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Unwetter

03.09.2014

Starkregen sorgt für große Probleme

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Das Regenrückhaltebecken wird erst Ende des Jahres fertig. Die Probleme mit voll gelaufenen Kellern löst es nicht.

In Thierhaupten drückt das Wasser immer wieder in die Keller. Was Fachleute raten

Vom Starkregen arg geplagt ist Thierhaupten in letzter Zeit. Bauamtsleiter Ion Simon war deswegen tagelang im Einsatz. Denn immer wieder laufen in bestimmten Bereichen von Thierhaupten die Keller voller Wasser. Betroffen sind nach Auskunft des geschäftsführenden Beamten der Marktverwaltung, Anton Berchtenbreiter, vor allem die Weidener Breite, der Ortsteil Hölzlarn sowie der ohnehin vom Wasserwirtschaftsamt zum Überschwemmungsgebiet erklärte westliche Gemeindebereich. Überall gab es bei Starkregen vollgelaufene Keller.

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Im Neubaugebiet Weidener Breite sei das Regenwasser vom Hang herunter in ungünstig angelegte Kellerschächte gelaufen, berichtet Berchtenbreiter. Deshalb habe die Gemeinde oben einen kleinen Wall bauen und oberhalb des Spielplatzes Sandsäcke stapeln lassen, damit die unterhalb liegenden Häuser besser geschützt sind. Wenn die obersten Bauplätze erst mal bebaut sind, hofft man auf eine Entspannung der Lage, so Berchtenbreiter. Denn dann könne das Wasser nicht mehr ungehindert den Hang herunter fließen. Bei Kellerschächten, die zum Hang hin offen seien, bleibe jedoch nichts anderes übrig als ein Umbau.

Sechs Grundstücke dürfen erst mal nicht bebaut werden

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Dass es in der Weidener Breite Probleme mit dem Regenwasser geben könnte, darauf hat das Wasserwirtschaftsamt bereits vor Jahren hingewiesen als der Bebauungsplan aufgestellt wurde. Sechs Grundstücke in dem Bereich dürfen sogar so lange nicht bebaut werden, bis ein Rückhaltebecken in diesem Areal realisiert ist. Doch das ist noch Zukunftsmusik.

Anders liegt der Fall in Hölzlarn. Wie Berchtenbreiter erläutert, liegt seit kurzem das Ergebnis einer Untersuchung vor, wonach der dortige Kanal zu klein ist. Er wurde in den 70er Jahren gebaut. Seitdem seien immer mehr Flächen befestigt worden. Das Regenwasser könne nicht mehr ablaufen und fließe aus mehreren Grundstücken hinunter in den kritischen Bereich. Ein Ingenieurbüro soll deshalb nun einen Vorschlag erarbeiten, wie das Problem am günstigsten behoben werden kann.

Im westlichen Ortsbereich, der vor einigen Monaten als Überschwemmungsgebiet festgesetzt wurde und wo seitdem nur noch mit Sondergenehmigung gebaut werden darf, trägt laut Wasserwirtschaftsamt auch der Lech zu den Problemen in den Kellern bei. Die Kiesböden rund um den Lech seien sehr durchlässig. Wenn der Fluss sehr viel Wasser führe, drücke es in diese durchlässigen Böden hinein und sorge so für einen noch höheren Grundwasserstand, erläutert Konrad Schörger vom Wasserwirtschaftsamt.

Wer darauf hofft, dass sich diese Situation einmal bessert, wenn gegen Jahresende das Regenrückhaltebecken in Betrieb geht, der wird von den Fachleuten eines Besseren belehrt. Denn die oberirdischen Überflutungen, die man mit dem Rückhaltebecken in den Griff bekommen will, sind das eine – ständig vollgelaufene Keller das andere. Konrad Schörger macht deutlich: „Der Freistaat will über die Förderung der Regenrückhaltebecken die oberirdischen Überflutungen in bebauten Gebieten in den Griff kriegen.“ Für die Keller sei der Freistaat nicht zuständig. Vielmehr sei es Sache jedes Bauherrn, den Keller wasserdicht und auftriebssicher zu machen. Natürlich koste das einiges und Fördermittel gebe es dafür auch nicht, räumt Schörger ein. Was also tun? Schörger rät, in gefährdeten Bereichen ganz auf Keller zu verzichten.

Auch bei den Problemen im Neubaugebiet werden die Eigentümer in die Pflicht genommen. Sie müssten dafür sorgen, dass das Regenwasser auf ihrem eigenen Grundstück schadlos beseitigt wird, zum Beispiel durch Einleitung in den Kanal, so Anton Berchtenbreiter. Die Möglichkeiten dazu bestünden und müssten genutzt werden.

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