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Stadtbergen

22.01.2020

Stadtbergens Schüler erhalten zusätzliche Unterstützung

Immer mehr alleinerziehende Elternteile, ein stetig wachsender Migrationsanteil unter den Schülern – die Situation an deutschen Bildungsstätten hat sich in den letzten Jahren grundlegend gewandelt und erfordert vielerorts ein sehr viel intensiveres Betreuungsangebot als bisher.
Bild: Marcus Merk (Symbolfoto)

An der Parkschule in Stadtbergen und der Leopold-Mozart-Schule in Leitershofen werden die Stunden für Jugendsozialarbeit erhöht. 

Immer mehr alleinerziehende Elternteile, ein stetig wachsender Migrationsanteil unter den Schülern – die Situation an deutschen Bildungsstätten hat sich in den letzten Jahren grundlegend gewandelt und erfordert vielerorts ein sehr viel intensiveres Betreuungsangebot als bisher. Dies trifft auch auf die Einrichtungen Stadtbergens zu, die nun bei der Stadt einen Antrag gestellt haben, die Stundenzahl der sogenannten „Jugendsozialarbeit“ ausweiten zu dürfen.

Im Gegensatz zur Jugendarbeit, die ein allgemeines Förderungsprogramm für alle Kinder darstellt, sind die Zielgruppen der pädagogischen Jugendsozialarbeit besonders benachteiligte Schüler mit individuellen Problemen. Wie soll es in dieser Hinsicht also in Stadtbergens Schulen weitergehen? Um diese Frage zu klären, haben die Stadträte die Schulleiter, die zuständigen Pädagogen sowie Robert Keiß von der St. Gregor Jugendhilfe in den Verwaltungsausschuss eingeladen, um den aktuellen Sachstand darzulegen.

Schülerzahlen steigen von 244 auf 337

„Wir erleben in der heutigen Zusammensetzung der Schüler, dass viele unterstützungsbedürftig sind“, erläuterte Keiß, der die Jugendsozialarbeit im nördlichen Landkreis steuert. Insbesondere sehe er einen dringenden Zusatzbedarf in der Parkschule, die mittlerweile einen Migrationsanteil von 51 Prozent aufweise. Deren Schulleiter Jürgen Brendel verwies zudem auf die stetig steigenden Schülerzahlen: Besuchten im Jahre 2015 noch 244 Kinder den Unterricht, werden es in der übernächsten Periode bereits 337 Schüler sein – Tendenz steigend.

Stadtbergens Schüler erhalten zusätzliche Unterstützung

„Die uns zur Verfügung stehende Zeit reicht bei Weitem nicht mehr aus. Wir wollen schließlich intensiv arbeiten und nicht punktuell wie die Feuerwehr“, ergänzte Barbara Leditschke, die seit vielen Jahren in der Jugendhilfe der Parkschule tätig ist und neben Maßnahmen zur Persönlichkeitsbildung auch Hausbesuche macht und immer wieder Streitigkeiten schlichten muss. Ihr Wunsch wäre es, die Jugendsozialarbeit als Halbtagesstelle auszubauen.

Ein Migrationsanteil von etwas über 20 Prozent

Einen verstärkten Bedarf nach solchen Betreuungsangeboten sieht auch die Schulleitung der Leitershofer Leopold-Mozart-Schule, in welcher der Migrationsanteil bei etwas über 20 Prozent angesiedelt ist. Deren Rektorin Renate Wipfler und die Jugendarbeiterin Andrea Cyran würden es begrüßen, dass die Jugendsozialarbeit wenigstens an zwei halben Tagen die Woche stattfinden würde.

Die Stadträte im Verwaltungsausschuss waren letztendlich von der Dringlichkeit einer Ausweitung sozialpädagogischer Maßnahmen überzeugt und haben einstimmig den Anträgen der beiden Schulen stattgegeben: Bis seitens des Freistaats eine neue Förderungsrichtlinie aufgestellt ist, wird als Übergangslösung in der Parkschule die individuelle Betreuungszeit von 9 auf 12 Wochenstunden erhöht, die Jugendsozialarbeit in einem nächsten Schritt auf 19,5 Stunden ausgeweitet werden. In der Leopold-Mozart-Schule soll die Zeit für die gezielte pädagogische Schülerfürsorge auf 10 Wochenstunden erhöht werden.

Keine Grundlage, um Fördermittel zu beantragen

Diese Betreuungsstunden können prinzipiell vom Land gefördert werden, doch Stadtdirektor Holger Klug legte nahe, einen Förderungsantrag noch nicht zum jetzigen Zeitpunkt zu stellen – aus gutem Grund: Die letzte Fördermittelrichtlinie des Freistaat Bayerns ist zum Jahreswechsel ausgelaufen, eine Neufassung dagegen noch nicht in Kraft getreten. „Wir haben aktuell keine Grundlage, um Fördermittel zu beantragen“, sagte er. „Aber wir müssen jetzt schnell reagieren, um das nächste Mal unter den ersten zu sein.“

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