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Nahverkehr

27.07.2013

Staudenbahn steht vor Stunde der Wahrheit

Noch in diesem Jahr soll die Entscheidung über die Zukunft der Staudenbahn fallen. Diese kann nur wieder rollen, wenn die Öffentliche Hand Millionen gibt. Auf einem Podium in der Pausenhalle der Schule in Langenneufnach diskutieren nun sechs Kandidaten über die Staudenbahn.

Die Entscheidung über die Wiedereinführung des Personenverkehrs soll in diesem Jahr fallen. Aber es sind noch Fragen offen. Antworten könnte eine Diskussionsveranstaltung am Freitag liefern

Fischach/ Langenneufnach Kommt die Staudenbahn nun bald zum Zug oder endet die beabsichtige Wiedereinführung des Personenverkehrs endgültig auf dem Abstellgleis? Die Entscheidung rückt näher und soll noch in diesem Jahr fallen. „Jetzt ist die Sache heiß“, sagt der scheidende Landtagsabgeordnete Max Strehle ( CSU). Auch Fischachs Bürgermeister Peter Ziegelmeier ( SPD) mahnt ein Ende des langen Bummelzug-Tempos im Entscheidungsprozess an: „Jetzt wäre es an der Zeit.“

1991 stellte die Bahn den Personenverkehr auf der Strecke zwischen Gessertshausen und Markt Wald ein und die Staudenbahn schien am Ende des Weges angekommen.

Rund zehn Jahre später tat sich was. Die umliegenden Staudengemeinden kauften die Strecke, die Bahnbetriebsgesellschaft Stauden besorgt Gütertransporte und Ausflugsfahrten. Das große Ziel aber, auf der Staudenbahn einen regulären Personenverkehr einzurichten, wurde bislang nicht erreicht.

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Bislang besorgen Buslinien das Nahverkehrsgeschäft in den Stauden. Machbarkeitsstudien bescheinigen dem „Bähnle“ ein Potenzial von weit über 1000 Fahrgästen am Tag.

Vorbilder, dass so etwas funktionieren kann, gibt es in anderen Orten der Republik. Die Gemeinden Gessertshausen, Fischach und Langenneufnach sowie der Landkreis favorisieren eine Lösung, wonach Dieseltriebwagen einmal die Stunde zwischen Langenneufnach und Augsburg Hauptbahnhof verkehren.

Busse wären nur noch Zubringer zur Bahn

So könnte auf die Elektrifizierung von über 14 Kilometern Staudenbahn verzichtet werden und – so lautet zumindest die Hoffnung – das Nahverkehrsangebot aus den Stauden Richtung Augsburg würde attraktiver. Würde dies Wirklichkeit, gäbe es allerdings auch Verlierer.

Bussen käme nur noch die Rolle von Zubringern zur Bahn zu und damit fährt unter Umständen nicht jeder Fahrgast besser.

Wer weit zum nächsten Bahnhalt hat, dem ist mit einem Bus, der direkt ans Ziel fährt und im Ort hält, möglicherweise besser gedient. „Wie groß also würde die Akzeptanz für Staudenbahn sein bei den Nahverkehrskunden?“ ist daher eine der zentralen Fragen. Auf Drängen des Wirtschaftsministeriums in München soll nun noch einmal das Fahrgastpotenzial untersucht werden, ehe die Entscheidung über den Start der Staudenbahn fällt.

Denn diese wird nur rollen, wenn die Öffentliche Hand Millionen gibt. Zunächst einmal müsste der Freistaat über die seine Bayerische Eisenbahngesellschaft den Zugverkehr bestellen und bezahlen.

Die Gemeinden wiederum müssten zunächst in die Ertüchtigung der Strecke und den Bau beziehungsweise die Erneuerung der Bahnhalte investieren – zwischen Gessertshausen und Langenneufnach sind allein sieben Bahnhalte vorgesehen, die finanziert werden müssen.

Und dann ist da noch die Frage, wie die Buslinien verändert werden müssen. Selbst, wenn München grünes Licht für die Staudenbahn gibt: „Wir sind noch lange nicht am Ziel“, sagt Bürgermeister Ziegelmeier.

Viele Antworten kann nur die Politik geben. Die „Kleine“ im Kreistag und den Gemeinderäten und die „Große“ im Münchner Landtag. Dieser wird am 15. September neu gewählt.

Sechs Kandidaten, die sich im Landkreis Augsburg um einen Sitz im Maximilianeum bewerben, diskutieren am kommenden Freitag über die Staudenbahn. „Öffentlicher Personennahverkehr für den ländlichen Raum, insbesondere Staudenbahn“ lautet der Titel der Podiumsdiskussion. Veranstalter ist der Verein Regionalentwicklung Stauden, dem insgesamt 13 Kommunen angehören.

Sechs Kandidaten sitzen auf dem Podium

Auf dem Podium sitzen Carolina Trautner (CSU), Monika Müller (FDP), Herbert Woerlein (SPD), Alexander Kolb (Grüne), Fabian Mehring (FW) und Andreas Herz (Piraten). Moderator ist Christoph Frey (Augsburger Allgemeine). (cf)

Termin Die Podiumsdiskussion findet am kommenden Freitag, 2. August, um 19.30 Uhr in der Pausenhalle der Schule in Langenneufnach statt.

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