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Stadtbergen

02.12.2020

Stadtbergen will Schottergärten verbieten

Gartengestaltung ist Geschmackssache, keine Frage. Aber aus Gründen des Klima- und Naturschutzes sind solche Schottergärten umstritten, auch in Stadtbergen.
Bild: Carmen Jaspersen, dpa (Symbolfoto)

Plus Schottergärten liegen im Trend. Die Stadträte in Stadtbergen wollen die „biologisch toten“ Gärten in Zukunft jedoch verhindern.

Sie sind vermeintlich pflegeleicht, und Schönheit liegt bekanntlich im Auge des Betrachters. Aber egal was man von der Ästhetik von Schottergärten hält, für die Umwelt und vor allem die Artenvielfalt sind sie nicht gerade förderlich. Deshalb hat die SPD-Fraktion in Stadtbergen einen Antrag zur Verhinderung solcher Gärten gestellt. Welche Möglichkeiten es gibt und wie in Zukunft mit dem Thema umgegangen wird, diskutierte der Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung.

Bärbel Schubert erklärte die Hintergründe zum Antrag der SPD-Fraktion: „Schottergärten halten mehr und mehr Einzug, haben aber eine schlechte Klimabilanz und sind biologisch tot.“ Eine pflegeleichte Alternative wären Stein- oder Präriegärten. Der kleine, aber wichtige Unterschied ist, dass diese Art der Gartengestaltung ohne eine Plastikfolie in der Erde auskommt. Stein oder Präriegärten versiegeln also den Boden nicht, und Mikroorganismen fühlen sich in Untergrund noch immer wohl. Außerdem gibt es einige Pflanzen, die einen eher trockenen, steinigen Untergrund bevorzugen. Alles in allem wünscht sich die SPD-Fraktion nicht nur ein Vorgehen gegen Schottergärten, sondern auch die Aufklärung der Bürger.

Zustimmung im Stadtberger Rat zur Verhinderung von Schottergärten

Im Stadtrat kam der Antrag gut an. Gerhard Heisele ( Freie Wähler) bezeichnete ein Verbot, dass sich direkt auf private Grundstücke auswirkt, zwar als „harten Eingriff“, erinnerte aber auch an das Volksbegehren zu Artenvielfalt und die Verpflichtungen, die sich daraus ergäben. Auch Günther Oppel (Pro Stadtbergen) signalisierte seine grundsätzliche Unterstützung für das Vorhaben, betonte allerdings: „Schottergärten sind eher ein Randproblem, schlimmer ist, dass immer mehr Baumaßnahmen genehmigt werden, die überhaupt keine Gärten mehr vorsehen. Ein generelles Umdenken ist nötig, bevor auch der letzten Garten in Stadtbergen zubetoniert ist.“

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Bild: Uwe Anspach, dpa/Bernd Thissen

Auch von den Grünen kam Unterstützung für den Antrag der SPD. Martina Bauer würde allerdings gerne noch weiter gehen. Für die Fraktion der Grünen sprach sie sich dafür aus, Plastiksichtschutz an Zäunen und Kunstrasen zu verbieten – Plastik werde unter UV-Strahlung spröde und verteile sich in der Umwelt, erklärte sie. Außerdem sollten Steingabionen in Zukunft verhindert werden, denn sie böten ebenfalls keinerlei Lebensraum für Artenvielfalt. Bürgermeister Metz erklärte allerdings, dass man den Beschlussvorschlag zum Thema 'Schottergärten' nicht spontan erweitern könne.

Schottergärten durch Bebauungspläne verhindern

Im Stadtrat ging es dann vor allem um die Frage, wie die Regelungen zu den Schottergärten umgesetzt werden könnten. Aus der Verwaltung kamen dazu zwei Vorschläge: Man könnte entsprechende Regelungen in zukünftigen Bebauungsplänen festhalten oder – wie die Stadt Erlangen – eine Gestaltungssatzung für nicht überbaute Flächen erlassen. Die Verwaltung empfahl dem Stadtrat erstere Möglichkeit, die auch eine Mehrheit fand. Bürgermeister Metz betonte: „Die Herausforderung wird sein, die richtigen Begriffe zu finden.“ Man wolle nicht jeden Schotterstreifen oder -weg im Privatgarten verbieten.

Der Stadtrat hat jetzt also beschlossen, Schottergärten in zukünftigen Bebauungsplänen zu verhindern. Die Grünen im Stadtrat wollen einen Antrag nachliefern, der auch die Einrichtung von Plastikschutz an Zäunen und Steingabionen verhindert. Möglicherweise wird auch in Stadtbergen bald über eine „Freiflächengestaltungssatzung“ diskutiert.

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