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Veranstaltung

13.11.2018

Stefan Otto hat „Ois dabei“

Stefan Otto hat das Gute-Laune-Lied selbst „kompostiert“.
Bild: Michaela Krämer

Der niederbayerische Kabarettist tritt im Hennhofer Gemeinschaftshaus auf und kommt gut an

Weiß-blau kariertes Hemd, eine Gitarre, ein Keyboard, ein Fuß-Rhythmusgerät und jede Menge gute Laune im Gepäck: So stellt sich Stefan Otto vor ein begeistertes Publikum im Gemeinschaftshaus Hennhofen und beleuchtet den Beziehungsalltag auf seine gewohnt humoristische, musikalische Weise. Das Publikum amüsiert sich, hatte doch der Kabarettist in dem gleichnamigen Programm wirklich „Ois dabei“.

„Griaß di Gott“, sagt der sympathische Künstler gleich zu Beginn. „Erst danach kann man dem anderen alles sagen, auch wenn er gerade vom Friseur gekommen ist.“ Lieder über häusliche Differenzen, auf die er noch mehrmals im Verlauf dieses Abends zu sprechen kommt, sind beim Publikum sehr willkommen. „In der Ehe kommen viele magere Jahre, aber auch viele fette Minuten.“ Otto macht sich lustig – ein wenig unter der Gürtellinie zwar, jedoch ohne zu verletzen. Mit niederbayerischem Charme und gesundem Menschenverstand richtet er seine Rundumschläge meist gegen sich selbst. Gewohnt lustig verquert er bekannte Hits: Aus „Schuld war nur der Bossa Nova“ wird „Schuld war nur der Bus vom Hofer“ aus „Amadeus“ wird „Die ham Deos“ Für alle hat er das passende Lied dabei. Mit scharfer Beobachtungsgabe, knackigen, frechen und teils frivolen Sprüchen punktet er auf breiter Ebene. Er stellt fest, dass es bei Al Bano und Romina Power schon längst nicht mehr funktioniere. „Jetzt hat Al Bano, der ja sicher schon weit über 80 ist, in Italien bei ‚Power sucht Frau‘ mitgemacht. Bei uns heißt es natürlich ,Bauer sucht Frau‘ und in Polen ,Bauer klaut Frau‘“. Zu der Melodie von „Ti amo“ singt er über einen Bierabend mit Erdoğan und Trump. Als dann Merkel kommt, hieß es „Sie a no“, und Otto macht weiter mit „Nix geblieben von unserem Frieden“.

Das verfehlt nicht seine Wirkung. Er beweist sein besonderes Talent, wenn er bekannte Songs mit neuen Texten bestückt. Er zappt sich durch den Abend mit den kleinen menschlichen Themen und freut sich, wenn die Leute die Refrains wie bei „Hulapalu“ lauthals mitsingen. Doch Stefan Otto ist nicht nur ein hervorragender Komödiant, er ist zudem ein ausgezeichneter Gitarrist und begleitet auf seinem Waschbrett seine teils sehr vordergründigen Witze mit geistreicher Schlitzohrigkeit. Ganz verständlich, dass dieser Künstler ohne Zugabe die „Weltbühne Hennhofen“, wie sich Stephan Litzel bei der Begrüßung mit einem Augenzwinkern ausgedrückt hatte, nicht verlassen durfte.

Wie immer hatten die Veranstalter, die Freiwillige Feuerwehr, eine gute Nase mit dem Kabarettisten aus Niederbayern bewiesen. Seit 2012 organisieren sie zweimal im Jahr immer wieder ausverkaufte Veranstaltungen mit Alfred Mittermeier, Philipp Weber, Mehlprimeln und Couplet AG.

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