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Landkreis Augsburg

28.11.2019

Staudenbahn-Start: Gibt es eine erneute Verspätung?

Dunkle Wolken über der Staudenbahn. Sogar wenn die gefährdete Reaktivierung zustande kommt, wird sie sich wahrscheinlich erneut verspäten.
Bild: Marcus Merk

Plus Weil die versprochene Reaktivierung wackelt, haken die Landtagsabgeordneten Güller (SPD) und Deisenhofer beim Ministerium nach. Die Antworten sind ernüchternd.

Schlechte Nachrichten für die Freunde der Staudenbahn. Sogar wenn die gefährdete Reaktivierung zustande kommt, wird sie sich wahrscheinlich erneut verspäten. So lautet die Einschätzung des zuständigen Verkehrsministeriums in München.

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Wie die jüngste Anfrage des Abgeordneten Max Deisenhofer (Grüne ergeben hat, wird der Personenverkehr auf der Staudenbahn wohl nicht – wie geplant – Ende 2022 rollen. Das Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr teilte dem Landtagsabgeordneten mit, es bestehe „aktuell ein erhebliches Risiko, dass die Infrastruktur für einen regulären SPNV von vornherein nicht zur Verfügung steht“.

Ministerium, Landkreis und Bayerischer Eisenbahngesellschaft verhandeln zurzeit

Dem Ministerium lägen „keine Nachweise vor, dass mit den hierfür notwendigen Maßnahmen bereits begonnen wurde oder die notwendigen behördlichen Verfahren eingeleitet wurden.“ Und weiter: „Die Betriebsaufnahme der Staudenbahn ist für Dezember 2022 vorgesehen. Allerdings zeichnet sich immer deutlicher ab, dass dieser Zeitplan wohl nicht mehr zu halten ist.“ Derzeit fänden zu diesem Punkt Verhandlungen zwischen Ministerium, Landkreis und Bayerischer Eisenbahngesellschaft statt.

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Ursprünglich sollte die Bahnbetriebsgesellschaft Stauden die 13 Kilometer lange Strecke für den Personenverkehr ertüchtigen, scheiterte jedoch an der Finanzierung schon der Planung. Der Chef der Gesellschaft, Hubert Teichmann, macht dafür unzureichende finanzielle Garantien des Freistaats verantwortlich (wir berichteten). Derzeit loten Landkreis und Anrainer-Gemeinden aus, ob und wie sie Bau und Betrieb der Strecke übernehmen können. Dabei steht eine Summe von 20 Millionen Euro im Raum. Erst am Montag gab es deswegen im Landratsamt wieder eine Krisensitzung.

Nicht weiter den schwarzen Peter zuschieben

Nach Ansicht des Grünen-Abgeordneten Deisenhofer muss das Tauziehen um die Reaktivierung des Streckenabschnitts von Gessertshausen nach Langenneufnach schleunigst beendet werden. „CSU-Verkehrsministerium und CSU-Landrat dürfen sich nicht weiter den schwarzen Peter zuschieben. Alle Beteiligten müssen jetzt alles dafür tun, dass der Termin 2022 gehalten wird. Eine nochmalige Verschiebung wird niemand verstehen“. Dass die Bayerische Eisenbahngesellschaft Bereitschaft signalisiert, die Bestellgarantie auf die maximal zulässige Zeitdauer von 15 Jahren auszudehnen, bezeichnet Deisenhofer als „guten ersten Schritt, aber der Freistaat könnte sich darüber hinaus noch stärker engagieren.“

Das findet auch Harald Güller. Der SPD-Landtagsabgeordnete und Fraktionschef seiner Partei im Augsburger Kreistag hat ebenfalls beim Verkehrsministerium nachgehakt. Ihm ging es vor allem darum auszuloten, inwieweit der Freistaat bereit wäre, sich selbst an der Betreibergesellschaft zu beteiligen oder mehr zu bezahlen.

Finanzierung der Infrastruktur ist „Aufgabe der Akteure“

Die Antwort bezeichnet Güller als „ernüchternd“. Weiter: „Das Bayerische Verkehrsministerium bestätigt zwar, dass die BEG wohl bereit sein wird, die Bestellgarantie auf maximal 15 Jahre zu verlängern, ansonsten ist aber wenig Bereitschaft erkennbar, die verfahrene Lage gemeinsam zu lösen oder gar weitere Zugeständnisse zu machen.“ Tatsächlich sagt das Ministerium deutlich, dass die Finanzierung der Infrastruktur „Aufgabe der Akteure vor Ort“ sei.

Versprochen ist der Neustart für die Bahn bereits seit 2014. Doch der Fahrplan für die Wiedereröffnung geriet schon wiederholt durcheinander. Zunächst war 2019 für den Start vorgesehen, weil es aber Schwierigkeiten mit Anpassungen an den überregionalen Fahrplan gab, verlegte die BEG diesen um zwei Jahre nach hinten. Aber auch der Dezember 2021 war nicht zu halten. Die Triebwagen waren nicht rechtzeitig lieferbar.

Lesen Sie dazu auch unsere weiteren Artikel über die geplante Reaktivierung der Staudenbahn:

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