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Nahverkehr

03.05.2016

Staudenbahn: Ein Zug wird kommen

Die Reaktivierung ist beschlossen. Fragt sich nur, wann und wie sie Wirklichkeit wird

Die Rückkehr der Staudenbahn scheint nicht mehr aufzuhalten. Allerdings kommt sie später als erhofft und seltener als gewünscht. Darum soll Landrat Martin Sailer jetzt in München noch einmal nachverhandeln. Das hat der Kreistag in Augsburg gestern einstimmig beschlossen.

Nach jahrelangen Bemühungen aus der Region hat der Freistaat einer Reaktivierung der Staudenbahn zwischen Gessertshausen und Langenneufnach zugestimmt. Zwischen 6 und 24 Uhr sollen 18 Zugpaare am Tag verkehren, Start für die Dieselzüge soll im Dezember 2021 sein. Ein Gutachten geht von mehr als tausend Fahrgästen am Tag aus. Diese Zahl galt als Voraussetzung für die Wiederinbetriebnahme der stillgelegten Bahnstrecke, auf der bislang nur Güter- und Ausflugszüge verkehren.

Der Landkreis Augsburg fordert einen schnelleren Start. Bereits 2019 soll es mit einem sogenannten Vorlaufbetrieb losgehen. Zudem sei die Zahl der Verbindungen auf der Strecke nicht ausreichend. Statt 18 soll es 24 Zugpaare am Tag geben, damit zu Stoßzeiten jede halbe Stunde eine Verbindung zustande kommt. Außerdem drängte die Landkreispolitik darauf, dass möglichst viele Züge zwischen Langenneufnach und Augsburg durchfahren, um den Passagieren in Gessertshausen ein Umsteigen zu ersparen. Dabei sind den Kreisräten mehr Züge und direkte Verbindungen nach Augsburg wichtiger als der Vorlaufbetrieb ab 2019. Das ging aus mehreren Wortmeldungen hervor. Die CSU-Landtagsabgeordnete Carolina Trautner hob hervor, dass auch ein Vorlaufbetrieb bereits den Ansprüchen genügen müsse: „Ein halbschariger Start schadet der Akzeptanz.“ Landrat Sailer stellte klar, dass sich der Landkreis nicht an der Finanzierung der Züge beteiligt. „Da wird es nicht einen Cent geben.“ Der Beitrag des Kreises besteht in der Finanzierung der Buslinien, die künftig als Zubringer zur Staudenbahn fahren sollen.

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Der Beschluss fiel gestern einstimmig. CSU-Fraktionssprecher Lorenz Müller betonte, dass die Reaktivierung der Staudenbahn als gesichert angesehen werden dürfte. Umstritten seien nur Zeitpunkt und Umfang. Der Fischacher Bürgermeister und SPD-Kreisrat Peter Ziegelmeier hob die Bedeutung des Bahnanschlusses als Standortfaktor für die Stauden hervor, auch das neue Diedorfer Gymnasium ziehe daraus seinen Nutzen. Überdies, so Ziegelmeier, handle es sich bei seiner Fraktion um „lauter Staudenbahnfreunde“.

Allerdings waren gestern ohnehin keine Gegner des Vorhabens zu erkennen. Ursula Jung (Grüne) erinnerte daran, dass ihre Partei schon immer zu den Befürwortern der Reaktivierung gezählt habe. Manfred Buhl (FDP) machte die Initialzündung für die versprochene Reaktivierung in einem Besuch des damaligen FDP-Wirtschaftsministers Martin Zeil im Kreistag aus und formulierte: „Wir haben den ersten Baustein geworfen.“

Das wollten Vertreter anderer Fraktion so freilich nicht stehen lassen und verwiesen auf weitere Initiativen und Vorstöße. Für Johann Häusler (FW) war der Druck aus der gesamten Region ausschlaggebend. Angesicht dieser Debatte sagte Landrat Martin Sailer: „Die Legendenbildung kennt keine Grenzen.“ Es sei schön, wenn alle hinter dem Projekt stünden.

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