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Landkreis Augsburg

28.02.2018

Steigen die Baupreise im Augsburger Land langsamer?

Wenn die Baugebiete der Firma Dumberger in sechs bis sieben Jahren voll bezogen sind, steigt die Einwohnerzahl in Langweid voraussichtlich auf 8500. Aktuell leben 8076 Menschen in der Gemeinde.
Bild: Andreas Lode

Wie die Chefs der größten Bank im Landkreis Augsburg die Entwicklung auf dem regionalen Markt sehen und was Verbraucher jetzt wissen müssen.

Der schnelle Preisanstieg auf dem Immobilienmarkt in der Region schwächt sich ab, das Preiskarussell dreht sich in den kommenden Jahren etwas langsamer. Davon gehen die Vorstände der Kreissparkasse, Vorstandschef Richard Fank und sein Horst Schönfeld aus. Gleichwohl könne von einer Spekulationsblase keine Rede sein. Häuser, Wohnungen und Grundstücke würden ihren Wert behalten, sagen die Chefs der größten Bank im Augsburger Land.

Dass es auf dem Bau brummt, zeigen nicht nur die Bilanzen der Kreissparkasse, sondern auch die Daten des statistischen Landesamtes. Die gut 300 Firmen aus dem Bauhauptgewerbe im Kreis erwirtschaften an die 340 Millionen Euro Umsatz im Jahr und legen beim Personal zu. Inzwischen sind es rund 3000 Beschäftigte. Die dürften auch weiter gut zu tun haben: Allein im Landkreis wurden vergangenes Jahr Häuser mit knapp 1500 Wohnungen genehmigt.

Nachfrage ist größer als das Angebot

Von dieser Entwicklung profitiert auch die Kreissparkasse, bei der jeder zweite Landkreisbürger ein Konto hat. Die hauseigene Immobilienabteilung hat das beste Jahr ihrer Geschichte hinter sich und Liegenschaften im Wert von knapp 59 Millionen Euro vermittelt. Das größte Problem für die Makler von der Bank: Sie müssen zuerst einmal Objekte haben. Denn die Nachfrage ist größer als das Angebot. Begehrt sind laut Bank nicht nur Häuser, Wohnungen und Bauplätze, sondern auch zunehmen Gewerbe-Immobilien, weil Firmen ihre Gewinne in Sachanlagen investieren.

Der teure Traum vom Eigenheim lässt nach wie vor viele Menschen den Weg zur Bank ihres Vertrauens suchen. Allein über die Kreisssparkasse wurden vergangenes Jahr Wohnbaudarlehen in Höhe von 300 Millionen Euro abgeschlossen, hinzu kamen noch zinsgünstige staatliche Fördermittel in Höhe von 81 Millionen Euro. Die Bank selbst vergibt Kredite an Häuslebauer in der Regel zu einem Zinssatz von unter zwei Prozent. 20 Prozent Eigenkapital sollten Häuslebauer aber schon selbst mitbringen und überdies mit zwei bis drei Prozent Tilgung kalkulieren, sagen Fank und Schönfeld.

Baukosten haben den Zinsvorteil bei weitem aufgefressen

Ihrer Beobachtung nach motivieren die anhaltend niedrigen Zinsen zwar viele Menschen zum Kauf, eine wirkliche Ersparnis bedeuteten sie aber nicht. Fank: „Die steigenden Baukosten haben den Zinsvorteil bei weitem aufgefressen.“ Innerhalb von zehn Jahren hätten sich die Preise verdoppelt. Eine Wohnung, die für 200000 Euro zu haben war, koste heute locker 400000 (siehe auch Daten&Fakten) Quadratmeterpreise von mehr als 5000 Euro sind laut Schönfeld zumindest für Kapitalanleger abschreckend, weil sich so über die im Raum Augsburg üblichen Mieten keine Rendite mehr erzielen lasse. Wer sich ein Eigenheim wünsche, sei möglicherweise aber noch bereit, diese Preise in Kauf zu nehmen. Grundsätzlich gehen die Bank-Vorstände aber davon aus, dass sich der Preisanstieg der vergangenen Jahre abflacht.

Andererseits, so die Einschätzung von Fank und Schönfeld, würden Immobilien im Wert stabil bleiben. Augsburg und Umgebung seien eine Zuzugsregion, die Uniklinik werde diesen Trend noch verstärken. Schönfeld: „Wie soll es da einen Preiseinbruch geben? Wir sehen keine Immobilienblase.“

Dafür konstatieren die Banker, dass Bauland knapp sei – und das längst nicht mehr nur in Augsburg und den angrenzenden Orten, sondern auch auf dem Land. Hier müssten die Kommunen etwas tun. Geradezu umkämpft seien Flächen, auf denen Bauträger Häuser mit mehreren Wohneinheiten erreichten können. Die Kreissparkasse beobachtet, dass sich auf diesem Markt inzwischen Anbieter tummeln, für die der Raum Augsburg vor einigen Jahren noch gar nicht interessant war. Schönfeld: „Die Münchner kommen zu uns.“ "Kommentar

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