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Neusäß

30.07.2020

Standortwechsel: Die Tafel Neusäß ist zurück im Notburgaheim

Die Ausgabestelle der Tafel im Notburgaheim in Westheim kann derzeit nicht genutzt werden.
Bild: Andreas Lode

Plus Bedürftige können Lebensmittel wieder in Westheim abholen. Doch das wird keine Dauerlösung sein. Warum Abstandsregeln ein Problem sind.

Die Tafel in Neusäß ist zurück im Notburgaheim: Nach einigen Wochen mit einem Notausgabeplan in der Hauptstraße gleich neben dem Rathaus läuft der Betrieb nun, soweit das die Corona-Abstandsregeln zulassen, wieder einigermaßen normal. Inzwischen hat sich auch der Stadtrat ein Bild von der Lage vor Ort gemacht. Das Fazit von Bürgermeister Richard Greiner: „Die aktuelle Situation der Tafel an sich ist nicht so schlecht.“ Das sagt auch die Vorsitzende des Tafel-Vereins, Sabine Zimmermann – zumindest für den Moment. „Ich kann mir aber noch nicht vorstellen, wie das im Winter gehen soll.“

In Bayern gibt es insgesamt 169 Tafeln, die mit gespendeten Lebensmitteln etwa 200 000 bedürftige Menschen gegen einen nur geringen Betrag unterstützen. Wie berichtet, hatten die Schließungen infolge der Corona-Krise im März auch die Tafel hart getroffen. Schon kurz darauf konnte der Verein aber, auch mithilfe des Neusässer Jugendbeirats, fertig befüllte Lebensmitteltüten an Bedürftige ausliefern. Später kam dann ein Übergangsquartier in der Hauptstraße dazu. Auch hier wurden fertig befüllte Tüten abgegeben. Ein Angebot, das aber nicht immer die Bedürfnisse der Kunden trifft. Etwa 100 Besucher habe die Tafel pro Ausgabetag, darunter auch viele Familien, so Sabine Zimmermann.

Das Notburgaheim in Neusäß ist nur ein Provisorium

Für den Verein stand schon bald fest: Das Notburgaheim kann keine Dauerlösung mehr sein. Abstandsregeln seien hier nur mit Einschränkungen umzusetzen. Doch seit Anfang Juli werden dort wieder Lebensmittel ausgegeben. „Das funktioniert auch“, so Sabine Zimmermann. Der Hygieneplan sieht vor, dass es aktuell neben der Ausgabe in den Räumen im Gebäude auch zwei Stände mit Obst und Gemüse sowie Brot im Freien gibt. Nur eine bestimmte Zahl von Kunden darf gleichzeitig ins Gebäude. „Die dürfen jetzt auch nicht mehr auf dem Gang auf Stühlen warten, weil sich dort in unmittelbarer Nähe die Aufenthaltsräume des Personals des Notburgaheims befinden“, beschreibt Sabine Zimmermann.

Deshalb steht für sie fest: Die Suche nach neuen Räumen geht weiter. Auch die Aktionsgemeinschaft Neusäß hat unter den Mitgliedern gefragt, ob es nicht passende gewerbliche Objekte gebe. „Aber bis jetzt war nichts dabei. Das ist gar nicht so einfach“, so die Vorsitzende ernüchtert.“ Nicht nur die Räume sollten nämlich einigermaßen zentral liegen, etwa 150 Quadratmeter groß sein und dazu über ein etwa 20 Quadratmeter großes Lager verfügen. Auch die Miete darf nicht zu hoch sein. „So günstig wie im Notburgaheim wird es nicht mehr werden, das ist uns klar“, sagt Sabine Zimmermann. Immerhin habe die Stadt Neusäß inzwischen einen monatlichen Mietzuschuss zugesagt. Und falls sich über die Sommermonate spontan eine neue Lösung ergibt, hat der Stadtrat den Bürgermeister autorisiert, gleich zu helfen und den Zuschuss freizugeben.

Richard Greiner will nichts überstürzen: Die Tafel Neusäß soll im Notburgaheim bleiben

Dennoch möchte Bürgermeister Richard Greiner nichts überstürzen. Bei seinem Besuch gemeinsam mit dem Stadtrat wurde auch der Vorteil der Räume deutlich. Dabei geht es um eben diesen Gang, der auch schon mal als Wartebereich diente. Durch einen Hinterausgang sei nämlich eine Einbahnregelung möglich. „Im stationären Einzelhandel ist eine vergleichbar günstige Raumsituation im Gegensatz dazu oft nicht gegeben. Dort werden Kunden oft erst eingelassen, nachdem ein Käufer das Geschäft verlassen hat“, heißt es in einer Pressemitteilung der Stadt Neusäß zu dem Thema.

Bürgermeister Richard Greiner: „Derzeit können wir froh sein, dass uns das Notburgaheim die Unterbringung der Tafel ermöglicht und diese dort eine sehr ordentliche Infrastruktur vorfindet.“ Auch wenn der Cafébetrieb nicht richtig funktioniere und Abstand gehalten werden müsse. „Aber die vorrangige Aufgabe der Tafel – die Versorgung Bedürftiger mit Nahrungsmitteln – ist ja glücklicherweise weiterhin möglich.“

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