Wir hoffen jetzt natürlich, dass auch der zweite Straßenabschnitt zwischen Hallenbad und Fryar-Circle Lärmschutzmaßnahmen bekommt. Damit die ganze Stadt von Lärm und Staub erleichtert wird.“ Dafür will die Bürgerinitiative weiterhin kämpfen. Kommentar

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